Marokko – Königliche Rede zum 44. Jahrestag „Grüner Marsch“

König fordert die Süd-Provinzen zu erschließen und betrachtet die Region Agadir als neuen Knotenpunkt Marokkos.

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Rede
Quelle MAP - König Mohammed VI von Marokko hält Rede

Seine Majestät König Mohammed VI., hielt am Mittwochabend (06. November. 2019) eine Rede an die Nation. Hier ist der vollständige Text der königlichen Rede in einer deutschen Übersetzung:

Die Rede ist nach bestem Wissen von Maghreb-Post ins Deutsche übersetzt. Bei Fehlern bitten wir, um entsprechende Hinweise.

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Geliebtes Volk,

Der Grüne Marsch war und ist das unumstößliche Symbol für die Symbiose, die den Thron und das Volk untrennbar verbindet. Er ist, wenn nötig, der Beweis dafür, dass der König und das marokkanische Volk gemeinsam in der Lage sind, die Herausforderungen, denen sich die Nation stellen muss, zu meistern. Die Entschlossenheit, die 1975 die Rückgewinnung der Sahara ermöglichte, setzt sich heute fort, und es ist immer noch der unvergängliche Geist des Grünen Marsches, der uns antreibt, wenn wir uns für den erfolgreichen Abschluss der Entwicklung aller Regionen des Königreichs einsetzen.

Wir haben den gleichen Wunsch für unsere Provinzen im Süden, die eine echte Verbindung zwischen Marokko und dem Rest Afrikas in geographischer, menschlicher und wirtschaftlicher Hinsicht darstellen.

Geliebtes Volk,

In Bezug auf die marokkanische Sahara hat Marokko immer eine klare Position gezeigt, inspiriert von einem unerschütterlichen Glauben an die Rechtschaffenheit seiner Sache und die Legitimität seiner Ansprüche. Daher wird es sich auch weiterhin mit Aufrichtigkeit und Treu sowie Glauben, in Übereinstimmung mit dem ausschließlich politischen Prozess der Vereinten Nationen und den Resolutionen des Sicherheitsrates, für eine politische, realistische, pragmatische und einvernehmliche Lösung einsetzen. Die Autonomieinitiative, die ernsthaft, glaubwürdig und umsichtig in ihren Leitlinien ist, ist die konkrete Umsetzung der angestrebten Lösung. Sie ist in der Tat der einzig mögliche Weg, um eine Lösung des Konflikts, unter voller Wahrung der nationalen Einheit und der territorialen Integrität des Königreichs, zu erreichen. Diese Einschätzung wurde durch die Tatsache gestärkt, dass eine ständig wachsende Zahl von Ländern, inzwischen 163, die fiktive Organisation der RASD nicht anerkennt. Die Autonomieinitiative wird auch durch die Partnerschaften und Abkommen gestärkt, die die Großmächte und eine Reihe von brüderlichen und befreundeten Ländern an unser Land binden und alle seine Regionen, einschließlich der südlichen Provinzen, umfassen.

Geliebtes Volk,

Dank des Grünen Marsches hat Marokko seine südlichen Provinzen wiedererlangt. Seitdem hat sich die Karte von Marokko erheblich verändert. Wir nehmen jedoch nicht immer genau ihre Proportionen wahr, in der Rabat an der Nordspitze des Landes und Agadir in seiner Mitte platziert sind. Tatsächlich ist Agadir fast gleich weit von Tanger entfernt, wie von den Sahara-Provinzen. Es ist daher auch nicht mehr hinnehmbar, dass trotz der geografischen Zentralität der Region Agadir, trotz ihrer Ressourcen und Potenziale, einige grundlegende Infrastrukturen in Marrakesch enden sollen. Wir fordern daher ernsthafte Überlegungen zur Errichtung einer Eisenbahnverbindung zwischen Marrakesch und Agadir, unter Beachtung einer späteren Ausweitung auf die übrigen südlichen Provinzen. Wir empfehlen auch den Ausbau des Straßennetzes, das wir bereits mit der Schnellstraße Agadir – Dakhla ausbauen. Diese Eisenbahnstrecke wird nicht nur zur Öffnung der gesamten Region, sondern vor allem zu ihrer Entwicklung und ihrem Wirtschaftswachstum, beitragen, insbesondere durch die Förderung des Personen- und Güterverkehrs und durch die Unterstützung von Wirtschaftszweigen im Allgemeinen und Exportaktivitäten sowie Tourismus im Besonderen.

Schließlich wird dieses Schieneninfrastrukturprojekt ein wesentlicher Hebel für die Schaffung vieler Arbeitsplätze sein, nicht nur in der Region Souss, sondern auch in allen umliegenden Gebieten.

Die Region Souss-Massa muss zu einem wirtschaftlichen Zentrum werden, das den Norden und den Süden Marokkos verbindet, indem sie einen Knotenpunkt zwischen Tanger im Norden und Oujda im Osten einerseits und unseren Sahara-Provinzen andererseits bildet. Diese Ausrichtung ist Teil der fortschrittlichen Regionalisierung, die im Sinne einer gerechten Verteilung des Reichtums zwischen den Regionen des Königreichs konzipiert wurde.

