Marokko – Außenministerium bittet Algerien um offizielle Reaktion auf Dialogangebot.

Algerischer Botschafter zum Gespräch ins marokkanische Außenministerium eingeladen.

Außenministerium
Außenminister Nasser Bourita

Algerischer Botschafter zum Gespräch ins Außenministerium in Rabat eingeladen.

Rabat – Der marokkanische Minister für auswärtige Angelegenheiten und Zusammenarbeit, Nasser Bourita, empfing heute den algerischen Botschafter in Marokko, in Rabat. Marokko drängt drauf, dass Algerien sich offiziell zum vom König Mohammed VI. geäußerten Dialogangebot äußert. In seiner Rede vom 6. November 2018 hatte König Mohammed VI. die algerische Regierung dazu eingeladen in einen direkten Dialog mit dem Königreich einzutreten, um alle bestehenden Konflikte bilateral zu beraten und zu klären. Seit mehr als zehn Tagen hat Marokko nach eigenen Angaben zahlreiche „formelle und informelle“ Schritte zur „Kontaktaufnahme mit den algerischen Behörden auf Ministerebene“ eingeleitet. Wie ein Sprecher des Außenministeriums bestätigt waren diese Versuche bisher erfolglos.

Die einzige algerische Reaktion auf das Dialogangebot von König Mohammed VI. waren einige ablehnende Aussagen einer anonymen Quelle gegenüber der Nachrichtenseite TSA. Nach dem heutigen Gespräch mit dem algerischen Botschafter gab das marokkanische Außenministerium eine Erklärung ab, die über die marokkanisch-staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde

Marokkanisches Außenministerium stellt folgendes fest.

„1. Der Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Nasser Bourita, traf heute im Sitz des Ministeriums mit dem Botschafter der Demokratischen Volksrepublik Algerien in Rabat zusammen.

2. Dieses Treffen folgt mehreren formellen und informellen Versuchen, die vergeblich über einen Zeitraum von zehn Tagen stattgefunden haben, um Kontakte zu den algerischen Behörden auf Ministerebene herzustellen.

3. Während des Treffens mit dem algerischen Botschafter in Rabat bekräftigte der Minister den Wunsch des Königreichs Marokko, die offizielle Reaktion der algerischen Behörden, auf die von seiner Majestät König Mohammed VI., möge Allah im beistehen, am 6. November vorgestellte und angekündigte Initiative zur Schaffung eines politischen Mechanismus für einen Dialog und für Konsultation mit Algerien, zu erfahren.

4. Diese königliche Initiative – die von einer Vielzahl von Ländern sowie regionalen und internationalen Organisationen begrüßt wurde – ist das Ergebnis des aufrichtigen Wunsches, einen Rahmen für einen direkten und integrativen bilateralen Dialog zu schaffen, alle Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern zu lösen, ihre Zusammenarbeit wieder aufzunehmen und Konsultationen über regionale und transnationale Herausforderungen einzuleiten.

5. Wie Seine Majestät, der König, möge Allah ihm beistehen, betont hat, bleibt das Königreich offen und aufmerksam gegenüber allen Vorschlägen aus Algerien bezüglich der Ebene, der Ausgestaltung, der Agenda, der Modalitäten und des Tempos dieses bilateralen Dialogs.

6. Marokko nahm ferner das Schreiben des Generalsekretärs der Union des Arabischen Maghreb vom 23. November 2018 zur Kenntnis, in dem er über die Anträge Tunesiens und Algeriens auf Abhaltung einer Sitzung des Rates der Außenminister der UAM informierte. In diesem Zusammenhang erklärte Herr Bourita Folgendes:

– Der algerische Antrag steht in keinem Zusammenhang mit der königlichen Initiative. Diese ist rein bilateral, während der algerische Ansatz Teil der Wiederbelebung des regionalen Aufbaus ist.

– Der Zustand der Lethargie, den die UAM seit Jahren erlebt, ist im Wesentlichen auf die Anomalie der marokkanisch-algerischen Beziehungen zurückzuführen, die nur im Rahmen des bilateralen Dialogs, direkt und ohne Vermittler, angegangen werden können.

– Darüber hinaus haben die UAM und ihre Mitgliedstaaten bis letzte Woche ständig zu einem marokkanisch-algerischen Dialog aufgerufen, um ihre Unterschiede im Geiste der guten Nachbarschaft und des gemeinsamen Bestrebens zu überwinden, um die Beziehungen auf das von allen fünf brüderlichen Maghreb-Völkern erwartete Niveau anzuheben.

– Marokko hat grundsätzlich keine Einwände, eine Sitzung des UAM – Außenministerrates abzuhalten. Das Königreich hat zudem konstruktiv auf den Vorschlag Tunesiens reagiert, einen Kongress der fünf Außenminister des Maghrebs stattfinden zu lassen. Dennoch kann Marokko nur bezweifeln, dass dieses 35. Ministertreffen ohne gute Vorbereitung und einen verantwortungsvollen direkten Dialog zwischen zwei UAM – Mitgliedstaaten greifbare Ergebnisse erzielen kann, die sich von den bisherigen 34 unterscheiden.

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7. Das Königreich Marokko ist zwar weiterhin entschlossen, den Aufbau des Maghreb auf gesunden und soliden Grundlagen wiederzubeleben, bekräftigt aber seine Forderung an die algerischen Behörden, ihre Reaktion auf die Königliche Initiative zur Schaffung eines bilateralen politischen Dialogs und Konsultationsmechanismus offiziell bekannt zu geben.

8. Marokko kann nur bedauern, dass diese Einladung noch nicht die erwartete Antwort erhalten hat, obwohl sie immer von Algerien selbst gefordert wurde. Trotz dieser Wahrnehmung bleibt das Königreich offen und optimistisch für die Zukunft der Beziehungen zwischen den beiden Brüderstaaten. In einer Zeit, in der sich andere Ansätze (regionaler Rahmen, Vermittler usw.) als erfolglos erwiesen haben, hofft Marokko nach wie vor, dass direkte menschliche Kontakte die richtige Antwort auf bilaterale Unterschiede sein werden.

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