Maghreb – Wiederbelebung der Trans – Maghreb – Eisenbahn in der Diskussion.

Gesamtkosten für eine Trans – Maghrebinische Eisenbahn bei 3,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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Hochgeschwindigkeitszug
Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Maghreb wieder in der Diskussion

Union des Arabischen Maghreb will das Projekt auf Machbarkeit prüfen lassen.

Tunis – Am 29. Januar kündigte das Generalsekretariat der Arabischen Maghreb Union (AMU) die Absicht an, das Projekt einer Trans – Maghreb Eisenbahnlinie wieder aufzunehmen. In einer Pressemitteilung wird von „einer internationalen Ausschreibung zur Beauftragung eines Beraters, der für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sowie für die Untersuchung der Sanierung und Modernisierung der Eisenbahnstrecke zuständig sein soll“ gesprochen.

Projekt wird seit Jahrzehnten diskutiert.

Dieses politische Vorzeigeprojekt, das Anfang der 90er Jahre bereits initiiert wurde, soll erneut eine Chance erhalten. Das Projekt gilt als Grundlage für eine wirtschaftliche Interaktion zwischen den Mitgliedern der AMU. Die Erneuerung, Modernisierung und Erweiterung bestehender Eisenbahnlinie wird durch die Afrikanische Entwicklungsbank unterstützt.

„Das Generalsekretariat der Union des Arabischen Maghreb hat von der Afrikanischen Entwicklungsbank eine Zusicherung für eine finanzielle Unterstützung erhalten, um die Kosten für die Vorbereitungsarbeiten für das Projekt zur Sanierung und Modernisierung der Trans – Maghrebinischen – Eisenbahnlinie, zwischen Algerien, Marokko und Tunesien zu finanzieren“, heißt es in der Erklärung weiter.

Maghreb
Erklärung der Union des arabischen Maghreb – Trans – Maghreb – Eisenbahn 01-2019

Gesamtkosten für eine Trans – Maghrebinische Eisenbahn bei 3,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Lange Zeit träumte der Maghreb von einer Hochgeschwindigkeitsstrecke. Ursprünglich sollte die Bahnlinie den Großmaghreb durchqueren und von Nouakchott in Mauretanien nach Tripolis in Libyen führen und dabei Casablanca, Rabat, Algier und Tunis verbinden.

Union
Logo Union des Arabischen Maghreb

Marokko hat ende letzten Jahres die erste afrikanische Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Tanger und Casablanca in Betrieb genommen. Weiter ist das Projekt nach über 20 Jahren nicht gekommen. Nicht zuletzt, weil der politische Konflikt zwischen Algerien und Marokko, der seit 1994 zu einer geschlossenen Grenze zwischen den Nachbarn geführt hat, die Entwicklung verhindert. Nach ersten Schätzungen der AMU kostet alleine der Ausbau der Strecke zwischen Marokko, Algerien und Tunesien ca. 1,7 Mrd. US-Dollar. Für die Realisierung des Gesamtprojektes geht man von 3,8 Mrd. US-Dollar aus. Angesichts der Baukosten in Marokko, die offiziell bei ca. 2,3 Mrd. US-Dollar gelegen haben sollen, sicherlich eine optimistische Schätzung. Für Ende März ist eine Geberkonferenz vorgesehen, bei der weitere Finanzmittel beschafft werden sollen.

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