Marokko – Algerischer Justizminister überbringt Einladung zum arabischen Gipfel.

Marokkanischer König seit 2005 nicht mehr bei einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga persönlich erschienen.

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Justizminister Abderrachid Tebbi übergab Außenminister Nasser Bourita die persönliche Einladung an König Mohammed VI. zum arabischen Gipfel / Arabische Liga in Algier

Rabat – Es ist sicherlich ein denkwürdiger Besuch, der heute, 27. September 2022, in der marokkanischen Hauptstadt Rabat stattgefunden hat.

Mit einer offiziellen Regierungsmaschine landete der algerische Justizminister Abderrachid Tebbi auf dem Flughafen Rabat-Salé. In seinem Gepäck die persönliche Einladung an den marokkanischen König, Mohammed VI., zum arabischen Gipfel, der Anfang November 2022 in der algerischen Hauptstadt Algier stattfinden soll. Als persönlicher Abgesandter übergab der algerische Justizminister die Einladung an den Monarchen stellvertretend an den marokkanischen Außenminister Nasser Bourita.

Dies bestätigte das marokkanische Außenministerium in einer Presserklärung auf der eigenen Webseite, über die staatliche Nachrichtenagentur MAP und in den sozialen Netzwerken.

„Der Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner, Nasser Bourita, empfing am Dienstag, den 27. September, den Justizminister und Siegelbewahrer der Demokratischen Volksrepublik Algerien, Abderrachid Tebbi, Abgesandter Seiner Exzellenz des algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune, an SM den König“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. Weiter heißt es: „Der Gesandte des algerischen Präsidenten übergab das an SM König Mohammed VI. gerichtete Einladungsschreiben, um den Beratungen des Arabischen Gipfels beizuwohnen, der für den 1. und 2. November 2022 in Algerien geplant ist.“

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Marokkanischer König seit 2005 nicht mehr bei einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga persönlich erschienen.

Der Besuch des algerischen Justizministers kann als besonders bezeichnet werden. Seit vergangenem Jahr sind die offiziellen diplomatischen Beziehungen unterbrochen und die Anfeindungen haben sich seitdem gehäuft.

Mehrfach hat Algier dem Königreich Marokko feindliche Handlungen vorgeworfen und Rabat sogar für Waldbrände in Algerien verantwortlich gemacht. Marokko hat die diplomatischen Bemühungen zur internationalen Anerkennung des Hoheitsanspruchs über die Westsahara / marokkanische Sahara erfolgreich intensivieren können, was zu Lasten der Frente Polisario geht, die im bewaffneten Kampf gegen Marokko, um eine unabhängige Westsahara, vor allem von Algerien umfassend unterstützt wird.
Ein Konflikt, der die Maghreb-Union in ihrer Entwicklung blockiert und zu teils gefährlichen Spannungen zwischen Algier und Rabat führt.

Zuletzt hatte König Mohammed VI. in seinen Ansprachen mehrfach die Hand zum Dialog in Richtung Algier ausgestreckt und bei den Waldbrandkatastrophen auch Löschflugzeuge seinem Nachbarn angeboten, was entweder ausgeschlagen wurde oder unbeantwortet geblieben ist.

Der heutige Besuch von Justizminister Abderrachid Tebbi ist der erste direkte Kontakt auf Regierungsebene, seit Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Algerien.

Marokko und sein König pflegen enge Beziehungen zu den Golfstaaten und weiteren Mitgliedern der Arabischen Liga, wie Jordanien. Dennoch macht sich der marokkanische König bei den Gipfeltreffen selten. Der marokkanische Herrscher hat seit dem Gipfeltreffen 2005 in Algier nicht mehr an einem arabischen Gipfel persönlich teilgenommen, sondern ließ sich entweder vom amtierenden Premierminister oder von seinem Bruder, Moulay Rachid, vertreten. Im Jahr 2018 entschuldigte sich das Königreich sogar dafür, dass es die 27. Tagung, die ursprünglich in Marokko stattfinden sollte, nicht ausgerichtet hatte, worauf sie nach Mauretanien verlegt wurde.

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