Marokko – Mega – Pipeline zwischen Marokko und Nigeria konkretisiert.

Neue Mega - Pipeline soll Energiesicherheit und Unabhängigkeit von algerischem Gas ermöglichen.

Staatsbesuch
Präsident Muhammadu Buhari, König Mohammed VI. Mouley Hassan, Mouley Rachid,

Weitere Abkommen in Rabat bei Staatsbesuch unterzeichnet.

Rabat – Für zwei Tage (10. und 11. Juni 2018) war der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari zu einem Staatsbesuch in der marokkanischen Hauptstadt. Der erste offizielle Besuch eines nigerianischen Staatsoberhaupts im Königreich Marokko. Im Zentrum der Gespräche standen der Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation und die Zusammenarbeit im Bereich Terrorismusbekämpfung.

Abkommen für den Bau der Mega – Pipeline weiter konkretisiert.

Bereits Ende Dezember 2016 haben Marokko und Nigeria den Entschluss gefasst die Versorgung der nordafrikanischen Region und Europa mit Erdgas, durch den Bau einer Gas – Pipeline, neu zu gestalten. Beim jetzigen Besuch des nigerianischen Staatspräsidenten wurde der Bau der Gas – Pipeline zwischen den verantwortlichen Unternehmen konkretisiert. Die Mega – Pipeline soll eine Länge von über 5.600 km haben. Sie soll hauptsächlich auf dem Meeresgrund verlaufen und zahlreiche Länder anbinden.

Mega - Pipeline
Quelle: SNRT Karte Verlauf Gas – Mega – Pipeline Nigeria – Marokko

Für Nigeria hat Farouk Garba Said, Generaldirektor der „Nigerian National Petroleum Company (NNPC)“ unterzeichnet. Für Marokko unterzeichnete Amina Benkhadra, „Generaldirektorin des National Hydrocarbon and Mining Board (ONHYM)“. Über die Kosten des Projekts wurde nichts bekannt. Experten schätzen, dass es bis zu 10 Mrd. US – Dollar sein könnten. Die Finanzierung ist teils nicht final geklärt. Weitere Investoren werden gesucht. Möglicherweise beteiligen sich die zukünftigen europäischen Kunden an dem Projekt.

Marokko vereinbart Kooperation im Bereich der Landwirtschaft.

Zwei weitere Abkommen wurden im Beisein von König Mohammed VI. und Präsident Muhammadu Buhari unterzeichnet. Marokko wird Nigeria dabei unterstützen eine eigene Düngemittelproduktion aufzubauen. Dazu unterzeichnete die Unternehmen „Office Chérifien des Phosphates (OCP S.A.)“ und die „Nigerian Sovereign Investment Authority (NSIA)“ eine Absichtserklärung.

Ebenso wurde vereinbart, dass es einen regen Austausch hinsichtlich der Berufsausbildung im Bereich der Landwirtschaft geben soll. Ergänzt wird der Wissensaustausch um die Bereitstellung von Überwachungstechnologie. Für Marokko unterzeichnete der Landwirtschaftsminister Aziz Akhannouch. Für Nidgeria unterzeichnet der Landwirtschaftsminister Audu Ogbeh.

Beitritt zu ECOWAS war kein Gesprächsthema.

Marokko strebt den Beitritt zur westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS an. Nigeria ist die größte Volkswirtschaft innerhalb der ECOWAS und gehört zu den Ländern, in denen es Bedenken hinsichtlich eines Beitritts Marokkos gibt. So haben sich die Unternehmerverbände in Nigeria mehrfach deutlich gegen einen Beitritt des Königreichs ausgesprochen, weil man unter anderem befürchtet, dass sich das Machtgefüge zu Lasten der kleineren Mitgliedsländer verändern könnte. Marokko wäre nach Nigeria die größte Volkswirtschaft innerhalb der ECOWAS. Trotz des Wunsches Marokkos war der angestrebte Eintritt kein offizielles Thema bei dem Staatsbesuch des nigerianischen Staatspräsidenten.

Lesen Sie auch: Marokkos umstrittener Beitritt zur ECOWAS – Der Masterplan des Königs.

Neue Mega – Pipeline soll Energiesicherheit und Unabhängigkeit von algerischem Gas ermöglichen.

Für Marokko ist die neue Mega – Pipeline ein sehr wichtiges Projekt. Das nordafrikanische Königreich importiert über 90% seines Energiebedarfs. Für den Energieträger Gas ist ausgerechnet der Nachbar und Rivale Algerien der wichtigste Lieferant, der auch eine Pipeline über marokkanisches Territorium nach Europa besitzt. Marokko baut seine erneuerbaren Energieträger weiter aus. Gleichzeitig würde nigerianisches Gas einen neuen Lieferanten ermöglichen und zugleich Transfereinnahmen für nach Europa geliefertes Gas generieren. Beim Vertrieb des Gases aus Westafrika kann Marokko sehr hilfreich sein. Gerade zu Frankreich, Spanien und zu den Beneluxstaaten bestehen gute Kontakte. Die Pipeline soll die Energieversorgung für die nächsten 25 Jahre unterstützen.

Empfohlener Artikel