Marokko – Premierminister El Othmani trifft US-Außenminister Pompeo

Marokko sieht in dem Besuch einen Ausdruck für die engen Beziehungen zwischen den beiden Staaten.

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Quelle MAP - Marokkanischer Premierminister El Othmani empfängt US-Außenminister Pompeo in Rabat.

US-Chefdiplomat trifft marokkanischen Regierungschef zu politischen Gesprächen in Rabat.

Rabat – Seit einigen Stunden ist der US-Außenminister Michael Pompeo zu einem Kurzbesuch in Marokko. Nach seiner Teilnahme am NATO-Gipfel in London reiste er zunächst weiter nach Lissabon, um sich mit dem Israelischen Premierminister Netanyahu zu treffen. Am heutigen Mittag kam Pompeo dann in der marokkanischen Hauptstadt Rabat an. Empfangen wurde er am Flughafen Rabat – Salé von seinem Amtskollegen Nasser Bourita. Zunächst sprachen die beiden Chefdiplomaten im Außenministerium. Im Anschluss empfing der marokkanische Premierminister Saad-Eddine El Othmani den US-Amerikanischen Spitzenpolitiker in seinem Amtssitz.

Marokko sieht in dem Besuch einen Ausdruck für die engen Beziehungen zwischen den beiden Staaten.

Der Besuch von Herrn Pompeo sei von großer Bedeutung und bestätige die starke Dynamik, die die marokkanisch-amerikanischen Beziehungen auszeichnen, sowie den gemeinsamen Willen, die vielgestaltige strategische Partnerschaft zwischen Washington und Rabat zu stärken, so eine Stellungnahme des Premierministers, die über die marokkanisch – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde. An dem Treffen zwischen Premierminister El Otmani und US-Außenminister Pompeo nahmen der marokkanische Außenminister Nasser Bourita, der zuständigen Staatsminister für Menschenrechte und Beziehungen zum Parlament, Mustapha Ramid, und der US-Botschafter in Marokko, David Greene teil. Während seines Aufenthalts wird der US-Außenminister eine Reihe von Gesprächen mit vielen marokkanischen Beamten führen. Es wird erwartet, dass es auch ein Treffen von Pompeo mit König Mohammed VI. geben wird. Dies ist aber noch nicht offiziell bestätigt.

Sicherheitspolitik, Wirtschaft und Nahostkonflikt Bestandteile der Gespräche.

Laut marokkanischen Medienberichten ist der US-Außenminister nach Marokko gereist, um Gespräch über Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der gemeinsamen Sicherheitspolitik in der Region, darunter der Kampf gegen den Terrorismus, zu führen. Marokko wird sich versichern wollen, dass die USA, seit dem Ausscheiden des US-Sicherheitsberaters Bolten, die Position des Königreiches in der Westsaharafrage wieder deutlicher unterstützen.

Möglicher Druck der USA auf Marokko zur Aufnahme offizieller diplomatische Beziehungen zu Israel.

Aus dem Treffen zwischen Pompeo und Netanyahu, gestern in Lissabon, weshalb die Ankunft des US-Außenministers in Marokko um einen Tag verschoben wurde, schließen politische Beobachter darauf, dass es auch Gesprächen zum Nahost-Konflikt geben wird. Berichte in israelische Medien lösen Spekulationen aus, dass die USA Marokko erfolgreich dazu drängen könnten, offizielle diplomatische Kontakte oder gar Beziehungen mit Israel aufzunehmen. Eine solche diplomatische Kontaktebene käme einer praktischen Anerkennung des Staates Israel nahe, was dem rechtsgerichteten Premierminister Netanyahu innenpolitisch einen Vorteil bei der schwierigen Regierungsbildung oder erneuten Neuwahlen verschaffen könnte. Marokko würde mit einer solchen Maßnahme den Großteil der islamischen Welt vor den Kopf stossen. König Mohammed VI. und damit Marokko haben den Vorsitz im Al Quds – Komitee, dass sich für die Palästinenser einsetzt. Marokko hat einen Staat Israel bis heute nicht anerkannt, dennoch wird dem Königreich nachgesagt, gute informelle Kontakte zu pflegen. Die zweitgrößte Gruppe der im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkaner (MRE) leben in Israel und sind überwiegen jüdischen Glaubens.

Marokko – US-Außenminister in Marokko

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