Das von uns geforderte Marokko muss im Geiste der Harmonie und gegenseitigen Zusammenarbeit zwischen seinen Regionen aufgebaut werden. Darüber hinaus muss jeder von ihnen in der Lage sein, in angemessener Weise von Infrastrukturen und Großprojekten zu profitieren, die zwangsläufig für das gesamte Land von Vorteil sind.

Die regionale Entwicklung muss auf der Zusammenarbeit zwischen den Regionen und ihrer gegenseitigen Ergänzung beruhen. Jeder von ihnen muss, entsprechend seinem Potenzial und seinen Besonderheiten, über einen großen Raum für wirtschaftliche Aktivitäten verfügen. Es ist auch wichtig, sektorale Maßnahmen auf regionaler Ebene umzusetzen.

In diesem Zusammenhang betonen wir, dass die neue Dynamik, die wir auf der Ebene der staatlichen Institutionen, der Regierung und der Verwaltung ausgelöst haben, auch auf der regionalen Ebene umgesetzt werden muss.

Geliebtes Volk,

Unser Anliegen, eine ausgewogene und gerechte Entwicklung zum Wohle aller Regionen des Königreichs zu gewährleisten, wird durch unser Engagement für den Aufbau gesunder und solider Beziehungen zu unseren Schwesterländern des Maghreb ergänzt. Angesichts der Chancen und Herausforderungen, die sich daraus ergeben, erfordert die derzeitige Situation in der Region und im Mittelmeerraum unsere Aufmerksamkeit und ermutigt uns zu konstruktiven Maßnahmen.

In der Tat:

– Auf der einen Seite verlangt die Maghreb – Jugend von uns, dass wir einen offenen Raum schaffen, der der Interaktion und dem Austausch dient,

– Andererseits verlangt der Unternehmenssektor, dass ihm günstige Bedingungen für seine Entwicklung garantiert werden,

– Ebenso brauchen unsere Partner, insbesondere in Europa, einen zuverlässigen Partner,

– Was unsere Brüder in Afrika südlich der Sahara betrifft, so erwarten sie von unseren Ländern, dass sie zur Umsetzung der Programme und zur Bewältigung der großen Herausforderungen auf dem Kontinent beitragen,

– Schließlich wollen unsere arabischen Brüder, dass sich der Großmaghreb am Aufbau einer neuen arabischen Ordnung beteiligt.

Die Hoffnungen und Erwartungen sind enorm, die Herausforderungen sind vielfältig und komplex. Aber leider wissen einige Leute nicht, wie wichtig das alles ist. In Wahrheit liegt unser gemeinsamer Feind in der Untätigkeit und dem geringen Entwicklungsstand, den unsere fünf Völker noch erleben.

Geliebtes Volk,

Die marokkanische Sahara ist das Tor Marokkos zu Afrika südlich der Sahara. Seit unserer Thronbesteigung haben wir unseren Kontinent in den Mittelpunkt unserer Außenpolitik gestellt. So haben wir zahlreiche Besuche in den verschiedenen Ländern unternommen und mit ihnen fast tausend Abkommen über alle Bereiche der Zusammenarbeit abgeschlossen. Diese Ausrichtung hat Früchte getragen, denn Marokko nimmt heute in Afrika einen herausragenden Platz in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur und Religion ein. Darüber hinaus sind wir entschlossen, Marokko zu einem wichtigen Akteur beim Aufbau des Afrikas von morgen zu machen. Unser Ziel ist es auch, das Handelsniveau sowie das Volumen der marokkanischen Investitionen auf kontinentaler Ebene zu erhöhen. Es geht, um die Einleitung einer neuen Phase auf der Grundlage von gemeinsamen und vorteilhaften Interessen. Um diese Ziele zu erreichen, muss Marokko seinen Verpflichtungen nachkommen und seine Präsenz in Afrika weiter ausbauen.

Geliebtes Volk,

Wir alle sind besorgt, wenn es darum geht, die nationale Einheit und die territoriale Integrität zu bewahren und die umfassende Entwicklung im ganzen Land zu fördern. Es liegt auch in unserer Verantwortung, die menschlichen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Marokko und den afrikanischen Ländern ständig zu stärken.

Es ist an der Zeit, unsere Verbundenheit mit dem Schwur des Grünen Marsches und unsere Treue zum unbefleckten Gedenken an seinen Schöpfer, unseren ehrwürdigen Vater, seine Majestät König Hassan II. zu bekräftigen, möge Gott ihn in seiner heiligen Barmherzigkeit bewahren, ebenso wie an alle, die die Freiheit lieben, an jene Marokkaner, die viele Opfer für die Freiheit und den Fortschritt Marokkos, für seine Einheit, Sicherheit und Stabilität gebracht haben.

Wassalamou alaikoum warahmatoullahi wabarakatouh“.

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