Marokko – Marrakech Gastgeber des Russisch-arabisches Kooperationsforums

Russland und Marokko bauen wirtschaftliche Kooperation aus.

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Außenminister
Quelle marokkanisches Außenministerium - Pressekonferenz Außenminister Lawrow und Außenminister Bourita

6. Treffen zwischen marokkanischen und russischen Ministerdelegationen am 15. Dezember 2021 in der „roten“ Königsstadt Marrakech.

Marrakech – Es ist ein Treffen mit politischer Brisanz in einem Umfeld von diplomatischen Spannungen im Maghreb. Die 6. Ministertagung des Russisch-Arabischen Kooperationsforums wird am 15. Dezember 2021 in Marrakech stattfinden. Unmittelbar vor dem russisch-arabischen Forum wird es ein Treffen zwischen dem Gastgeber, Außenminister Nasser Bourita, und seinem russischen Amtskollegen, Sergej Lawrow, geben, bei dem bilateralen Abkommen unterzeichnet werden sollen. Russland und Marokko nähern sich seit Jahren an. Ein Umstand, der im benachbarten Algerien mit Argwohn beobachtet wird. Die beiden Nachbarländer, Algerien und Marokko, durchlaufen derzeit einer der schwersten diplomatischen Krisen mit Potential für einen bewaffneten Konflikt. Für Algerien ist Russland, der wichtigste Partner, während Marokko zu den ältesten und in der Region wichtigsten Verbündeten er USA gehört. Das Königreich Marokko ist entsprechend daran interessiert, zu Russland zunehmend positive Beziehungen aufzubauen und versucht dies über wirtschaftliche Kooperationen, in der Hoffnung, dass Russland im Zweifel auf Algerien Einfluss nimmt oder sich sogar mittel- bis langfristig abwendet. Für Russland ist Marokko inzwischen der drittgrößte Handelspartner in Afrika

Marrakech
Marokkanische Königsstadt Marrakech

Algerien versuchte Verschiebung des Forums medial zu nutzen.

Das jetzt anstehende Forum in Marrakech war bereits für Mitte Oktober 2021 geplant und musste vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie verschoben werden. Marokko setzte, analog zu Deutschland, Direktflüge zwischen beiden Ländern aus, als in Russland die Werte für Coronavirus Neuinfektionen in die Höhe schnellten. Umstände die Algerien versuchte als Zeichen einer entstehenden diplomatischen Krise zwischen Russland und Marokko zu werten. In algerischen Medien wurde gar davon berichtet, dass der russische Botschafter in Rabat aus Protest über die Aussetzung von Direktflügen abgereist sei. Erst eine Stellungnahme des russischen Außenministeriums auf Twitter beendete die offensichtlich falschen Aussagen. „Es besteht kein Zweifel, dass die Medien einen Preis in zwei Kategorien gleichzeitig beanspruchen können: als klassisches Modell der Desinformation und für falsche Analysen,“ so der Twitter-Post.

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Vorbereitende Gespräche in Moskau

Bereits im November stand die Vorbereitung der 8. Sitzung der marokkanisch-russischen Kooperationskommission für wirtschaftliche, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit im Mittelpunkt eines Treffens zwischen dem stellvertretenden Außenminister Michail Bogdanow und dem marokkanischen Botschafter in Moskau, Lotfi Bouchaara. Im Anschluss gaben beide in einer gemeinsamen Erklärung die Inhalte des Treffens und ihre Einschätzung zu den bilateralen Beziehungen bekannt. „Während dieses Treffens wurden aktuelle Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung der traditionell freundschaftlichen russisch-marokkanischen Beziehungen eingehend erörtert, darunter auch die baldige Abhaltung der 8. Sitzung der Gemeinsamen Regierungskommission für wirtschaftliche, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit in Moskau“.

Als Reaktion auf die von algerischen Medien erhobenen Anschuldigungen äußerten die beiden Vertreter ihr tiefes Befremden über „die von mehreren Medien verbreiteten unbegründeten Informationen über eine angebliche Abkühlung der Beziehungen zwischen Moskau und Rabat“.

Russland und Marokko bauen wirtschaftliche Kooperation aus.

Die Beziehungen zwischen Russland und Marokko reichen weit in die Ära der Sowjetunion zurück. Marokko pflegte als Mitglied der sog. Blockfreien Staaten seine Kontakte in Richtung Moskau. In den 1970er und 1980er Jahren gab es ein reges Austauschprogramm für Studierende. Zuletzt baute man den Warenverkehr aus. Marokko liefert neben Textilien vor allem landwirtschaftliche Produkte. Russland hat vor wenigen Jahren ein sog. Halal Zertifikat erworben, welches belegt, dass Fleischprodukte den islamischen Anforderungen und Regeln genügen und deshalb nach Marokko ausgeführt werden können. Zugleich liefert Russland regelmäßig Getreide nach Marokko. Es soll auch Planungen in Rabat gegeben haben, analog Algerien und der Türkei, das Luftabwehrsystem S400 zu erwerben. Letztendlich hat Marokko aber das US-Amerikanische Patriot System erworben.

Marokko – Russisches Rindfleisch für marokkanische Tagine

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