Marokko – Premierminister träumt von marokkanischem Elektroauto.

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Premierminister
Marokkanischer Premierminister stellt sich im Parlament

Regierungschef stellt sich im Parlament zur Industriellen Entwicklung und wirft die Idee eines eigenen Elektroautos auf.

Rabat – Im Rahmen der aktuellen Stunde der Regierung im Parlament stellte sich der Premierminister El Othmani den Fragen der Abgeordneten. Zentrales Thema am 30. Dezember 2019 war die industrielle Entwicklung und der Staus des in 2014 aufgelegten Industrie-Beschleunigungsplans. Vor den Abgeordneten lobte El Othmani die „marokkanische Erfolgsgeschichte“ in der Automobil- und Luftfahrtindustrie und nannte als Beispiel, die in den letzten vier Jahren in Marokko etablierten Ökosysteme von Renault, Peugeot und Boeing.

Regierungschef zieht positive Bilanz und hebt Automobilsektor hervor.

Zwischen 2014 und 2018 wurden im Automobilsektor 117.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen, 27.000 mehr als bis 2020 (90.000) geplant wurden. Die Produktionskapazität für Fahrzeuge hat 700.000 Einheiten pro Jahr erreicht. Diese Zahl entspricht der Anzahl der Autos, die Marokko produzieren könnte, wobei die reale Zahl der in Marokko hergestellten Autos für das Jahr 2019, laut dem Nachrichtenmagazin Telquel, bei 500 000 liegt, 100 000 mehr als im Vorjahr, mit dem Ziel einer Million pro Jahr bis 2032. „Wir produzieren alle eineinhalb Minuten ein Auto“, sagte der Regierungschef und wies darauf hin, dass der Integrationsgrad (Anm. des Autors: alle in Marokko hergestellten und montierten Teile) bei fast 60% liegt. Er fügte hinzu: „Wenn wir es schaffen, die Motoren zu bauen, kommen wir auf 80%.“ Unstimmigkeiten bei den Zahlen gibt es zwischen der Hohen Kommission für Planung und dem Industrieminister. Das Ministerium macht die Bruttoschaffung von 288.126 Arbeitsplätzen zwischen 2014 und 2017 geltend. Die Hohe Kommission errechnet netto lediglich 43.000 Arbeitsplätze. Der Streit wurde öffentlich über die Medien ausgetragen.

Ausweitung des Industrieplans bis 2025

Der Regierungschef erörterte auch die zweite Phase des nationalen Industrieplans, die sich voraussichtlich über den Zeitraum 2021-2025 erstrecken soll. „Sein Hauptziel ist es, die Errungenschaften der ersten Phase des Plans zu konsolidieren und auf alle Regionen auszuweiten, wobei die KMU integriert und die Industrie in den Mittelpunkt des technologischen Wandels gestellt werden sollen“, betonte er.

Dieser „Plan 2.0″ zielt auch auf mehr Forschung und Entwicklung, Innovation sowie die Förderung technologischer Kapazitäten durch die Einführung neuer zukunftsorientierter Systeme. Ergänzt soll dies durch die Übernahme neuer Produktionsmethoden der „4. Generation“ der Industrialisierung sowie den Schutz der natürlichen Ressourcen Marokkos.

Ein marokkanisches Elektroauto, Inchallah (so Gott will).

El Othmani hat sogar den aktuellen Bau eines 100% marokkanischen Elektroautos angekündigt. „Es wird sehr bald enthüllt werden, so Gott will“, versprach er den Abgeordneten. Genauere Angaben machte El Othmani nicht. Es ist weder bekannt, ob ein solches Entwicklungsprojekt existiert, noch über welchen Horizont gesprochen werden kann.

Elektro- und Hybridfahrzeuge
Laden eines Elektrofahrzeuges – Elektro- und Hybridfahrzeuge von Zöllen und Steuern befreit.

Eine Ankündigung, die an die Enthüllung des ersten Prototyps eines Elektrofahrzeugs durch die Türkei von Recep Tayyip Erdogan am Freitag, den 27. Dezember 2019, erinnert. Allerdings hat die Türkei, anders als Marokko mehr und längere Erfahrung mit dem Bau von Autos. Teilweise seit 1960 bauen die Unternehmen Fiat, Renault, Peugeot, Ford, Toyota, Hyundai und Honda nahe der Orte Bursa und östlich von Istanbul am Golf von Izmir Fahrzeuge für den internationalen Markt.

Marokkaner offen für Elektromobilität aber Skeptisch hinsichtlich der Kosten.

Das Nachrichtenmagazin Telquel zitiert eine Marktforschung. Das Forschungsinstitut für Solarenergie und neue Energien (IRESEN) hat im April letzten Jahres in Benguerir – dem Sitz der IRESEN-Labors – eine Umfrage über die Wahrnehmung von Elektroautos durch die Marokkaner durchgeführt.
Ergebnisse: 52% der Befragten glauben, dass der Kaufpreis ein wesentliches Hindernis für die Anschaffung eines Elektroautos ist, ganz zu schweigen von den Kosten für die Wartung (16,5% der Befragten). 29% der Befragten sind für den ökologischen Aspekt sensibilisiert und geben an, dass sie sich für das Elektroauto interessieren könnten, wenn die Anschaffungs- und Wartungskosten günstiger wären.

رد رئيس الحكومة على تعقيبات السادة النواب بالجلسة الشهرية للإجابة على الأسئلة المتعلقة بالسياسة العامة في محور "الاستراتيجيات القطاعية في مجال التصنيع"

Gepostet von ‎رئيس الحكومة المغربية‎ am Montag, 30. Dezember 2019

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