Marokko – König Mohammed VI. ruft in Saudi Arabien an.

Medienkampagnen zur Einflussnahme auch auf Marokko durch Facebook aufgedeckt.

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König
Quelle MAP - König Mohammed VI. von Marokko und König Salmane Al Saoud von Saudi Arabien

Anruf zum Eid Al Adha (Opferfest) trotz unterkühlten diplomatischen Beziehungen.

Rabat – Es ist üblich in der islamischen Welt, dass man sich an hohen Feiertagen gratuliert und beglückwünscht. Das ist auch bei Königs nicht anders. Wie die Saudi Arabische Nachrichtenagentur SPA meldet, hat der marokkanische König Mohammed VI., anlässlich des Eid Al Adha (Opferfest) mit dem saudischen Königshaus telefoniert. Der marokkanische König sprach sowohl mit König Salman bin Abdulaziz als auch mit Kronprinz Mohammed ben Salman. In dem Telefonat soll es aber nur um das höchste islamische Fest gegangen sein. Man gratulierte sich gegenseitig zum Opferfest. Die SPA erwähnt darüber hinausgehende Themen nicht. Von Seiten Marokkos gab es dazu keine Informationen.

Direkte Kontakte zwischen den Herrschern Marokkos und Saudi Arabiens erwecken Aufmerksamkeit.

Direkte Kontakte zwischen den Königshäusern von Marokko und Saudi Arabien und insbesondere zwischen den Herrschern der beiden Königreiche erwecken seit einiger Zeit Aufmerksamkeit. Die Beziehungen zwischen Marokko und Saudi Arabien gelten seit 2015 als unterkühlt. In Ryad ist man, über die „neutrale Haltung“ im Konflikt mit Qatar und dem Rückzug Marokkos aus der Kriegsallianz im Jemen, verärgert. In Marokko sieht man den Krieg, in einem der ärmsten Länder der Welt, kritisch, auch wenn man die Haltung der Allianz gegen den Iran unterstützt. In Rabat macht man auch immer mehr deutlich, dass man die Interpretation des Islams in Saudi Arabien nicht teilt und die zunehmende Einflussnahme, ideologisch und finanziell, auf religiöse Rituale auch in Marokko anlehnt.

Medienkampagnen zur Einflussnahme auch auf Marokko durch Facebook aufgedeckt.

Zuletzt sank die Stimmung zwischen den beiden Ländern nochmals, als Facebook meldete, das man mehrere Profile, Gruppen und Konten in dem Sozialen Netzwerk sperrte, in denen Propaganda und Falschmeldungen, zum Zwecke der gezielten Meinungsbeeinflussung, gestreut wurden. Eines der Zielländer dieser Meldungen und Postings war Marokko. In den mittlerweile gesperrten Netzwerken wurde gezielt für die Haltung der Kriegsallianz, unter der Führung von Kronprinz Mohammed ben Salman von Saudi Arabien, geworben. Nach Angaben von Facebook wurden die Aktivitäten aus Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten betreut und finanziert.

Marokko – Facebook geht gegen Propaganda – Firmen im Nahen Osten vor.

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