Marokko – Außenminister Bourita bestreitet Kenntnis über Kushner – Plan.

Bourita: Marokko wurde über den Friedensplan von Kushner „nicht informiert".

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Bourita
Marokkanischer Außenminister Nasser Bourita

Beim Besuch von Jarad Kushner wurden nur die bilateralen Beziehungen besprochen, so Nasser Bourita.

Rabat – Bei einer Pressekonferenz, anlässlich des Besuches des französischen Außenministers, wurde Nasser Bourita nach Details zum angekündigten US – Friedensplans für den Nahen Osten gefragt. Zum Ende des Ramadan besuchte der Schwiegersohn und Sonderberater von US – Präsident Donald Trump das Königreich. Jarad Kushner befand sich auf einer begrenzten Rundreise und besuchte neben Marokko auch Jordanien und Israel, bevor er in der Schweiz an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz nahe Montreux teilnahm. US-Präsident Donald Trump hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass man einen neuen Friedensplan, für den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, nach dem für Muslime heiligen Monat Ramadan, vorstellen wolle. Einem Friedensplan, an dem Jarad Kushner seit seiner Ernennung zum Sonderberater, arbeiten soll. Auf Nachfrage von Journalisten verneinte der marokkanische Außenminister, dass bei dem Besuch von Kushner in Rabat über den Friedensplan gesprochen wurde.

Bourita: Marokko wurde über den Friedensplan von Kushner „nicht informiert“.

Nach Angaben des marokkanischen Außenministers diskutierten König Mohammed VI. und der US-Sonderberater Jared Kushner, am 29. Mai in Rabat, lediglich die bilateralen Beziehungen zwischen Marokko und den Vereinigten Staaten sowie regionale Fragen. Auch wenn Jared Kushner wegen seines Friedensplans für den Nahen Osten in die marokkanische Hauptstadt gekommen sein sollte, hatte er nur Gelegenheit, „die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern (Marokko und den Vereinigten Staaten) sowie die jüngsten Entwicklungen in der Region (Nahen Osten) zu diskutieren“, sagte Nasser Bourita. Auf die Rückfrage nach Details zum angekündigten Friedensplans Washingtons antwortete der Außenminister: „Marokko wurde über keinen Friedensplan informiert und wird erst entscheiden, wenn es die Details dieser Initiative kennt“. Er fügte hinzu, dass die Position Marokkos zu diesem Thema „bekannt“ sei, ohne sie erneut zu konkretisieren.

König
Quelle MAP – König Mohammed VI. und Jarad Kushner in Salé

Französischer Außenminister stützt die Aussage von Nasser Bourita.

Der französische Außenminister, der sich auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Nasser Bourita der gleichen Frage gestellt hatte, sagte seinerseits, dass er die Einzelheiten dieser amerikanischen Initiative, trotz des Treffen zwischen US-Präsidenten Donald Trump und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am 6. Juni, nicht kenne. Der Leiter der französischen Diplomatie sagte auch, dass Frankreich und Marokko die gleiche Position teilen. Beide Staaten plädieren für eine „Zwei-Staaten-Lösung, mit der gemeinsamen Hauptstadt Jerusalem“.

Außenminister
Quelle marokkanisches Außenminister – Französischer Außenminister Le Drian und marokkanischer Außenminister Bourita

Hat Marokko tatsächlich keine Kenntnis über den Kushner-Plan?

Diese Aussagen sollen darauf hindeuten, dass der Friedensplan während des Treffens zwischen Jared Kushner und Mohammed VI. zu keinem Zeitpunkt erwähnt wurde. König Mohammed VI. sowie die marokkanische Bevölkerung fühlen sich den Palästinensern sehr verbunden. Der marokkanische König ist auch Vorsitzender des Al Quds Komitees, das sich im Auftrag der islamischen Welt für einen freien Zugang zu Jerusalem (Al Quds) einsetzt. Eine Einbeziehung von Marokko in die Vorbereitungen wäre daher sinnvoll.

Wenige Tage nach dem Treffen zwischen Jared Kushner und Mohammed VI. begrüßte der jordanische Monarch Abdullah II. die von Marokko vertretene Haltung mit den Worten: „Die jordanische Position ist die gleiche (Anmerkung des Autors: wie die von Marokko). Gemeinsam werden wir uns allen Herausforderungen stellen. Ich zolle meinem Bruder und Cousin, Mohammed VI., dem marokkanischen Herrscher, meinen Respekt und meinen Dank. Es gibt keine bessere Position, als seine in Bezug auf Al Quds“.

Ende Juni vorbereitende Konferenz in Bahrain

Die Vereinigten Staaten werden die wirtschaftliche Komponente ihres Nahost-Friedensplans am 25. und 26. Juni in Bahrain vorstellen. Das Treffen wird wahrscheinlich von palästinensischer Seite boykottiert. Die Golfstaaten und Saudi Arabien haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Zu einer möglichen Teilnahme von marokkanischer Seite wurde nichts bekannt. Gewöhnlich nimmt König Mohammed VI. an solchen Treffen nicht persönlich Teil, sondern entsendet einen hochrangigen Regierungsvertreter oder seinen Bruder, Moulay Rachid.

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