Marokko – Premierminister dementiert Tod von Soldaten in der Westsahara.

Lage weiterhin angespannt.

1972
Premierminister
Marokkanischer Premierminister Dr. Saad-Eddine El Othmani

Premierminister nennt Polisario – Berichte „imaginäre Siege“ und Teil eines reinen Medienkrieges. Streitkräfte stützen Aussage des marokkanischen Regierungschefs.

Rabat – Anfang der Woche hatten die Presseagentur der Polisario SPS und die algerische – staatliche Nachrichtenagentur APS berichtet, dass mehrere Stützpunkte der marokkanischen Armee in der Westsahara angegriffen und zerstört worden seien. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der königlichen Streitkräfte in Ouarkziz (Akka), an dem von der Polisario als „Mauer der Schande“ bezeichneten marokkanischen Wall, habe man mindesten drei Soldaten der FAR getötet, darunter einen Unteroffizier, und zahlreiche Waffen sowie Dokumente erbeutet.
Das wäre der bisher schwerwiegendste Vorfall, seit die Polisario Mitte November 2020 den Waffenstillstands, nach einer militärischen Intervention Marokkos in der Pufferzone zu Mauretanien, aufgekündigt hat. Marokko hatte zu der Pressemeldung bisher geschwiegen.

Premierminister El Othmani reagiert per Twitter.

„Dies ist ein weiteres Beispiel für den Medienkrieg, der durch falsche Informationen unterstützt wird, den die Separatistenfront führt, um die Menschen an imaginäre Siege glauben zu lassen“, twitterte der marokkanische Regierungschef Saad-Eddine El Othmani am Mittwoch und kommentierte damit die letzten Meldungen der Polisario. Seine Aussage kann zumindest so gedeutet werden, dass es unter den marokkanischen Streitkräften FAR keine Opfer gegeben hat. Eine objektive Überprüfung ist aktuell nicht möglich.

Premierminister
Premierminister El Othmani reagiert auf Berichte durch die Polisario über getötete marokkanische Soldaten.

Marokkanische Streitkräfte stützen Aussage des Regierungschefs.

Das Militärforum FAR-Marokko, eine inoffizielle Facebook-Seite der Königlichen Streitkräfte, bezeichnete seinerseits die Polisario-Operation als „bösartiges Gerücht der Feinde der marokkanischen Nation“. „Es gibt keine Möglichkeit, Akka (Anm. des Autors: Einer der mutmaßlich angegriffenen marokkanischen Stützpunkte) anzugreifen, außer über algerisches Territorium und unter den Augen der algerischen Armee, was eine ausdrückliche Kriegserklärung Algeriens gegen das Königreich gleichkommen würde“, hieß es am Mittwochabend auf der Facebook-Seite. Als Beleg veröffentlichte man Satellitenaufnahmen der Region.

Militär
Quelle FAR – Militär streitet Angriffe der Polisario auf nördliche Stützpunkte durch die Polisario an der Grenze zu Algerien ab.

Lage weiterhin angespannt.

Die Lage in der Region scheint weiterhin angespannt. Seit der marokkanischen Intervention in der südlichen Pufferzone am 13. November 2020, mit dem Ziel die Handelsrouten zwischen Marokko und Mauretanien von einer Blockade zu befreien und abzusichern, informiert die Polisario praktisch täglich über mutmaßliche militärische Aktionen gegen marokkanische Stützpunkte. Die Berichte der Polisario werden analog auf der Website der algerischen – staatlichen Nachrichtenagentur APS veröffentlicht.

Außenminiter
Marokkanischer Außenminister Nasser Bourita

Beim virtuellen Gipfel der Afrikanischen Union am 6. und 7. Februar 2021 versuchte Algerien den Westsahara-Konflikt größtenteils erfolglos auf die Tagesordnung zu setzen. Der marokkanische Außenminister Nasser Bourita machte klar, dass die AU lediglich den UNO-Prozess unterstützen könne und erinnerte an entsprechende Beschlüsse. Dennoch machte er klar, dass das Verhalten Algeriens nicht zu einer vermeintlich unbeteiligten Partei passe, sondern eher belege, dass das Nachbarland eine treibende und direkt beteiligte Macht ist.

Empfohlener Artikel