Marokko – 22.000 Marokkaner im Ausland gestrandet.

Auslandsvertretungen stehen im Kontakt mit betroffenen Bürgern.

3002
Außenminiter
Marokkanischer Außenminister Nasser Bourita

Außenminister bestätigt Recht auf Rückkehr aber sieht Rahmenbedingungen nicht erfüllt.

Rabat – Der marokkanische Außenminister, Nasser Bourita, stellte sich am gestrigen Donnerstag den Fragen der Parlamentarier im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, nationale Verteidigung, islamische Angelegenheiten und MRE im Repräsentantenhaus. Schwerpunkt der Beratungen war die Situation der im Ausland gestrandeten marokkanischen Staatsbürger, die aufgrund der Grenzschließungen, im Zuge des Gesundheitsnotstands, derzeit nicht zurückkehren können. Marokko hat am 15. März seine Grenzen geschlossen, um sich vor weiterer Einschleppung des Coronavirus SARS-COV 2 besser schützen zu können. In Folge dessen strandeten marokkanische Staatsbürger, mit ständigem Wohnsitz in Marokko, vor allem in Europa, Afrika und den USA. In der Ausschusssitzung bestätigte der marokkanische Außenminister, dass derzeit 22.000 Staatsbürger im Ausland festsitzen und nicht nach Marokko einreisen können.

Auslandsvertretungen stehen im Kontakt mit betroffenen Bürgern.

Vom 15. März bis zum 17. April hat das marokkanische Außenministerium, nach Angaben von Nasser Bourita, 48.000 Anfragen bearbeitet. Die Dienste des Ministeriums, fügte er hinzu, übernahmen die Kosten für die Unterbringung von 3.844 Personen, die Kosten für medizinische Konsultationen für 147 weitere Personen, die Verlängerung von Visa und anderer regulatorischer Maßnahmen für eine Reihe marokkanischer Staatsangehöriger. Nasser Bourita wies darauf hin, dass auf der Website des Außenministeriums zusätzlich die Kontaktdaten der Botschafterinnen und Botschafter wie auch die der direkten Ansprechpartner bei den Konsulaten veröffentlicht werden, so dass sich alle Betroffenen noch besser mit den marokkanischen Auslandsvertretungen in Verbindung setzen können.

Außenministerium bemüht sich, um Voraussetzungen für Rückkehr.

Zu den Voraussetzungen für die Rückführung gestrandeter Marokkaner bemerkte Herr Bourita, dass „die Operation unter den besten Bedingungen ohne Risiko für die Begünstigten selbst oder ihr Land durchgeführt werden muss.“ Marokko, so sagte er, arbeite daran, „so bald wie möglich die Bedingungen für eine solche Rückkehr zu schaffen, vorausgesetzt, die Gesundheitseinrichtungen sind bereit, sie aufzunehmen. Das Wesentliche ist nicht der Zeitpunkt, sondern die Wirkung eines solchen Schrittes ohne jegliche überzogene Überbietung oder Eile“, erklärte der Minister. Den Begriff „Rückholaktion“ verwendete er nicht. Auf die Frage, ob die Abteilung über ausreichende Ressourcen für ein solches Vorhaben verfüge, antwortete Nasser Bourita, dass die Behörde die Mittel bereitgestellt habe, um die kommende Zeit kurzfristig zu bewältigen und die Zahl der Begünstigten dieser Operation zu erhöhen. „Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz, weit entfernt von kategorischer Logik, im Sinne von Antizipation und Prävention, um jeden Rückschritt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden“, betonte er.

Nasser Bourita
Marokkanischer Außenminister Nasser Bourita erläutert Haltung seines Ministeriums.

Regierung sieht sich deutlicher Kritik ausgesetzt.

Die im Ausland gestrandeten Marokkanerinnen und Marokkaner klagen immer öfter öffentlich, über die sozialen Medien, über ihre teils sehr schwierigen Situation. Unter Beachtung der Angaben des Außenministers sind 18.000 Betroffene ihrem Schicksal alleine ausgesetzt. Sie finanzieren Unterkünfte und Lebenshaltungskosten selbst oder konnten bei im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkaner MRE unterkommen, so das MREs auch hier ihre Landsleute und das Königreich unterstützen. Die Abgeordneten im Parlament erhöhen den Druck auf die Regierung, weil man Beobachtet, dass das Nachbarland Algerien sowie Tunesien zumindest in Teilen ihre Staatsbürger zurückgeholt haben bzw. zurückholen. Dabei werden die Zurückgeholten sofort für 14 Tage in Quarantäneeinrichtungen gebracht, wobei man in Algerien und Tunesien dazu Hoteleinrichtungen angemietet hat.

Außenminister betont das Recht auf Rückkehr.

„Das Recht auf Rückkehr ist ein natürliches und unanfechtbares Recht. Aber was offensichtlich ist, ist in diesem außergewöhnlichen Kontext nicht unbedingt angemessen“, sagte er der marokkanischen – staatlichen Nachrichtenagentur MAP nach der Sitzung des parlamentarischen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, nationale Verteidigung, islamische Angelegenheiten und MREs.

Empfohlener Artikel