Marokko – Gespräch zw. König Mohammed VI. u. israelischem Premierminister Netanyahu.

König Mohammed VI. betont unveränderte Unterstützung der Palästinenser.

2426

Netanyahu lädt König von Marokko nach Israel ein – Mohammed VI. stellt Position zu Palästina klar.

Rabat – Am gestrigen Freitag telefonierten der marokkanische König Mohammed VI. und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu direkt miteinander. Dies bestätigten inzwischen beiden Seiten. Wie das Büro des israelischen Premierministers bestätigt, dankte Premierminister Netanjahu König Mohammed VI. für den Empfang einer offiziellen israelischen Delegation.

In dem Gespräch ging es vor allem, um die nächsten Schritte, mit denen die angekündigte „Normalisierung“ der Beziehungen zwischen den beiden Ländern vorangetrieben werden könnte. So wurde am 22. Dezember 2020 in der marokkanischen Hauptstadt angekündigt, in Tel Aviv und in Rabat Verbindungsbüros (noch keine Botschaften) aufzubauen, ein Luftfahrtabkommen für den zivilen Flugverkehr auszuarbeiten und ein Visums- sowie Zollabkommen zu vereinbaren. Der israelische Premierminister hat in dem Gespräch den marokkanischen König zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Israel eingeladen.

König Mohammed VI. betont unveränderte Unterstützung der Palästinenser.

In dem gleichen Gespräch habe König Mohammed VI. die politische Haltung seines Landes zu Lage der Palästinenser erläutert. In einer Erklärung des königlichen Kabinetts, die über die staatliche Nachrichtenagentur MAP veröffentlicht wurde, machte der König klar, dass man weiterhin an der Seite der Palästinenser stehe. In der Erklärung des Palastes heißt es:

„Während dieses Gesprächs erinnerte Seine Majestät der König an die starken und besonderen Bindungen zwischen der jüdischen Gemeinde marokkanischer Herkunft und der marokkanischen Monarchie. Der Souverän bekräftigte auch die konsequente, unerschütterliche und unveränderte Position des Königreichs Marokko zur palästinensischen Frage und die Vorreiterrolle des Königreichs bei der Unterstützung von Frieden und Stabilität im Nahen Osten.

In diesem Zusammenhang begrüßte Seine Majestät der König die Wiederbelebung der Maßnahmen zur Zusammenarbeit zwischen dem Königreich Marokko und dem Staat Israel sowie die Wiederaufnahme regelmäßiger Kontakte im Rahmen von friedlichen und freundschaftlichen diplomatischen Beziehungen.

Der israelische Premierminister seinerseits versicherte Seiner Majestät seine Entschlossenheit, alle eingegangenen Verpflichtungen nach einem genauen Zeitplan umzusetzen.“

König Mohammed VI. benötigt tragbare Ergebnisse.

Aus den beiden Erklärungen geht nicht hervor, ob König Mohammed VI. die Einladung von Premierminister Netanyahu zu einem Staatsbesuch in Israel angenommen oder ebenfalls eine Einladung an den israelischen Regierungschef ausgesprochen hat. Ein Besuch von König Mohammed VI. in Israel wäre zwar tatsächlich ein historisches Ereignis und ein großer Erfolg für Israel, aber zum derzeitigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.

Eine Reise des marokkanischen Königs und Vorsitzenden des Al-Quds Komitees (Jerusalem-Komitee) nach Israel wird behindert, durch den strittigen Status Jerusalems. Israel betrachtet die Heilige Stadt als alleinige Hauptstadt des Staates Israel. Die Palästinenser beanspruchen diese ebenfalls als Hauptstadt eines Staates Palästina. König Mohammed VI. will einen freien Zugang alle drei monotheistischen Religionen sicherstellen und wird dabei vom Vatikan unterstützt.

Ein Besuch von König Mohammed VI. ohne an die heiligen Stätten zu reisen, ist undenkbar. Ein Staatsbesuch und Auftritt in Jerusalem würde als Akzeptanz des aktuellen Status der heiligen Stadt gewertet werden können.
Erst benötig der König erste tragbare Ergebnisse, die die Position der Palästinenser stärken und eine Lösung für Jerusalem in greifbare Nähe rücken. Dies würde Marokko auch helfen, um das in Zweifel gezogene Engagement für Palästina wieder zu untermauern. Dies ist auch nötig, um die Kritik im eigenen Land wieder einzudämmen.
Bereits im Vorfeld kündigte der marokkanische König an, dass er das Al-Quds – Komitee kurzfristig einberufen werde, um eine neue „Dynamik“ bei den Gesprächen im Nahen Osten anzuregen.

Marokko – König beruft Al-Quds-Komitee ein.

Vorheriger ArtikelMarokko – Beziehungen zu Israel lösen Kontroverse in der PJD aus.
Nächster ArtikelMarokko – 2.329 Coronavirus SARS-COV 2 Neuinfektionen in 24 Stunden.