Marokko – Boykott – Kampagne zwingt Premierminister zu Stellungnahme.

Premierminister El Othmani entschuldigt sich für die Äußerungen seiner Minister.

El Othmani entschuldigt sich bei Boykott – Aktivisten für Äußerungen von Ministern im Parlament.

Rabat – Seit Ende April wird in den sozialen Netzwerken zum Boykott von drei Produkten aufgerufen. Die Marokkanerinnen und Marokkaner sollen die Produkte von Danone Centrale, Sidi Ali und Afriquia nicht kaufen, weil die Hersteller ihre Marktmacht für ungerechtfertigte Preissteigerungen nutzen würden. Fast einen Monat lang hat sich der Premierminister aus der Debatte meist herausgehalten. Einzige Sorge des Regierungschefs waren die Milchbauern, die Danone beliefern und vom Boykott der Milchmarke Central bedroht wären. In der Zwischenzeit griffen mehrere Minister vor allem die Boykott – Kampagne und die Bürger an. Der Regierungssprecher stellte sich klar auf die Seite der Unternehmen und drohte sogar den Initiatoren juristische Konsequenzen an. In der gestrigen Sitzung vor dem Parlament stellte sich nun der Regierungschef den Abgeordneten und bat die Bürgerinnen und Bürger um Entschuldigung für die Äußerungen seiner Minister

„Regierung hat sich nie gegen die Interessen der Bürger gestellt“.

Die Regierung sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, eher auf Seiten der Unternehmen zu sein und sogar die Bürgerinnen und Bürger in beleidigender Form angegriffen zu haben. Tatsächlich hatte Finanz und Wirtschaftsminister Mohamed Boussaid in Richtung Aktivisten den Begriff „Narren“ verwendet. Der Minister für Landwirtschaft und Fischerei Aziz Akhannouch verurteilte ebenfalls den Boykott und behauptete, dass der Boykott wirkungslos sei. In der Stellungnahme des Premierministers in der Fragestunde vor dem Parlament, der sich die Regierung monatlich stellen muss, sagte El Othmani, dass „die Regierung nicht gegen die Interessen der Bürger sein kann, wie einige denken. Die Regierung hat sich nie gegen die Interessen der Bürger gestellt“. Mit Bezug auf den anstehenden Beginn des für Muslime heiligen Monats Ramadan, rief er die Bevölkerung dazu auf den Boykott zu beenden und im Sinne von Toleranz und Vergebung in die Zukunft zu schauen.

Premierminister El Othmani entschuldigt sich für die Äußerungen seiner Minister.

Der Regierungschef entschuldigte sich im Parlament für die Äußerungen einiger Minister in seiner Regierung und betonte, dass sein Kabinett seiner Verantwortung zum Schutz der Verbraucher nachkommt. El Othmani erklärte, dass seine Regierung auch dafür verantwortlich sei, die Würde der Bürger, der Produzenten und der Verbraucher gleichermaßen zu wahren. Er fügte hinzu, dass die Regierung die Kampagne verfolgt und eine Reihe von Maßnahmen umsetzt, um den geäußerten Bedürfnissen und Wünschen gerecht zu werden und den Schutz der Kaufkraft der Bürger zu gewährleisten.