Marokko – Ägyptischer Botschafter betont Unterstützung für territoriale Integrität Marokkos

Algerien kann Ägypten nicht als Unterstützer gegen Marokko gewinnen.

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Ägypten distanziert sich erneut von der Demokratischen Arabischen Republik Sahara und unterstützt Marokkos Autonomieplan.

Rabat – Der neue ägyptische Botschafter in Rabat, Yasser Mustafa Kamal Othman, machte in einem Interview die Position seines Landes zum Westsahara-Konflikt deutlich. Gegenüber der marokkanischen Nachrichtenseite hesspress bekräftigte er, dass Ägypten die sog. „Demokratische Arabische Republik Sahara“ (SADR) und ihren bewaffneten Arm, Frente Polisario, nicht anerkenne. Der ägyptische Botschafter bekräftigte nochmals die Unterstützung Ägyptens für die territoriale Integrität Marokkos sowie den marokkanischen Charakter der Sahara / Westsahara. Er erinnerte daran, dass Ägypten an der vom Königreich Marokko und den Vereinigten Staaten organisierten internationalen Konferenz zur Unterstützung des Autonomieplans im Januar 2021 teilgenommen habe, und er betonte, dies sei auch weiterhin die ägyptische Position bezüglich der Unterstützung der territorialen Integrität Marokkos. Eine Position die auch nicht angezweifelt oder uminterpretiert werden könne.

Ägypten wendet sich nicht vollständig gegen Marokko

Damit bleibt Kairo Teil der zunehmenden Unterstützung für die Haltung Marokkos, die weiterwächst und durch die Anerkennung der Westsahara als marokkanisches Hoheitsgebiet durch die USA im Jahr 2020 an Dynamik gewann. Das Interviews mit Botschafter Yasser Mustafa Kamal Othman wurde von hesspress praktisch zeitgleich zum Staatsbesuch des algerischen Präsidenten Abdelmajid Tebboune in Ägypten veröffentlicht, was sicherlich kein Zufall ist.

Algerien ist der wichtigste und größte Unterstützer der Frente Polisario in ihrem bewaffneten Kampf gegen Marokko, um eine unabhängige Westsahara. Durch die weiterwachsende Unterstützung für Marokko, das weiterhin an der umfassenden internationalen Anerkennung seiner Hoheit über das Gebiet arbeitet, gerät Algerien unter Druck. Das größte Flächenland Afrikas und direkter Rivale Marokkos, um die Dominanz in Nordafrika, war bestrebt, den kommenden Gipfel der Arabischen Liga dazu zu nutzen, um Rabat anzuklagen und unter Druck zu setzen. Neben der mutmaßlichen Besatzung der Westsahara, bezichtigt Algier Rabat der feindlichen Handlungen und des Verrats an der Palästinensischen Sache durch die Normalisierung der Beziehungen zu Israel. Das Feindbild Marokko wird vom algerischen Regime benötigt und genutzt, um innenpolitische Probleme zu überdecken. Eine Unterstützung von Außen soll dem Bild von einem feindlich gesinnten Nachbarn mehr Glaubwürdigkeit verleihen.

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Doch Rabat reagierte strategisch erfolgreich und scharrte seine Unterstützer in der afrikanischen Liga und im Golf Kooperationsrat um sich. Während Algerien versuchte die Unterstützung für Marokko in der arabischen Welt zu verringern, kann sich Marokko darauf konzentrieren, die SADR aus der afrikanischen Union ausschließen zu lassen, da es an der arabischen Front keine Werbeaktionen für sich durchführen muss.

Algerien kann Ägypten nicht als Unterstützer gegen Marokko gewinnen.

Der Staatsbesuch von Präsident Tebboune in Kairo sollte dazu dienen, einen ehemaligen Unterstützer wieder für die eigene Sache zu gewinnen. In der Mitte des letzten Jahrhunderts stand Ägypten eher an der Seite Algeriens, hatte Kairo doch Algerien unter anderem bei den Grenzkonflikten, den sogenannten Sandkriegen, gegen Marokko unterstützt. Die politische Intention von Präsident Tebboune muss vor dem Hintergrund der Aussagen des ägyptischen Botschafters in Rabat als gescheitert bewertet werden. Während Algerien eine vom Freiheitskampf der 1960er Jahre inspirierte Ideologie und ein ungenaues Versprechen zum Ausbau von Wirtschaftsbeziehungen anzubieten hat, punktet Marokko in Ägypten mit einem kürzlich vereinbarten Freihandelsabkommen sowie der gemeinsamen Nähe zu den USA. Kairo will es sich darüber hinaus auch nicht mit den benachbarten Golfstaaten verscherzen, die hinter Marokko stehen und ebenfalls die Beziehungen mit Israel normalisieren, genau wie Ägypten dies bereits vor Jahrzehnten getan hat. Ein Anklagepunkt Algeriens bei einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga mit Bezug auf die Beziehungen zu Israel, würde viele arabische Länder inkl. Ägypten treffen.

Algerien – Präsident Tebboune zu Staatsbesuch in Ägypten

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