Marokko – König gibt Startschuss für COVID-19 Impfkampagne.

Marokko startet als erstes Land Afrikas eine COVID-19 Impfkampagne.

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Erste Charge des chinesischen Impfstoffs in Marokko angekommen. Unsicherheiten für die weitere Impfkampagne

Rabat – Marokko wird mit dem heutigen Tag offiziell seine nationale Impfkampagne gegen das Coronavirus SARS-COV 2 bzw. gegen die COVID-19 Erkrankung starten. Am gestrigen 27. Januar 2021 kam die erste Lieferung des chinesischen Impfstoffs des Pharmakonzerns Sinopharm in Marokko an. In einer ersten Lieferung erhielt man 500.000 Dosen des COVID-19 Impfstoffs, dessen Wirkstoff auch in klinischen Studien in Marokko getestet wurde. Bereits in der vergangenen Woche kamen ca. zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca an. Insgesamt hat Marokko bis zu 66 Millionen Dosen von beiden Herstellern bestellt. AstraZeneca soll ca. 26 Millionen Dosen liefern. Aus China werden ca. 40 Millionen Dosen erwartet.

Sinopharm
Chinesischer COVID-19 Impfstoff des Herstellers Sinopharm

König gibt offiziellen Start der Impfkampagne frei.

König Mohammed VI. wird am heutigen Donnerstag, den 28. Januar 2021, den Startschuss für die COVID-19 Impfkampagne geben. Dies gab das königliche Kabinett in einer offiziellen Pressemeldung bekannt. In der Erklärung heißt es dazu:

„Nach Erhalt mehrerer Chargen sind die Impfstoffe gegen das Covid 19 Virus im Königreich Marokko in ausreichender Menge verfügbar, um die nationale Impfkampagne unter besten Bedingungen zu starten.

In Übereinstimmung mit den Hohen Königlichen Anweisungen wird diese Impfkampagne für alle Bürger kostenlos sein. Sie wird schrittweise und in Etappen durchgeführt und kommt allen marokkanischen Bürgern und Einwohnern im Alter zwischen 17 und 75 Jahren zugute. Dadurch wird es möglich, die erwartete Herdenimmunisierung zu erreichen und die Bevölkerung vor dieser Pandemie zu schützen. Seine Majestät der König, möge Gott ihm beistehen, wird an diesem Donnerstag, dem 28. Januar, den offiziellen Startschuss für diese Impfkampagne geben.“

König
König Mohammed VI. trägt bei Terminen die neue marokkanische Schutzmaske gegen das Coronavirus COVID-19

Marokko startet als erstes Land Afrikas eine COVID-19 Impfkampagne.

Die heute offiziell beginnende Impfkampagne in dem nordafrikanischen Königreich wird die erste auf dem afrikanischen Kontinent sein. Bisher erhielt kein afrikanisches Land zuvor, Impfstoffe zur offenen und freien Verabreichung an die Bevölkerung. Zahlreiche Länder Afrikas nahmen aber an klinischen Studien zur Ermittlung der Wirksamkeit teil, so auch Marokko. Hier tat man sich mit dem Hersteller Sinopharm zusammen, der nun auch die überwiegende Mehrheit der Impfdosen liefern soll. Ende letzten Jahres war auch der Aufbau einer Produktionsstätte für den COVID-19 Impfstoffe aus China nahe Casablanca im Gespräch. Neue Informationen dazu gab es zuletzt aber nicht mehr. Marokko hatte angekündigt, neben dem eigenen Bedarf, mit Hilfe dieser Produktionsstätte auch Impfstoffe an andere afrikanische Länder zu liefern. Die WHO kritisierte zuletzt scharf, dass sich vor allem reiche Länder die Impfstoffe gesichert haben und die ärmeren Bevölkerungen des südamerikanischen und des afrikanischen Kontinents unsolidarisch ins Hintertreffen geraten sind, obwohl man meist an ihnen die Wirkstoffe getestet hat.

Coronavirus – Pandemie schwächt sich ab.

Wie der marokkanische König den offiziellen Start der Impfkampagne geben wird, ist in der Erklärung des königlichen Kabinetts nicht erläutert worden. Der marokkanische Monarch, der sich zuletzt im Königspalast in Fés aufhielt, hat die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus SARS-COV 2 Pandemie teils selbst überwacht, insbesondere den Einsatz der Streitkräfte und den Aufbau des COVID-19 Fonds, aus dem große Mittel zur Finanzierung der Übergangsgelder und für den schnellen Ausbau des teils marode Gesundheitssystem stammten.
Derzeit sinken die Zahlen der täglichen Coronavirus Neuinfektionen kontinuierlich und auch die Auslastung der COVID-19 Behandlungskapazitäten ist auf unter 25% gesunken.

Pandemie
Quelle marokkanisches Gesundheitsministerium Stand 26. Januar 2021 – Verlauf der Coronavirus SARS-COV 2 Pandemie

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Unsicherheiten für die weitere Impfkampagne

Der Impfstart, der durch eine breit angelegte Kommunikationskampagne mit großem nationalem Pathos und Emotionen eingeleitet wird, könnte bald schon wieder ins Stocken geraten. Die EU streitet sich gerade mit AstraZeneca über Impfstofflieferungen, da der schwedisch-britische Pharmakonzern bereits angekündigt hatte, deutlich weniger Impfstoffe liefern zu können, als zunächst angekündigt. Auch das der chinesische Lieferant Sinopharm nur 500.000 Dosen liefert, obwohl Marokko die Hauptmenge seines benötigten Impfstoffes aus China erwartet und das Königreich sogar an der Erprobung teilgenommen hat, lässt befürchten, dass es dauern könnte, bis die nächsten Lieferungen an COVID-19 Impfstoffen das Land erreichen. Wichtig ist, dass die Impfstoffe bei den Menschen nicht frei geimpft werden können. Jeder muss binnen 21-28 Tagen zwei Impfungen von gleichem Impfstoff erhalten. Daher ist anzunehmen, dass Marokko zunächst nur die Hälfte der Impfstoffdosen je Hersteller verabreicht, um dann die zweite Impfung sicherzustellen. Das wären dann in einer ersten Etappe 1,25 Millionen Menschen.