Marokko – Bourita bezeichnet Algerien als wahre Konfliktpartei in der Westsahara.

Marokko beschuldigt Algerien die Ernennung eines neuen UNO – Gesandten zu behindern.

2338
Außenminister
Quelle marokkanisches Außenministerium - Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner - Nasser Bourita

Am Rande der Eröffnung des senegalesischen Konsulats in Dakhla reagierte der marokkanische Außenminister auf seinen algerischen Amtskollegen.

Dakhla – Der verbale Schlagabtausch über die Medien zwischen Algerien und Marokko geht in die nächste Runde. Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarn wachsen seit Monaten an. Streitapfel ist vordergründig die Westsahara.

Die gestrige Stellungnahme des marokkanischen Außenministers, Nasser Bourita, kommt zwei Tage nach Äußerungen seines algerischen Amtskollegen Sabri Boukadoum. Gegenüber den algerischen Medien hatte der Chef der algerischen Diplomatie auf den Sahara-Konflikt Bezug genommen und erneut die Aufnahme „direkter und ernsthafter Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien, Marokko und der Polisario-Front“ gefordert. Diese alte Forderung wurde im Zusammenhang mit der Kritik an der UNO wiederholt. Algerien kritisiert, dass es seit Anfang 2019 nicht gelungen sei, einen neuen persönlichen UN-Gesandten für den Westsaharakonflikt zu ernennen.

Bourita nennt Algerien als wahre Konfliktpartei in der Westsahara.

Während die Polisario kürzlich die Aufnahme der SADR (Demokratische Arabische Republik Sahara DARS) in die UNO forderte und die internationale Gemeinschaft vehement auf die Ernennung eines neuen persönlichen Gesandten des UN-Generalsekretärs für die Sahara drängte, erläuterte Bourita am 5. April 2021 die Sicht Marokkos erneut. Dabei sprach er seinen algerischen Amtskollegen direkt an. „Mein algerischer Amtskollege sprach über viele Themen. Man könnte meinen, dass dieses Thema (Anm. des Autors „Westsahara“) die Raison d’être (Daseinsberechtigung oder Staatsräson) der algerischen Diplomatie ist. Zum ersten Mal stimme ich zu. Es ist notwendig, dass sich die beiden wirklich an diesem Konflikt beteiligten Parteien an den Verhandlungstisch setzen. Dies sind eindeutig Marokko und Algerien. Algerien ist eine Konfliktpartei und beweist dies täglich, sei es durch Erklärungen, Positionen oder Entscheidungen“, betonte der marokkanische Außenminister. Damit wiederholte er Marokkos Position, die seit 2018 gilt und die König Mohammed VI. in seiner Rede definierte und mit einem direkten Gesprächsangebot in Richtung Algier verbunden hatte.

Marokko beschuldigt Algerien die Ernennung eines neuen UNO – Gesandten zu behindern.

Zuletzt hatte der deutsche Bundespräsident a.D. Dr. Horst Köhler alle Beteiligten Parteien, Algerien, Marokko, Mauretanien und die Polisario, an einen Tisch bekommen. Doch seit seinem Rückzug 2019 konnte der Posten nicht wieder neu besetzt werden. Das UNO – Verfahren sieht vor, dass die vereinten Nationen einen Vorschlag machen und die Parteien dieser Person zustimmen müssen. Bisher hatte man den Eindruck, dass die UNO keinen geeigneten Kandidaten gefunden hat.

Allerdings hat Marokko wohl bereits einem Kandidaten für die Nachfolge von Dr. Köhler zugestimmt. Das zumindest deutete Nasser Bourita in Dakhla an.

„Wir müssen uns fragen, wer den politischen Prozess (unter der Leitung des persönlichen Gesandten des UN-Generalsekretärs, Anm. d. Red.) bremst. Marokko hat sich dem Vorschlag des Generalsekretärs in dieser Hinsicht angeschlossen. Wer bremst den politischen Prozess, wenn es nicht Marokko ist? Die Position Marokkos war in dieser Hinsicht immer klar. Die Vorschläge des Generalsekretärs werden von Marokko stets geprüft. Wir müssen also die Frage stellen: Wer verhindert die Ernennung eines neuen persönlichen Gesandten?“, sagte Nasser Bourita, während er versicherte, dass für Marokko die Lösung des Sahara-Konflikts durch einen politischen Prozess weiterhin wichtig ist.

Algerien beliefere Polisario mit Waffen und habe das Ende des Waffenstillstands gewollt.

Der Minister beschuldigte auch Algerien, die Polisario mit Waffen zu versorgen und den Zusammenbruch des Waffenstillstandes mit provoziert zu haben. Für Nasser Bourita müssen auch die internationalen Gremien für die Klärung der Sachlage aktiv werden. „Der Sicherheitsrat und die internationale Gemeinschaft müssen den Umdeutungen ein Ende setzen, wer den Waffenstillstand schützt und wer ihn zum Brechen gebracht hat“, sagte er weiter und bezog sich damit unmissverständlich auf die von Marokko aufgelöste Blockade der Transitstraße nach Mauretanien durch die militärische Pufferzone bei Guerguerat durch Elemente der Polisario. „Wer erleichtert die Mission von MINURSO und wer verhindert sie?“, fragte der marokkanische Außenminister rhetorisch weiter, bevor er hinzufügte, dass die internationale Gemeinschaft „die Verantwortlichkeiten klar definieren“ müsse.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Empfohlener Artikel