Marokko – Gespräche des Premierministers mit japanischer Regierung in Tokio

Japanischer Premierminister spricht Eklat während des TICAD-Gipfels in Tunesien an.

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Im Mittepunkt der Gespräche zwischen dem marokkanischen und japanischen Premierminister standen der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen und die Haltung Japans zur Westsahara-Frage.

Tokio – Der marokkanische Premierminister reiste nach seiner Teilnahme an der 77. UNO-Generalversammlung in New York weiter nach Japan. Anlass war die Beerdigung des ehemaligen japanischen Premierminister Shinzo Abe, der einem Anschlag während einer Wahlkampfveranstaltung zum Opfer gefallen war. Premierminister Akhannouch vertrat offiziell König Mohammed VI. bei der Trauerfeier. Aziz Akhannouch überbrachte das Beileid von König Mohammed VI. zum Tod des ehemaligen japanischen Premierministers Shinzo Abe.

Zugleich bot sich damit die Gelegenheit zum direkten Austausch zwischen Aziz Akhannouch und dem aktuellen japanischen Premierminister Fumio Kishida.

Japanischer Premierminister spricht Eklat während des TICAD-Gipfels in Tunesien an.

Die Gespräche fanden im Akasaka Palace in der japanischen Hauptstadt statt. Premierminister Kishida bekräftigte gegenüber Regierungschef Akhannouch seinen Wunsch, dass Marokko an allen von Japan organisierten Treffen teilnehme. Er forderte eine Koordinierung der Aktivitäten beider Länder in internationalen Institutionen und Gremien.

Im August 2022 beschloss Marokko, nicht an der 8. Internationalen Konferenz für Afrikanische Entwicklung (TICAD) in Tunis teilzunehmen, nachdem der tunesische Staatschef Kais Saïed den Polisario-Anführer Brahim Ghali eingeladen und empfangen habe.

Marokko – Rückruf des Botschafters aus Tunesien wegen Feindseligkeiten.

Japan hält an Position in der Westsahara-Frage fest.

Am Mittwoch bekräftigte der japanische Premierminister Fumio Kishida bei seinen Gesprächen mit Premierminister Aziz Akhannouch in Tokio die japanische Position der Nichtanerkennung der Frente Polisario.

Er würdigte die „herausragende Rolle von König Mohammed VI.“ bei der Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit in der Welt und hob hervor, dass Japan die DARS (Demokratische Arabische Republik Sahara) nicht anerkannt habe. Darüber hinaus bekundete der japanische Premierminister das Interesse Japans an einer Ausweitung der Zusammenarbeit bzw. des Austauschs mit Marokko, v. a. in den Bereichen Landwirtschaft und Düngemittel.

Enge wirtschaftliche Beziehungen sollen zwischen Japan und Marokko ausgebaut werden.

Kishida lobte, nach Angaben der marokkanischen Regierung, auch die fortschrittliche Politik Marokkos im Bereich der erneuerbaren Energien und begrüßte das Inkrafttreten des Investitionsförderungs- und -schutzabkommens bzw. des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen Marokko und Japan in diesem Jahr. Er begrüßte auch die Präsenz von mehr als 70 japanischen Unternehmen in Marokko, die mehr als 50.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen haben und Japan zum größten ausländischen privaten Arbeitgeber im Königreich mache.

Während des Treffens der beiden Regierungschefs bekräftigte Aziz Akhannouch auch die Bereitschaft Marokkos, mehr japanische Unternehmen aufzunehmen und die Zusammenarbeit mit Japan in allen Bereichen auszubauen.

Die Gespräche boten Akhannouch und Kishida die Gelegenheit, die internationale Lage zu analysieren, v. a. im Hinblick auf die Nahrungsmittel- und Energiesicherheit. In diesem Zusammenhang begrüßten beide die Stärke der bestehenden Beziehungen zwischen Marokko und Japan und bekundeten ihren Wunsch, diese weiter zu vertiefen.

Hier kann Marokko für die japanische Landwirtschaft durch die Bereitstellung von Düngemittel Unterstützung leisten. Marokko kontrolliert die größten Phosphatvorkommen der Welt und besitzt mit der OCP-Group einen der größten Hersteller von Düngemittel.

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