Marokko – 500 Mio. Euro im Rahmen der Migrationssteuerung von der EU

EU hat sich verpflichtet Migrationspartnerschaften mit Herkunftsländern einzugehen.

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Europäische Union EU erhöht Finanzmittel um 50% gegenüber dem Vorjahr.

Brüssel / Rabat – Im Rahmen der europäischen Finanzhilfe für die Migrationssteuerung wird Marokko 500 Millionen Euro von der Europäischen Union erhalten, was einer Erhöhung um fast 50 % gegenüber der vorherigen Hilfe entspricht.

Wie die spanische Tageszeitung El País berichtet, wird die neue Hilfe für den Zeitraum 2021-2027 gewährt und liege fast 50 % über dem bisherigen EU-Budget für Marokko. Dazu gehöre die Unterstützung des Zollpersonals, gemeinsame Ermittlungen bei möglicher illegaler Migration und eine Kampagne zur Sensibilisierung für die Gefahren der undokumentierten Migration.

Im Juli hatten Marokko und die EU ihre Zusage erneuert, ihre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der illegalen Migration weiter zu intensivieren. Der marokkanische Innenminister Abdelouafi Laftit empfing EU-Innenkommissarin Ylva Johansson und den spanischen Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Bei dieser Gelegenheit sprachen die drei Politiker über illegale Migration und erinnerten an die tragischen Ereignisse in Melilla am 24. Juni.

EU hat sich verpflichtet Migrationspartnerschaften mit Herkunftsländern einzugehen.

Die Europäische Kommission hat sich außerdem verpflichtet, Migrationspartnerschaften mit Herkunfts-, Transit- und Zielländern aufzubauen. Damit sollen die eigentlichen Ursachen der irregulären Migration angegangen werden.

Spanien forderte zusätzliche finanzielle Unterstützung für Marokkos, das als Transit- und Zielland unter Druck stehe.

Neben Spanien forderten auch andere Abgeordnete die EU auf, die marokkanische Migrationspolitik zu unterstützen, und nannten das Königreich einen „glaubwürdigen und zuverlässigen“ Partner im Kampf gegen illegale Netzwerke, betont das marokkanische Nachrichtenmagazin Telquel. „Marokko ist ein strategischer Partner für die EU. Die Hauptschuldigen an der Tragödie von Melilia sind die internationale Mafia, die diese gewalttätigen Angriffe organisiert“, wird der Europaabgeordnete Petar Vitanov, vom Nachrichtenmagazin zitiert.

Spanien habe trotz der Kritik an den marokkanischen Sicherheitsmaßnahmen eine ähnliche Haltung eingenommen und seine Unterstützung für die Bemühungen Marokkos zur Eindämmung der illegalen Einwanderung zum Ausdruck gebracht.

Marokko – Spanischer Innenminister und EU-Kommissarin für Inneres in Rabat.

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