Marokko – Grenzschließung droht verlängert zu werden.

Staatssekretärin zeichnet ein seltsames Bild der letzten Monate.

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Nezha El Ouafi
Nezha El Ouafi marokkanische Staatssekretärin

Staatsministerin kündigt Sonderausreisen gestrandeter MREs nach dem 10. Juli 2020 an.

Rabat – Etwa 45.309 im Ausland lebende Marokkaner (MRE), die sich zum Zeitpunkt der Schließung der Außengrenzen aufgrund der Covid-19 Pandemie im Königreich aufhielten, konnten ihre Aufenthaltsländer durch verschiedene Reisen erreichen, die von ausländischen diplomatischen Vertretungen organisiert wurden, sagte die Staatsministerin im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner, die für die MRE zuständig ist, Nezha El Ouafi.

Ausreise verbleibender MREs soll weiter unterstützt werden.

In ihrer Stellungnahme vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, nationale Verteidigung, islamische Angelegenheiten und im Ausland lebende Marokkaner im Repräsentantenhaus erklärte Frau El Ouafi, dass das Ministerium eine zentrale Kommission eingerichtet hat, die die MREs, deren Anwesenheit auf dem Staatsgebiet mit der Schließung der Grenzen zusammenfiel, begleiten und sicherstellen soll, dass möglichst viele von ihnen in Sonderausreisen einbezogen werden, die von ausländischen Staaten über ihre Botschaften und Konsulate unter Aufsicht der marokkanischen Behörden organisiert werden.

Sonderausreisen für MREs für den 13. Und 20. Juli. angekündigt.

Die laut der Staatssekretärin nur noch wenigen MREs, die das Königreich noch nicht verlassen konnten, werden dies bald durch Flug- und Schiffsreisen tun können, die von ausländischen Botschaften und Konsulaten initiiert werden, wobei die Häufigkeit dieser Reisen von marokkanischer Seite beschleunigt wird, sagte sie.

In diesem Zusammenhang informierte sie darüber, dass für den 13. und 20. Juli Seereisen geplant sind, die die Rückkehr von fast 1.800 marokkanischen Staatsbürgern in ihre Wohnsitzländer ermöglichen sollen.

Organisation von Sonderausreisen auch nach dem 10. Juli nötig.

Daraus kann man den Rückschluss ziehen, dass eine allgemeine Grenzöffnung noch auf sich warten lassen wird. Nach derzeitigem Stand endet der ausgerufene Gesundheitsnotstand am 10. Juli 2020. Viele erhofften sich, dass damit auch eine allgemeine Öffnung der Landesgrenzen näher rücken würde. Die Äußerungen von Staatsministerin Nezha El Ouafi deuten eher darauf hin, dass Aus- und Einreisebeschränkungen auch nach dem 10. Juli bestehen bleiben könnten, unabhängig von einer Beendigung oder Verlängerung des sog. Gesundheitsnotstands. Noch hat die marokkanische Regierung keine Entscheidung verkündet.

Staatssekretärin zeichnet ein seltsames Bild der letzten Monate.

Leider scheint es bei der bisherigen Praxis zu bleiben, dass gestrandete MREs und wahrscheinlich auch gleichermaßen betroffenen Touristen, nur dann ausreisen können, wenn sich die Botschaften der Herkunftsländer engagieren. Diese konnten sich nur engagieren, solange die marokkanischen Behörden die Herkunftsländer unterstützten. Dies schien aber in den letzten Monaten nicht immer umfänglich der Fall gewesen zu sein. Vielmehr wurde ein umfassendes bürokratisches Prozedere etabliert und die Ausreisewilligen einzeln überprüft. Die Staatssekretärin vermittelt den Eindruck, als wäre es nicht Marokko gewesen, dass die Ausreise insbesondere der MREs unter den Vorbehalt humanitärer Kriterien gestellt hat. Weshalb die Langezeit zur Untätigkeit verdammte staatliche Fluggesellschaft Royal Air Maroc hier, in Abstimmung mit den Herkunftsländern, nicht die Logistik übernommen hat, wurde nicht erläutert. Die Ausländischen Vertretungen waren gezwungen Sondergenehmigungen für die Inlandsreise zu Flughäfen zu beantragen, Flugzeuge konnten nur wenige Flughäfen anfliegen und jeder Ausreiswillige bedürfe einer Freigabe durch die marokkanischen Behörden.

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