Marokko – Deutsche Botschaft macht auf stark eingeschränkte konsularische Unterstützung aufmerksam.

Diplomatische Eiszeit zwischen Berlin und Rabat dauert an.

4754
Deutschland
Deutscher Botschafter in Marokko - Dr. Götz Schmidt-Bremme

Deutschen Staatsbürgern wird empfohlen, die Aufenthaltsdauer von 90 Tagen in Marokko nicht zu überschreiten.

Rabat – Nur wenige Tage vor dem Beginn der partiellen Grenzöffnung für Reisende von bzw. nach Marokko, am 15. Juni 2021, erinnert die deutsche Botschaft in Rabat an die ausgesetzte diplomatische Kommunikation mit den marokkanischen Behörden. In einer am 10. Juni 2021 veröffentlichten Erklärung, auf der Website des Auswärtigen Amte, informiert die deutsche Botschaft in Rabat ihre in Marokko lebenden deutschen Staatsbürger und Reisende daran, dass die Aussetzung der direkten Kommunikation zwischen der deutschen Botschaft und den marokkanischen Behörden zu starken Einschränkungen bei der konsularischen Betreuung führt. „Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass eine konsularische Unterstützung durch die deutsche Botschaft Rabat derzeit nur stark eingeschränkt geleistet werden kann.“, heißt es dazu. Die deutsche Botschaft weist darauf hin, dass diese Kommunikationseinschränkungen auch die Kontakte zum Justizministerium und zu Haftanstalten betreffen.

Deutsche Botschaft reagiert auf ihr gemeldete Probleme mit marokkanischen Behörden.

Bereits kurze Zeit nach dem Kommunikationsabbruch zur deutschen Botschaft durch das marokkanische Außenministerium, am 1. März 2021, machte die deutsche diplomatische Vertretung in Rabat auf potentielle Einschränkungen ihrer Möglichkeiten aufmerksam. Die neuerliche Erklärung vom gestrigen Donnerstag steht anscheinend im Zusammenhang mit mehreren Erfahrungen deutscher Staatsbürger, die sich für längere Zeit in Marokko aufhalten wollten oder mussten und denen man mutmaßlich von Seiten der zuständigen marokkanischen Stellen, ohne Angaben von Gründen, eine Verlängerung des Aufenthaltsvisums verweigert haben soll.

Darum empfiehlt die deutsche Botschaft in Rabat deutschen Staatsbürgern nicht länger als die in Marokko gesetzlich erlaubten 90 Tage im Königreich zu bleiben, um nicht in aufenthaltsrechtliche Probleme zu geraten, bei denen man die eigenen Staatsbürger nicht unterstützen könne.

Diplomatische Eiszeit zwischen Berlin und Rabat dauert an.

Die neuerliche Erklärung der deutschen Botschaft in Rabat, unter der Leitung des Botschafters Dr. Götz Schmidt-Bremme, weist darauf hin, dass die diplomatische Eiszeit zwischen Berlin und Rabat andauert und Tauwetter wohl nicht in Sicht ist. Obwohl Marokko offiziell die Kommunikation nur mit der deutschen Politik und ihren Vertretern in Marokko (auch Parteien und Stiftungen) ausgesetzt hat und Reisende sowie Unternehmen nicht betroffen sein sollen, melden immer mehr Gruppen, dass die Praxis im Königreich doch etwas anders läuft. Auch deutsche Unternehmen und Handelsorganisationen berichten bei vertraulichen Gesprächen über Einschränkungen ihrer Aktivitäten. So verlangsamen sich Behördenreaktionen spürbar und auch im Business to Business Kontakt zeigen sich marokkanische Unternehmen zurückhalten, bei der Vergabe oder Annahme von Aufträgen im Zusammenhang mit deutschen Unternehmen. Das jetzt auch Privatleute betroffen sein sollen, wie die deutsche Botschaft in Rabat ausdrücklich beschreibt, wäre eine bedauerliche Entwicklung, in dem für seine Gastfreundschaft bekannte Land.

Marokko – Außenministerium verfügt Abbruch der Zusammenarbeit mit Deutscher Botschaft in Rabat.

Empfohlener Artikel