Marokko – Entscheidung über Grenzöffnung nach dem 10. Juni.

Ausland teils ebenfalls mit geschlossenem Luftraum

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Düsseldorf
Flugreisen

Spekulationen über baldige Grenzöffnung von Regierungsseite nicht bestätigt.

Rabat – Bis zum 10. Juni gilt in dem nordafrikanischen Königreich der im März ausgerufene Gesundheitsnotstand weiter. Von den ergriffenen Maßnahmen, wirkt sich für Marokko vor allem die Grenzschließung für den Personenverkehr negativ aus. Das Coronavirus SARS-COV 2 wurde von Touristen aus Frankreich und im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkanern MREs aus Italien und Spanien eingeführt. In folge dieser Erfahrung schottete sich Marokko ab. Vor allem der Flugverkehr wurde, sowohl bezogen auf das Ausland, aber auch im Inland, vollständig eingestellt. Das hatte dramatische Folgen für eine große Anzahl von nun gestrandeten Touristen und MREs, aber auch für Marokkaner mit ständigen Wohnsitz im Königreich, die im Ausland festsitzen. Hinzu kommt, dass die meisten Länder der Welt in ähnlicher Weise gehandelt haben. Marokko ist damit in dem wichtigen Tourismussektor besonders getroffen.

Spekulationen über Öffnung des Luftraums zum 15. Juni 2020.

Während der Gesundheitsnotstand am 10. Juni enden oder es zu weiteren Lockerungen im Alltag kommen könnte, bleibt, nach jetzigem Stand, der marokkanische Luftraum bis zum 15. Juni 2020 geschlossen. Die weiterhin gültige NOTAM – Meldung der marokkanischen Regierung an die internationalen Luftfahrtorganisationen und Fluggesellschaften, sieht die Aussetzung des Luftverkehrs bis zum genannten Datum vor. Nach marokkanischen Medienberichten hat die Regierung in Rabat, diese Meldung bis heute nicht aktualisiert bzw. verlängert. Zugleich wurden Aktivitäten der Flughafenbetreiber in Oujda, Tanger und Rabat beobachtet, die die Spekulationen nährten, dass sich das Königreich auf die Öffnung des Luftraums vorbereitet. Derzeit sind nur die Flughäfen Casablanca und Marrakech bedingt Einsatzfähig und wickeln, neben Sonderflüge für im Ausland lebende Personen, voranging Frachtverkehr ab.

Keine Entscheidung vor dem 10. Juni

Das Nachrichtenportal Medias24 zitiert aktuelle Aussagen von Beamten in der marokkanischen Regierung, die die Spekulationen, um eine baldige Öffnung des Luftraums und der Landesgrenzen, dämpften. Obwohl erste Fluggesellschaften bereits Flüge nach Marokko anbieten wollen, darunter IBERIA, Lufthansa und Ryanair und vor allem nach Casablanca, Marrakech und Agadir, scheint es noch keine Entscheidung zu geben. Medias24 beruft sich auf Quellen bei der DGAC (Generaldirektion für Zivilluftfahrt) und dem Luftfahrtministerium, dass die Entscheidung zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs in der alleinigen Verantwortung der Regierung sieht, „die schnell eine Entscheidung treffen sollte, um einen Teil der touristischen Sommersaison zu retten und die CNT (Rat des nationalen Tourismussektor) zufriedenzustellen, die einen Mangel an Sichtbarkeit anprangert“.

Sonnenuntergang am Stand
Sonnenuntergang am Stand von Agadir mit dem Blick auf den Atlantik

Ausland teils ebenfalls mit geschlossenem Luftraum

„In dem Wissen, dass Länder wie Spanien erst am Ende ihrer Eindämmungsmaßnahmen, im Kampf gegen das Coronavirus, die Wiederaufnahme ihrer Flugverbindungen und die Öffnung ihrer Grenzen für Ausländer angekündigt haben, muss daher bis zum 10. Juni gewartet werden, um den Beginn einer Wiederaufnahme des Flugverkehrs festzulegen, aber die fortgeschrittenen Vorbereitungen der ONDA (Flughafengesellschaft) zur Wiedereröffnung ihrer Flughäfen bestätigen dieses Szenario zunehmend“.

Deutschland hat bereits angekündigt, die noch gültige weltweite Reisewarnung deutlich nach dem 15. Juni abzuschwächen. Dabei will man sich bei Reiselockerungen auf den innereuropäischen Raum und auf Lände mit entsprechenden Vereinbarungen und nachweislichen Hygiene- und Schutzkonzepte konzentrieren. Reisen außerhalb des EU-Raums werden dann, unter vollem Risiko der Reisenden stattfinden müssen.

Marokko noch ohne Konzept für den Umgang mit Einreisenden.

Neben den im Ausland gestrandeten marokkanischen Staatsbürgern und den erhofften Touristen wünschen sich vor allem in Ausland lebende Marokkanerinnen und Marokkaner baldige Reisemöglichkeiten. Das Königreich hat aber noch kein Konzept für den Umgang mit Einreisenden veröffentlicht. Die Angst vor einer zweiten Infektionswelle mit SARS-COV 2, die durch eine erneute Einschleppung befürchtet wird, trifft auf wirtschaftliche und soziale Zwänge. Bisher hat das Land, nicht zuletzt auf Anweisung von König Mohammed VI., die Bekämpfung der Pandemie vor die wirtschaftlichen Interessen gestellt. Folglich müsste man ein Konzept erarbeiten, wie man mit MREs und Touristen umgehen wird, wenn diese Einreisen. Wird eine Quarantäne zwingend, wird es geschlossene Touristenghettos geben oder wird man COVID-19 Tests vorab fordern und an den Grenzen durchführen?

Marokko – Keine kommerziellen Passagierflüge bis Juni.

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