Marokko – Marokkanisch – Russische Regierungskonsultation im Dezember.

Bilaterale und wirtschaftliche Beziehungen sollen bei den Regierungskonsultationen ausgebaut werden.

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Außenminister
Quelle marokkanisches Außenministerium - Pressekonferenz Außenminister Lawrow und Außenminister Bourita

Wirtschaftliche und politische Kooperationen sollen ausgeweitet werden. Russland und Marokko kommen sich weiter näher.

Rabat – Die Beziehungen zwischen Marokko und Russland entwickeln sich weiter. Bei der schrittweisen Annäherung zwischen den beiden Ländern konzentriert man sich vor allem auf die Handelsbeziehungen. Das Verhältnis zwischen den Ländern wird von beiden Seiten vorsichtig entwickelt. Russland möchte seine engen Beziehungen zu Algerien, das sich in einem jahrzehntelangen Konflikt mit Marokko befindet und einer der besten Kunden für Rüstungsgüter in Moskau ist, nicht gefährden. Zugleich muss auch das nordafrikanische Königreich auf seine engen Beziehungen zu den USA achten, wo man die Annäherung zwischen Rabat und Moskau kritisch beobachtet. Nun sollen am zweiten Dezember Marokkanisch – Russische Regierungskonsultation in Moskau stattfinden. Außenminister Nasser Bourita wird, anlässlich der 8. Regierungskonsultationen zwischen Marokko und Russland, die marokkanische Delegation anführen. Es ist auch ein direktes Arbeitstreffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow vorgesehen.

Bilaterale und wirtschaftliche Beziehungen sollen bei den Regierungskonsultationen ausgebaut werden.

Die Delegation besteht aus politischen und wirtschaftlichen Vertretern. Die Gespräche sollen dem Ausbau und der Vertiefung der bilateralen Beziehungen dienen, die seit dem offiziellen Besuch von König Mohammed VI. in Russland, im Frühjahr 2016, eine neue Dynamik erhielten. Im Kreml traf der König den russischen Präsidenten Wladimir Putin. In diesem Jahr haben sich die beiden Außenminister bereits dreimal getroffen. So gab es Gelegenheit zu Gesprächen am 25. Januar während der Tour von Außenminister Lawrow durch den Maghreb, am 16. April während des 5. Forums für arabisch-russische Zusammenarbeit in Moskau und am 25. September in New York am Rande der 74. Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Russland
Präsident Vladimir Putin und König Mohammed VI.

Handelsvolumen zwischen Marokko und Russland steigt.

In seiner Ausgabe vom 25. November berichtet „L’Economiste“, dass der Handel zwischen den beiden Ländern deutlich wächst. Marokko wäre bereits der wichtigste Handelspartner für Russland in Afrika (ohne Rüstungsgüter). Das Handelsvolumen soll 2018 rund drei Milliarden US-Dollar erreicht haben. Die Tageszeitung berichtet, dass sich das Exportvolumen Marokkos in den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 auf 900 Millionen US-Dollar verdoppelt hat. Hier werden vor allem Agrarprodukten nach Russland geliefert. Marokko ist Russlands führender Anbieter von Zitrusfrüchten, mit einem Exportvolumen von 1,3 Milliarden marokkanischen Dirham MAD im Jahr 2018 (ca. 122 Millionen €). Bei Tomaten erreichte der Exportwert rund 900 Millionen MAD (ca. 84,6 Millionen €). Die Handelsbilanz ist aber zu Lasten Marokkos negativ. Russland lieferte im gleichen Jahr Energie im Wert von 7,6 Milliarden MAD (ca. 714 Millionen €), vor allem Öl-Produkten, sowie Weizen im Wert von 1,55 Milliarden MAD (ca. 145,6 Millionen €).

Handelsbilanz
Weltweiter Handel

Anzahl der Touristen aus Russland steigt zu langsam.

Neben Waren und Dienstleistungen will Marokko auch russische Touristen anziehen. Touristen, die laut „L’Economiste“, ein positives Bild von Marokko als Reiseziel haben. Als Begründung führt die Wirtschaftszeitung an, dass die  Rückkehrerquote bei über 30% liegen würde. Nach offiziellen Zahlen besuchten ca. 55.000 russische Touristen im Jahr 2018 Marokko. Ziel ist es, bis 2020 ca. 800.000 Touristen zu erreichen. Zu diesem Zweck sind die Beschleunigung der Entwicklung des Badeortangebots und die Stärkung der Flugverbindungen mit Russland geplant. Allerdings scheint die Diskrepanz zu hoch, um das Touristenziel zu erreichen.

Marokko – Russlands Rückkehr nach Afrika und den Maghreb

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