Marokko – König segnet mittelfristiges Wasserschutzprogramm ab.

Marokko investiert bis 2050 ca. 383 Milliarden MAD in Wassermanagement.

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König
Quelle MAP - König Mohammed VI. leitet Sitzung.

Von 2020 bis 2027 sollen über 10 Milliarden Euro in Dämme und Wassernetze investiert werden.

Marrakech – Am gestrigen Dienstag übernahm der marokkanische König Mohammed VI. den Vorsitz bei einer Sitzung der Sonderkommission Wasser. Schwerpunkt der Beratungen der Regierung mit dem König waren mittelfristige Projekte zur Wasserversorgung im Land. Wasser ist, für das vom Klimawandel betroffene Agrarland, ein drängendes Thema. So hat bereits der verstorbene König Hassan II. in den 1980er Jahren damit begonnen, Staudämme zu bauen und ganze künstliche Flüsse durch das Land zu ziehen, um das kostbare Wasser auch in sehr trockene Gebiete zu leiten. Bereits am 25. Dezember 2019 kam der Regierungsrat, unter Leitung von Premierminister El Othmani, zusammen, um die Wasserstrategie bis 2050 zu beraten. In der gestrigen Sitzung ging es, um die Projekte und die benötigten Finanzmittel bis 2027.

Trinkwasserversorgung soll sich weiter verbessern.

Bei der gestern, 7. Januar 2019, von König Mohammed VI. geleiteten „Arbeitssitzung“ ging es vornehmlich, um die Trinkwasserversorgung. In einer Erklärung des Königspalastes, die über die marokkanisch – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, hieß es, die Sitzung sei Teil der regelmäßigen Tagungen, die unter dem Vorsitz des Königs stattfinden, um die Bedeutung des nationalen Programms zu unterstreichen, das alle Regionen Marokkos berücksichtigen soll.

Mehrere hochrangige Minister erläuterten in kurzen Berichten dem König die aktuelle Situation und die wichtigsten Aspekte zu den geplanten Maßnahmen. Berichtet haben unter anderem der Infrastruktur- und Verkehrsminister Abdelkader Amara und der Innenminister Abdelouafi Laftit.

Die Präsentationen versuchten, die Schlüsselaspekte des nationalen Programms zu erläutern, die auf eine Verbesserung der Wasserversorgung, durch den Bau von Staudämmen und die Verwaltung der Wasserverwendung im Landwirtschaftssektor, einwirken sollen.

Das Programm zielt auch darauf ab, die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in ländlichen Gebieten und die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser bei der Bewässerung von Grünflächen zu gewährleisten.

Investition von 115 Milliarden MAD bewilligt.

Der König und seine Regierung haben die vorgeschlagenen Maßnahmen gebilligt und die nötigen Finanzmittel freigegeben. Insgesamt sollen bis 2027 ca. 115 Milliarden marokkanische Dirham MAD investiert werden. Zusätzlich zu der Verbesserung der Wasserversorgung und dem Bau von Staudämmen soll in ein Nachfragemanagement im Agrarsektor, in die Wiederverwendung von geklärtem Abwasser für Grünflächen, in die Erweiterung des Trinkwassernetzes in ländlichen Gebieten sowie in eine sensibilisierende Kampagne für die Bevölkerung investiert werden. Die Bevölkerung soll dazu motiviert werden, behutsam mit der knappen Ressource Wasser umzugehen. Bereits seit den 1980er Jahren und den ersten Dürren gibt es TV-Kampagnen, die zum Sparren von Wasser auffordern.

Marokko investiert bis 2050 ca. 383 Milliarden MAD in Wassermanagement.

Neben den mittelfristigen Maßnahmen, die Thema der gestrigen Sitzungen waren, verfolgt Marokko auch einen langfristigen Plan, im Kampf gegen Wasserknappheit und Mangel. In einer Sitzung des Regierungsrats Ende Dezember 2019 wurde über Investitionen von 383 Milliarden MAD bzw. 35,77 Milliarden Euro beraten. Langfristig soll zusätzlich in Entsalzungsanlagen investiert werden, die möglichst durch regenerative Energien betrieben werden sollen. Der Kampf gegen Wasserknappheit ist ein strategisches Element. Marokko kämpft gegen die Folgen des Klimawandels, den steigenden Temperaturen und den Bedrohungen für die Landwirtschaft. Im letzten Sommer gab es in der Region Zagora erste Proteste, weil die örtliche Verwaltungen die Trinkwasserversorgung nicht mehr sicherstellen konnten.

Marokko – 383 Milliarden MAD für Wasser bis 2050.

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