Marokko – Gesundheitsnotstand bis 10. Oktober verlängert.

Ballungszentren besonders von der COVID-10 – Pandemie betroffen.

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Regierungssprecher
Marokkanischer Regierungssprecher Saaid Amzazi.

Regierung reagiert auf weiterhin hohe Werte bei SARS-COV 2 Neuinfektionen.

Rabat – Der marokkanische Regierungsrat hat die Verlängerung des landesweiten Gesundheitsnotstands bis zum 10. Oktober 2020 bekanntgegeben. Damit reagiert man in Rabat, auf die weiterhin hohen Zahlen an SARS-COV 2 Neuinfektionen in dem nordafrikanischen Königreich. Durch die Verlängerung des Gesundheitsnotstands sichert sich die Regierung den rechtlichen Rahmen, um weiterhin lokal und regional mit selektiven Eindämmungsmaßnahmen auf die Coronavirus – Pandemie reagieren zu können. Rein rechtlich bleibt auch auch die Rückkehr zu einem vollständigen Lockdown damit möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Das Land kann sich kaum eine solche Maßnahmen wirtschaftlich leisten. Einziger aktueller Ausweg ist die Hoffnung in die Disziplin der Menschen bei der Umsetzung der Eindämmungsmaßnahmen.

Keine weiteren Veränderungen des Status

Regierungschef Saad Eddine El Othmani gab die Entscheidung am heutigen Mittwoch, dem 9. September 2020, bekannt, nachdem die Regierung einen Erlass zur Ergänzung des Gesetzes zur Regelung des Ausnahmezustands verabschiedet hatte.

Premierminister
Marokkanischer Premierminister Dr. Saad-Eddine El Othmani im Parlament mit Maske

Seit seiner ersten Verkündung am 19. März 2020 wurde der Gesundheitsnotstand in Marokko innerhalb von sechs Monaten fünfmal verlängert. Die Verlängerung vom heutigen Mittwoch ist die sechste dieser Art.

Ballungszentren besonders von der COVID-10 – Pandemie betroffen.

Nach dem Lockdown im März und April hatte man in Marokko die Hoffnung, die Seuche unter Kontrolle halten zu können, sodass das ohnehin relativ schwache Gesundheitssystem nicht überlastet wird und die wirtschaftlichen Schäden tragbar bleiben. Doch seit den ersten Lockerungsmaßnahmen im Juni und dem Opferfest sind die Werte für Neuinfektionen stark angestiegen und auch im Land verteilt. Zugleich sind vor allem die Ballungszentren im Norden des Landes betroffen.

Marokko – Verschärfte Eindämmungsmaßnahmen in Casablanca

Vor dieser Verlängerung sollte der Ausnahmezustand in Marokko am Donnerstag, dem 10. September, auslaufen.

Bei der Bekanntgabe der Entscheidung im Regierungsrat wurden über die jetzigen Maßnahmen hinaus, keine weiteren Vorhaben und Maßnahmen verkündet.

Regierung bleibt rechtlich Handlungsfähig.

Der Gesundheitsnotstand ist nicht gleichbedeutend mit Abriegelung. Vielmehr ist er ein rechtlicher Rahmen, der es der marokkanischen Regierung erlaubt, schnell außerordentliche Maßnahmen gegen die COVID-19 Pandemie zu ergreifen. Zu den Maßnahmen gehören die Abriegelung von Stadtvierteln oder Städten, Reiseverbote, die Schließung von Versammlungsorten und die Stationierung von Militärtruppen in Städten. Bis zum 8. September 2020 – 18.00 Uhr Ortszeit einschließlich meldete das Königreich insgesamt 75.721 SARS-COV 2 Infektionen, der dritthöchste Wert in Afrika. Im weltweiten Vergleich rangiert Marokko auf Platz 42. Diese Zahl beinhalten 57.239 Genesungen, 1.427 Todesfälle sowie 17.055 aktive Fälle (Patienten). Marokko meldet praktisch seit Wochen täglich mehr als 1.000 neue Coronavirus – Infektionen. Die meisten Infektionen treten in der Region Casablanca – Settat und in der Stadt Casablanca selbst auf. Allein am 8. September verzeichnete die Metropole 628 Neuinfektionen und acht Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-19 Erkrankung.

Marokko – 1.944 Coronavirus SARS-COV 2– Neuinfektion in 24h.

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