Marokko – Regierung erklärt sich bereit, an Westsaharakonferenz teilzunehmen.

Marokko ist bereit zu Gesprächen, sofern Algerien ebenfalls teilnimmt.

Regierungssprecher
Regierungssprecher und Minister für parlamentarische Angelegenheiten.

Regierungssprecher bestätigt, dass Marokko die Einladung des UN – Sondergesandten annehmen wird.

Rabat – Im Anschluss an die gestrige Sitzung des Regierungsrates informierte der Regierungssprecher Mustapha El Khalfi über die Agenda. Ein wichtiges außenpolitisches Thema war die Einladung der UNO und des UNO – Sondergesandten für die Westsahara, Dr. Horst Köhler, zum „Runden Tisch“ in Genf. Die UNO will die Gespräche, um eine Lösung in der Westsahara, wiederbeleben, in dem man alle Beteiligten an einen Tisch bringt. Dabei hat man den Kreis der Beteiligten neben Marokko und der Polisario um Mauretanien und Algerien erweitert. Auch an diese Parteien sind Einladungen gegangen.

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Marokko ist bereit zu Gesprächen, sofern Algerien ebenfalls teilnimmt.

Die Zusage Marokkos ist allerdings an eine Bedingung geknüpft. Der Regierungssprecher sagte dazu: „Die Regierung bestätigt, dass sie die Einladung des persönlichen Gesandten des UN – Generalsekretärs, Dr. Horst Köhler, für die Westsahara erhalten hat und Marokko hat dieser Einladung positiv entsprochen“, so Mustapha El Khalfi. Allerdings betonte er auch, dass Marokko zugestimmt hat an den Gesprächen in Genf teilzunehmen, sofern Algerien ebenfalls teilnimmt. „Wir haben diese positive Entscheidung getroffen“, fuhr er fort, „weil die nationale Sache zurzeit internationale Unterstützung für den vom Königreich vorgeschlagenen Autonomieplan zur Lösung dieses künstlichen Konflikts erfährt.“

Unter Hinweis auf die jüngste Position der Vereinigten Staaten machte der Regierungssprecher deutlich, dass „der von Marokko vorgeschlagene Autonomieplan die einzige Lösung ist, um den Konflikt unter Wahrung der nationalen Souveränität zu lösen“.

Köhler
Dr. Horst Köhler – Premierminister El Othmani – Außenminister Bourita

Mögliche direkte Gespräche zwischen Marokko und der Polisario

Horst Köhler hat Marokko, die Polisario, Algerien und Mauretanien eingeladen, um im kommenden Dezember in Genf über die Saharafrage zu diskutieren. Alle Parteien haben, laut Medienberichten, bis zum 20. Oktober 2018 Zeit, um auf die Einladung zu reagieren. Die Polisario hat erwartungsgemäß bereits positiv auf die Initiative der UNO reagiert, weil sich damit für sie die Chance bietet zu direkten Gesprächen mit Marokko, was das Königreich über Jahren abgelehnt hatte. Neu ist jedoch die Einladung Algeriens. Diese Einladung wird in der marokkanischen Regierung als Erfolg gewertet, da man in Rabat seit Jahren auf den Einfluss Algiers hinweist und wiederholt darauf aufmerksam gemacht hat, dass eine Lösung nur unter Einbindung des östlichen Nachbarn möglich erscheint. Auch die Einbindung Mauretaniens ist wichtig, da die Polisario teils vom Hoheitsgebiet des südlichen Nachbarn Marokkos aus operiert.

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