Marokko – König beruft Al-Quds-Komitee ein.

König stellt Palästinenserfrage auf die gleiche Ebene wie Westsahara.

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König
König Mohammed VI. von Marokko

König Mohammed VI. versichert Palästinenserpräsident Abbas der fortgeführten Unterstützung durch seine Politik.

Rabat – Unmittelbar nach dem Ende des Besuches einer israelisch-amerikanischen Delegation, um die neue „Normalisierung“ der Beziehungen zu Israel zu besiegeln, startet Marokko eine politische Initiative, um sein Engagement für die Palästinenser zu demonstrieren. In einem offiziellen Kommuniqué des königlichen Kabinetts, dass am gestrigen Abend über die staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, informierte König Mohammed VI. über seinen Austausch mit Mahmoud Abbas, dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde.

Außenminister
Quelle marokkanisches Außenministerium – Palästinenserpräsident Abbas trifft marokkanischen Außenminister Bourita

König bekräftigt Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung.

Wie dem Kommuniqué zu entnehmen ist, betonte König Mohammed VI. die marokkanische Position zur palästinensischen Sache. „König Mohammed VI. bekräftigte die Position Marokkos zugunsten einer Zwei-Staaten-Lösung, wie sie international vereinbart wurde, und sein Engagement für Verhandlungen zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite als einzigen Weg, um eine endgültige, dauerhafte und umfassende Lösung dieses Konflikts zu erreichen.“

„In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Al-Quds-Komitees, das von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit gegründet wurde, bekräftigte der König, dass er keine Mühen scheuen werde, um die historische und angestammte Identität der Heiligen Stadt (Anm. des Autors: Jerusalem) als Ort des Zusammenlebens zwischen den monotheistischen Religionen zu erhalten.“

Der Herrscher bekräftigte auch, dass er weiterhin den besonderen Status der Stadt Al-Quds Al-Sharif und die Achtung der Freiheit der religiösen Riten für die Anhänger der drei monotheistischen Religionen sowie den muslimischen Charakter der Heiligen Stadt und der Al-Aqsa-Moschee verteidigen werde.

Neue Initiative soll Kritiker besänftigen.

Die neue Haltung Marokkos gegenüber Israel stößt innerhalb der islamischen Gemeinschaft und im Königreich selbst auf nicht geringe Kritik. Ähnlich wie den anderen arabischen Golfstaaten zuvor, die ebenfalls die Beziehungen zu Israel „normalisierten“, wirft man aus dem Ausland und aus dem Inland dem Königreich und der Monarchie vor, einen verräterischen Deal gemacht zu haben, zu Lasten der Palästinenser, um die eigene territoriale Integrität (Westsahara) zu stärken. Um dieser Kritik entgegenzuwirken, kündigt Marokko eine neue Initiative an.

König
König Mohammed VI. empfängt israelisch-amerikanische Delegation im Regierungspalast von Rabat 22. Dezember 2020

Der marokkanische Herrscher informierte Mahmoud Abbas auch darüber, dass er in Kürze die 21. Sitzung des Al-Quds-Komitees in Marokko einberufen wird, um zu prüfen, wie der Erhalt des Sonderstatus der Stadt Al-Quds gefestigt werden kann. „Im gleichen Zusammenhang werden die Strukturen der Bayt Mal Al-Quds Asharif Behörde (Agentur) in Kürze erneuert, um ihr neues Leben einzuhauchen und sie in die Lage zu versetzen, unter der persönlichen Aufsicht des Souveräns weiterhin konkrete Pläne und Programme in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohnen sowie alles, was mit der sozialen Komponente zu Gunsten der palästinensischen Einwohner von Al-Quds zu tun hat, umzusetzen.“

Jerusalem
Al Quds – Felsendom in Jerusalem

König stellt Palästinenserfrage auf die gleiche Ebene wie Westsahara.

„Der marokkanische König bekräftigte in seiner Botschaft auch, dass Marokko die palästinensische Sache immer auf eine Stufe mit der Frage der marokkanischen Sahara stellen werde und dass Marokkos Handeln zur Anerkennung seines Marokkanertums (Souveränität) niemals, weder jetzt noch in Zukunft, zum Nachteil des Kampfes des palästinensischen Volkes um die Wiedererlangung seiner legitimen Rechte erfolgen werde. In diesem Zusammenhang wird Marokko sein konstruktives Engagement für die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens in der Nahostregion fortsetzen.“

Marokko – Israelische Delegation in Rabat eingetroffen.

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