Marokko – Erweiterte Ausgangsperre während des Ramadans

Gemeinsames Fastenbrechen und Ramadan Tarawih -  Gebet in der Moschee kaum möglich.

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Kontrolle
Quelle DGSN - Nächtliche Kontrolle der Polizei in Marokko

Ausgangssperre im Ramadan wird um eine Stunde erweitert, als Teil der COVID-19 Eindämmungsmaßnahmen und Sorge vor weitere Ausbreitung von Coronavirus – Mutationen.

Rabat – Die heutige Erklärung der Regierung kommt nicht völlig unerwartet. Seit mehr als zwei Wochen breitet sich vor allem die britische Coronavirus SARS-COV 2 Mutation langsam aber stetig aus und auch die epidemiologischen Kennziffern haben sich entsprechend verschlechtert. Bereits Seit dem 18. Januar 2021 gelten landesweit einheitliche Eindämmungsmaßnahmen, darunter Reisebeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr Ortszeit.

Landesweite Ausgangssperre während des Ramadans ab 20 Uhr Ortszeit.

Die marokkanische Regierung hat den Beschluss bekannt gegeben, dass ab dem 1. Tag des für Muslime heiligen Monats Ramadan landesweit eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens Ortszeit gilt, mit Ausnahme von Not- und Sonderfällen und unter Beibehaltung der zuvor verkündeten verschiedenen Coronavirus – Präventionsmaßnahmen. In einer Erklärung der Regierung hieß es am Mittwoch, dass diese Entscheidung auf der Grundlage der Empfehlungen der COVID-19 wissenschaftlich-technischen Kommission getroffen wurde, die darauf hinweist, dass weiterhin die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (Covid-19) einzudämmen, vor allem aufgrund des Auftretens von neuen Varianten im Land.
„Sie ist auch Teil der Verstärkung der Vorsichtsmaßnahmen, die zum Schutz der Gesundheit der Bürger getroffen werden. Sie berücksichtigt die hohe Mobilität, die das marokkanische Sozialgefüge während des Ramadans kennzeichnet und erwächst aus der Sorge, dass dieser gesegnete Monat unter angemessenen gesundheitlichen Bedingungen stattfindet, die seiner großen religiösen Symbolik entsprechen“, heißt es in der Erklärung.

Gemeinsames Fastenbrechen und Ramadan Tarawih –  Gebet in der Moschee kaum möglich.

Dieser Entschluss der marokkanischen Regierung hat weitreichenden Einfluss auf den diesjährigen Ramadan. Die verlängerte Ausgangssperre orientiert sich eng an den Gebetszeiten „Maghrib“ (Sonnenuntergang) und „Fajr“ (Sonnenaufgang). Am Beispiel der Landeshauptstadt Rabat bedeutet dies z.B. am 14. April 2021, dass die Gläubigen ab Sonnenaufgang 06:56 bzw. zum Gebet (Fajr) um 05:29 Uhr Ortszeit mit dem Fasten beginnen und zum Sonnenuntergang (Maghrib) bzw. das Fastenbrechen um 19:59 Uhr Ortszeit begehen können. Durch die Ausgangssperre ist ein Zusammenkommen zum Fastenbrechen nur im engen Familienkreis bzw. unter den Mitgliedern eines Haushalts sinnvoll möglich.
Während des für Muslime heiligen Monats Ramadan begeben sich zahlreiche Gläubige nach dem Fastenbrechen gerne zum Tarawih – Gebet in eine Moschee. Auch das wird durch die Ausgangssperre erschwert.

Marokko – Beginn des Ramadan voraussichtlich 14. April 2021

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