Marokko – Geheimdienst stellt Informationsweitergabe an Spanien ein.

Spanien soll Marokko um Wiederaufnahme der Sicherheitskooperation gebeten haben.

3309
Spanien
Diplomatisches Beziehungen zwischen Marokko und Spanien durch den Fall des Polisario - Führers Ghali belastet.

Spanien muss Fußball-Europameisterschaft eventuell ohne marokkanische Geheimdienstinformationen zu möglichen extremistischen Gefährdern und potentiellen Terroristen absichern.

Rabat – Die Aufnahme des Polisario – Führers, Brahim Ghali, ein erklärter Staatsfeind Marokkos, könnte für Spanien unmittelbar und längerfristig sehr konkrete Folgen haben. In ca. einer Woche beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Auch Spanien stellt einen Austragungsort in der Stadt Sevilla. Neben der zeitweisen unterlassenen Grenzsicherung zur Exklave Ceuta / Sebta reagierte Rabat offensichtlich auch durch die Einstellung der Sicherheitskooperation mit Spanien. Derzeit liefert Marokko keine Geheimdienstinformationen an Spanien und beatwortet auch keine Personenabfragen von spanischer Seite. Der marokkanische Geheimdienst gilt inzwischen weltweit als ein sehr wichtiger Partner, wenn es um Informationen aus den international agierenden dschihadistischen Gruppen geht. In der Vergangenheit profitierten vor allem Frankreich, die USA und Spanien von der engen Zusammenarbeit und konnten so mehrere Anschläge verhindern oder aufklären.

Spanien soll Marokko um Wiederaufnahme der Sicherheitskooperation gebeten haben.

Inmitten der Krise zwischen den beiden Ländern, die durch die Ankunft von Brahim Ghali in Spanien ausgelöst wurde, setzte Marokko im Mai die bilaterale Anti-Terror-Kooperation aus, wie die Online-Zeitung OkDiario berichtet. An diesem Sonntag (6. Juni) berichtet dieselbe Quelle, dass Spanien um einen „Waffenstillstand“ für eine Wiederaufnahme der Anti-Terror-Kooperation gebeten hat. „Diese Zusammenarbeit (mit Marokko), ist entscheidend im Kampf gegen den dschihadistischen Terrorismus“, schreibt die Zeitung. „Die Aussetzung des Informationsaustausches kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt: zur Zeit des Eurocups und der Konzentrationen von weiteren Sportereignissen“, so die Zeitung. „Aber Marokkos Bereitschaft ist angesichts der diplomatischen Eskalation der Spannungen, die durch die Entscheidung der Regierung Pedro Sánchez verursacht wurde, (…) Brahim Ghali in ein spanisches Krankenhaus einzuweisen, eher niedrig“.

Empfohlener Artikel