Marokko – PJD keine Kraft bei Wiederaufnahme der Beziehungen zu Israel.

"Radikale Islamisten müssen in ihre Schranken gewiesen werden"

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Benkirane
Abdelilah Benkirane, ehemaliger marokkanischer Regierungschef und führendes Mitglied der islam-konservativen PJD

Benkirane reagiert auf Angriffe der Hisbollah gegen Premierminister El Othmani und Kritik wegen der „Normalisierung“ der Beziehungen zu Israel.

Rabat – Selten hat sich so deutlich eine hochrangige Kraft in der PJD zur Entscheidungsfindung bezüglich der Normalisierung der Beziehungen zu Israel geäußert. Der ehemalige Premierminister, frühere Parteichef der PJD und noch immer eine der einflussreichsten politischen Kräfte bei den Islam-Konservativen, stellt sich erneut hinter seinem amtierenden Parteichef und aktuellen marokkanischen Premierminister El Othmani. Dieser wurde zuletzt heftig von der Hisbollah im Libanon angegriffen. Man warf Marokko und El Othmani persönlich Verrat an der palästinensischen Sache vor und zulasten der Palästinenser einen Deal gemacht zu haben, um die Westsaharafrage zu klären.

König Mohammed VI. hat die finale Entscheidung getroffen.

Abdelilah Benkirane bestreitet eine treibende Rolle der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), bei der Vereinbarung zur Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Marokko und Israel. Er behauptet, dass es König Mohammed VI. war, der diese Entscheidung im Interesse des Königreichs getroffen hat.

Wir standen und stehen hinter König Mohammed VI. in der Sache der Nation“, sagte er. Wir verteidigen unser Heimatland, so wie wir die Palästinenser verteidigen. Wir sollten Saad – Eddine El Othmani, der die dreiseitige Erklärung (zwischen Marokko, Israel und den Vereinigten Staaten) unterzeichnet hat, nicht beschuldigen“, sagte Abdelilah Benkirane in einem Video, das auf seiner Facebook-Seite gepostet wurde.

Israel
Marokko und Israel beurkunden Aufnahme diplomatischer Beziehungen 22-12-2020

„Radikale Islamisten müssen in ihre Schranken gewiesen werden“

Nach Ansicht des ehemaligen hochrangigen marokkanischen Politikers verdienen es radikale Islamisten im Nahen Osten, einschließlich der libanesischen Hisbollah, die der PJD und ihrem Generalsekretär sehr kritisch gegenüberstehen, in ihre Schranken gewiesen zu werden. „Sie haben das Recht, Marokko zu kritisieren, aber sie haben nicht das Recht, es zu verleumden. Sie stehen unter der Vormundschaft des Irans, und Sie wissen nichts über Marokko, das eine reiche Geschichte aus 14 Jahrhunderten besitzt“, schimpfte er, bevor er den Palästinensern seine Wertschätzung aussprach. Ihm zufolge musste das Königreich ein Opfer bringen, um die Sahara-Frage zu lösen.

Am 10. Dezember 2020 erkannten die Vereinigten Staaten die Souveränität Marokkos über die Westsahara im Austausch für die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Königreich und Israel an. Abdelilah Benkirane sagte, er habe kurz vor der Unterzeichnung des Abkommens einen Anruf von Othmani und Fouad Ali El Himma, einem Berater von König Mohammed VI, erhalten.

Hier der Link zum ausführlichen Video: https://fb.watch/3N639UMjVS/

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