Marokko – Designierter deutscher Botschafter vor möglicher Bestätigung durch Marokko

Vorsichtige Schritte in der Bewältigung der diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Marokko

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Flagge Marokko und Deutschland

Designierter deutscher Botschafter, Herr Thomas Peter Zahneisen, soll noch bis Ende der Woche vom marokkanischen Außenministerium bestätigt werden. Marokkanische Botschafterin, Frau Zohour Alaoui, könne ihre Arbeit in Berlin in Kürze wieder auf.

Rabat – In Kürze könnte ein erster konkreter Schritt in dem Prozess der Annäherung zwischen Deutschland und Marokko erfolgen. Am vergangenen Montag (10. Januar 2022) berichteten marokkanische Medien darüber, dass das marokkanische Außenministerium bereits signalisiert hätte, dass man den neuen designierten deutschen Botschafter in Rabat, Herr Thomas Peter Zahneisen, in kürze bestätigen würde.

Nach sieben Monaten der diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern und einem nahezu vollständigen Kommunikationsabbruchs habe Marokko endlich beschlossen, grünes Licht zu geben. Sobald der neue deutsche Botschafter in Rabat eingetroffen ist, wird die marokkanische Botschafterin in Deutschland, Zohour Alaoui, ihrerseits bald ihren Posten in Berlin antreten, so unter anderem das Nachrichtenportal Le360, unter Berufung auf Quellen im marokkanischen Außenministerium.

Nach Angaben von hespress (12. Januar 2022) habe die deutsche Botschaft in Rabat, die Zulassung des neuen Botschafters bestätigt. „Wir haben uns sehr über die Zustimmung zu Botschafter Thomas Peter Zahneisen gefreut“, habe die Deutsche Botschaft gegenüber hespress mitgeteilt.

„Die neue Bundesregierung hat in den letzten Wochen an Neubesetzungen wichtiger diplomatischer Ämter gearbeitet. Aus diesem Grund wird in Kürze ein neuer Akkreditierungsantrag gestellt, um den Posten des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland im Königreich Marokko zu besetzen“ , so die Botschaft gegenüber hespress weiter.

Das deutsche Auswärtige Amt in Berlin hat auf Nachfrage von Maghreb-Post den Vorgang weder bestätigt noch dementiert. Auch die Sprecherin des deutschen Auswärtigen Amts, Frau Sasse, lehnte eine Kommentierung der marokkanischen Berichterstattung, in der heutigen (22. Januar 2022) Bundespressekonferenz (Regierungspressekonferenz), ab.

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Vorsichtige Schritte in der Bewältigung der diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Marokko

Die marokkanische Regierung ist weiterhin vorsichtig, bei der Bewertung der Signale aus Berlin. Die Gründe für den Abbruch der Kommunikation und den Abzug der marokkanischen Botschafterin aus Berlin sowie die Blockadehaltung bei der Bestätigung des designierten deutschen Botschafters waren aus Sicht Rabat nicht nur schwerwiegend, sondern beschädigten das Vertrauen tiefgreifend. Grundsätzlich genoss Deutschland einen guten Ruf im Königreich und bei der marokkanischen Diplomatie und man hat es sich im marokkanischen Außenministerium, sicherlich mit Rückendeckung des königlichen Kabinetts, nicht leicht gemacht, sich gegen das größte Land der EU zu stellen.

Doch die ersten Signale aus Berlin, nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung sowie das Schreiben des deutschen Bundespräsidenten an König Mohammed VI. zum Jahreswechsel haben in Rabat die Bereitschaft aufkommen lassen, den Kommunikationsfaden wieder aufzunehmen. Man bleibt in Rabat aber weiterhin Vorsichtig, da man sehr genau trennt zwischen neuen Formulierungen oder einer veränderten Tonalität und den konkreten Aktionen sowie dem deutschen Umgang mit Marokko und seinen Interessen. Es ist davon auszugehen, dass noch für eine lange Zeit der Ton zwischen beiden Ländern freundlich aber professionell sein wird.

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