Marokko – Kauf von Kampfhubschraubern

Kauf von „AH-64 Apache“ und „T-129 Atak“

AH-64 Apache
AH-64 Apache - Kampfhubschrauber USA

Marokko kauft neue amerikanische Kampfhubschrauber. Weitere Hubschrauber der Türkei werden geprüft.

Rabat – Das nordafrikanische Land investiert erneut in seine Streitkräfte. Erst vor einigen Wochen hat Marokko eine neue Lieferung von amerikanischen Kampfpanzern erhalten, die zunächst auf der Militärbasis Nouaceur in Casablanca stationiert wurden. Auch der Kauf von mehr als ein Dutzend Kampfjets des Typs F16 der USA wurde bekannt. Damit scheint Marokko mit der Einkaufstour noch nicht am Ende zu sein. Marokko soll, nach marokkanischen Armeekreisen, die von Le360 kontaktiert wurden, bereits amerikanische Kampfhubschrauber gekauft haben. Es soll sich dabei um den „AH-64 Apache“ handeln. Damit wohl nicht genug. Das Königreich schaut sich den türkischen Kampfhubschrauber „T-129 Atak“ an und erwägt auch hier einen Kauf.

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Kauf von „AH-64 Apache“ und „T-129 Atak“

Marokko plant die Einbindung zweier Modelle und hat sowohl mit der USA als auch mit der Türkei verhandelt. Mit den USA scheint man sich handelseinig zu sein, womit der „AH-64 Apache“ die Fähigkeiten der FAR (Les Forces Armées Royales) ergänzen wird. Dieser Kampfhubschrauber wird vorrangig von der USA in schwierigem Gelände eingesetzt und gilt als eines der besten Waffensysteme in Bodennähe. Marokko prüft auch den Kauf des türkischen Hubschraubers „T-129 ATAK“. Nach Angaben der North Africa Post besuchte eine Delegation der marokkanischen Streitkräfte im Juni den Hauptsitz der „Turkish Aerospace Industries (TAI)“ in Ankara, um die Möglichkeit des Kaufs von „T-129 Atak-Hubschraubern“ zu erörtern. Der von der Türkei mit Hilfe Italiens entwickelte Kampfhubschrauber hat sich im Einsatz in Syrien anscheinend bewährt und so die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In Nordsyrien wurde er von der Türkei gegen die Kurden unter dem Namen „Olive Branch“ eingesetzt.

Verhandlungen mit der USA womöglich bereits abgeschlossen.

Bereits seit einigen Monaten wird über Verhandlungen zwischen Marokko und den USA spekuliert. Laut der Tageszeitung Al Massae wurden die Verhandlungen aber schon abgeschlossen. Nach Angaben der Tageszeitung ist der Generalinspekteur der marokkanischen Streitkräfte (FAR), Abdelfattah Louarak, bereits im April 2018 in Washington D.C. gewesen, um Beamte des US-Verteidigungsministeriums zu treffen.

Marokko wäre erst das zweite afrikanische Land mit diesem Waffensystem. Ägypten war das bisher einzige afrikanische Land, das „AH-64 Apache“ von den USA erhielt.

Verhandlungen mit der Türkei laufen noch.

Der in der Türkei hergestellte „T-129“ würde die Kapazität Marokkos erhöhen. Es ist ein kleinerer und leichterer Kampfhubschrauber als der „Apache“. Vor allem scheint er wesentlich kostengünstiger zu sein. Marokko würde das türkische Waffensystem als Ergänzung zum „Apache“ verwenden.

T-129
Türkischer Kampfhubschrauber T-129

Wettrüsten im Maghreb geht weiter.

Welche Investition Marokko beim Kauf von Kampfhubschraubern tätig, ist unbekannt. Weder über die Anzahl der bereits getätigten Käufe noch über die geplanten Neuanschaffungen, ist etwas bekannt gegeben worden. Gerade das angespannte Verhältnis zwischen Algerien und Marokko führt seit Jahrzehnten zu einem Wettrüsten im Maghreb. Es ist davon auszugehen, dass die marokkanische Regierung diese Information bewusst bestätigt hat, ohne Detail zu nennen. So bleibt eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Schlagkraft. Dies gilt angesichts der potentiellen Gegner Algerien und die Polisario. gegen die Polisario würde Marokko gerne vorgehen können, um sie aus der Pufferzone zwischen Marokko und Algerien zu vertreiben. Doch die militärische Kampfkraft der Polisario ist nicht klein und eine Unterstützung durch Algerien ist wahrscheinlich. Bereits jetzt hat Algerien russische Luftabwehrsysteme an der Grenze zu Marokko installiert, die sich wie ein Schutzschirm weit in das Landesinnere Marokkos erstrecken.

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