Marokko – König mobilisiert Militärmediziner im Kampf gegen Coronavirus.

König agiert bei steigenden Infektionszahlen.

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Arbeitssitzung
Quelle MAP - König Mohamed VI. in einer Arbeitssitzung mit Vertretern der Regierung, des Militärs und der Sicherheitsdienste.

Militär soll medizinisches Personal und Einrichtungen zur Verfügung stellen, um Gesundheitswesen zu unterstützen.

Rabat – König Mohammed VI. zeigt sich in Zeiten der Coronavirus – Epidemie in Marokko nur wenig in der Öffentlichkeit. Im Hintergrund scheint er aber als Krisenmanager zu agieren und nahezu im wahrsten Sinne des Wortes die Marchrichtung vorzugeben. Ähnlich wie in Deutschland und Frankreich wurde, auch hier von König Mohammed VI. selbst, bereits in der vergangenen Woche das Militär in Bereitschaft versetzt, um ggf. einzuschreiten und den „Kampf“ gegen die Ausbreitung des Coronavirus – COVID-19 bzw. gegen Corona SARS Typ II zu unterstützen. Anders als z.B. in Deutschland, wo der Einsatz der Bundeswehr im Inneren aus historischen Gründen sehr kritisch gesehen wird, hat Marokko die Streitkräfte bereits zum Einsatz gebracht, um die seit Freitag geltende Ausgangssperre durchzusetzen. Jetzt soll das Militär auch seine medizinischen Kapazitäten aktiv einsetzen, um das sich in Kritik befindliche Gesundheitssystem zu stützen.

König befiehlt Einsatz der militärischen – medizinischen Kapazitäten.

In einer gestrigen Veröffentlichung des königlichen Kabinetts wurde mitgeteilt, dass König Mohammed VI. die militärischen – medizinischen Kapazitäten einsetzen wird. In der Erklärung heißt es: „König Mohammed VI., oberster Befehlshaber und Vorsitzender des Generalstabs der Königlichen Streitkräfte, erteilte dem Generalleutnant, dem Generalinspekteur der FAR (Streitkräfte) Abdelfattah Louarrak, dem Generalleutnant, dem Kommandeur der Königlichen Gendarmerie Mohamed Haramou und an den Inspektor des militärischen Gesundheitsdienstes der FAR, Brigadegeneral Mohamed El Abbar, seine hohen Anweisungen damit die Militärmedizin zusammen mit ihrem zivilen Amtskollegen an der heiklen Mission zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie teilnehmen kann.“

Darüber hinaus habe der König, um wahrgenommene Defizite, die im Zusammenhang mit dieser Pandemie festgestellt wurden, auszugleichen und die Übermittlung und den Austausch von Informationen zwischen den verschiedenen betroffenen Diensten zu erleichtern, Anweisungen für den Einsatz militärischer medizinischer Ressourcen zur Verstärkung der medizinischen Strukturen zur Bewältigung dieser Pandemie in Form von medizinischem und paramedizinischem Personal der FAR erteilt, und zwar ab Montag, dem 23. März 2020.

König agiert bei steigenden Infektionszahlen.

Die königliche Anweisung kommt vor dem Hintergrund weiter wachsender Infektionszahlen. Seit gestern Abend sind 122 Menschen nachweislich mit den Coronavirus COVID-19 infiziert. Die Anzahl der Todesfälle ist auf vier gestiegen. Noch viel dramatischer ist die Wachstumskurve der Neuerkrankungen. Diese wird immer steiler, was ein deutliches Signal dafür ist, dass die Lage weit davon entfernt ist, sich zu beruhigen. Entsprechend ist die Sorge berechtigt, dass das unzureichend entwickelte Gesundheitssystem bei weiter steigenden Patientenzahlen, sehr schnell an seine Grenzen stoßen wird oder gar kollabiert.

Regierung passt Gesetze an.

Parallel zum König befindet sich auch die Regierung von Premierminister Dr. El Othmani im Krisenmodus. Täglich verabschiedet der Regierungsrat neue Verordnungen. Gestern bestimmt das Kabinett, dass auslaufende Autoversicherungen automatisch ihre Gültigkeit behalten, bis die Ausgangssperre beendet wird (bis Ende April). Dies soll die Bürger etwas entlasten, die in Folge der Schutzmaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Der Aufbau eines Hilfsfonds wird ebenfalls vorangetrieben. Wie die inzwischen in die Milliarden marokkanische Dirham gehenden Finanzmittel in diesem Fond verteilt werden, wird derzeit erarbeitet.

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