Marokko – Erste Schritte zum angepassten Corona- Eindämmungsplan bekanntgegeben.

Anpassungen der Maßnahmen in Abstimmung mit Wallis und Gouverneuren

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Laftit
Marokkanischer Innenminister Abdelouafi Laftit

Das Land wird in zwei Risikozonen unterteilt und Eindämmungsmaßnahmen flexibel angepasst.

Rabat – Am gestrigen Abend verabschiedete der Regierungsrat die Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis zum 10. Juli 2020. Hintergrund sind wieder ansteigende Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-COV 2 im Land.

Grundsätzlich bleiben die bekannten Eindämmungsmaßnahmen, wie Ausgangsbeschränkungen, Berufsverbote, Maskenpflicht und ähnliches bestehen. Zugleich will man, der unterschiedlichen epidemiologischen Situation im Land Rechnung tragen und weitere Schritte zurück zu mehr Freiheiten einleiten. In dem gestern verabschiedeten Dekret wurde daher entschieden, dass das Innenministerium, gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium sowie anderen ggf. betroffenen Behörden, die Eindämmungsmaßnahmen regional anpassen kann. Noch in der Nacht haben das Innen- und das Gesundheitsministerium erste Schritte per Presseerklärung bekanntgegeben.

Regierung teilt das Land in zwei Risikozonen auf.

Das Gesundheits- und das Innenministerium gaben ihr weiteres Vorgehen noch in der gestrigen Nacht bekannt, nur wenige Stunden nach dem Beschluss des Regierungsrates und ebenfalls nur Stunden vor der mit Spannung erwarteten Regierungserklärung des Premierministers im Parlament.

Gesundheitsminister
Pressekonferenz von Gesundheitsminister Pro. Ait Taleb und Seuchenschutzbeauftragten Mohamed Youbi zum aktuellen Stand der Coronavirus – Infektion in Marokko

In dem Kommuniqué wird ausdrücklich das Ziel formuliert, dass die angepassten Eindämmungsmaßnahmen dazu dienen sollen, „die Rückkehr zum normalen Leben und die Wiederaufnahme wirtschaftlicher und sozialer Aktivitäten vorzubereiten“. Die Presseerklärung stellt fest, dass die neuen Regeln ab dem 11. Juni gelten. Vor diesem Hintergrund wurde das Staatsgebiet in zwei Zonen der „Maßnahmenerleichterung“ unterteilt, die wie folgt definiert sind

Zone 1 mit geringer Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV 2 umfasst:

Die Präfekturen und Provinzen der Region Oriental, die Provinzen der Region Beni Mellal-Khenifra, Präfektur und Provinzen der Region Souss-Massa, die Provinzen der Region Guelmim-Oued Noun, die Provinzen der Region Laâyoune-Sakia Al Hamra, die Provinzen der Region Dakhla-Oued Ed Dahab, die Präfektur M’diq-Fnideq, die Provinz Tetouan, die Provinz Fahs-Anjra, die Provinz Al Hoceima, die Provinz Chefchaouen, die Provinz Ouezzane, Präfektur Meknes, die Provinz Ifrane, die Provinz Moulay Yaâcoub, die Provinz Sefrou, die Provinz Boulemane, die Provinz Taounate, die Provinz Taza, die Provinz Draa – Tafilalete, die Provinz Khémisset, die Provinz Sidi Kacem, die Provinz Sidi Slimane, die Provinz Settat, die Provinz Sidi Bennour, die Provinz Chichaoua, die Provinz El Kelaâ des Sraghna, die Provinz Essaouira, Provinz Rehamna, die Provinz Safi, Provinz Youssoufia,

Zone 2 mit höherer Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV 2 umfasst:

Die Präfektur von Tanger, die Provinz Larache, die Provinz El Hajeb, Präfektur Rabat, die Präfektur von Skhirat-Temara, die Provinz Kenitra, die Präfektur von Casablanca, Präfektur Mohammedia, die Provinz El Jadida, die Provinz Nouaceur, die Provinz Mediouna, die Provinz Benslimane, die Provinz Berrechid, die Präfektur von Marrakesch

Grundsätzliche Änderungen über alle Zonen des Königreiches hinweg.

Ab dem 11. Juni können die Aktivitäten in bestimmten Sektoren auf dem gesamten Staatsgebiet wieder aufgenommen werden.

Industrielle Produktion
Handwerkliche Tätigkeiten
Lokale Aktivitäten und Kleingewerbe
Lokale Geschäfte
freie Berufe
Wöchentliche Souks

Cafés, Restaurants, Hammams, Kinos und Theater werden ihre Türen nicht wieder für die Öffentlichkeit öffnen können.

Das Gesundheitsministerium und das Innenministerium kündigten ebenfalls eine Lockerung der Beschränkungen für Zone 1 an:

Befreiung von Sondergenehmigungen für Reisen innerhalb einer Provinz oder Präfektur, Wiederaufnahme des öffentlichen Verkehrs mit einem auf 50% begrenzten Auslastungsfaktor. Für die Bewegung innerhalb der Aufenthaltsregion wird nicht mehr die Vorlage einer Genehmigung, sondern nur noch der CIN (Personalausweis) benötigt.
Wiedereröffnung von Friseur- und Schönheitssalons mit einer begrenzten Belegungsrate von 50%.

Wiedereröffnung öffentlicher Plätze,
Wiederaufnahme von Sportaktivitäten im Freien ist erlaubt.

Die Einschränkungen gelten nach wie vor für Versammlungen wie Treffen, Feiern und Hochzeiten. Diese Maßnahmen werden ebenfalls ab 11. Juni angewandt.

In Zone 2 sind folgende Eindämmungsmaßnahmen vorgesehen:

Aufrechterhaltung der Sondergenehmigungen für Reisen oder Bewegungen innerhalb einer Provinz, Ende der Geschäftstätigkeit um 20.00 Uhr, Wiederaufnahme des öffentlichen Verkehrs mit einer Auslastungsrate von 50%

Alle weiteren restriktiven Maßnahmen bleiben in Kraft. Diese Hilfsmaßnahmen werden ebenfalls ab dem 11. Juni angewendet.

Anpassungen der Maßnahmen in Abstimmung mit Wallis und Gouverneuren

Die Einordnung einer Region oder Provinz in die eine oder andere Zone oder die Anpassung der Eindämmungsmaßnahmen wird in Zukunft in Abstimmung mit Wallis und Gouverneuren vorgenommen. In einem wöchentlichen Rhythmus wird die regionale und lokale Lage bewertet und die weiteren Maßnahmen mit dem Gesundheits- und Innenministeriums abgestimmt. Rabat wird zukünftig stärker die Einschätzungen vor Ort berücksichtigen und damit den Einfluss der regionalen Behörden stärken.

Marokko – Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis 10. Juli 2020.

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