Marokko – Regierung geht von 4,5% Wirtschaftswachstum beim Haushaltsgesetz 2023 aus.

Landwirtschaft soll wieder ein normales Erntejahr erleben.

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Prognose für BIP-Wachstum höher als die der Zentralbank. Regierungsrat verabschiedet Annahmen für die Haushaltsplanung 2023

Rabat – Die marokkanische Regierung bereitet die Beratungen zum Haushalsgesetz 2023 vor. In wenigen Wochen wird das sog. PLF 2023 im Ministerrat, unter Leitung von König Mohammed VI., und in allen Ausschüssen sowie Kammern des Parlaments beraten.

In seiner gestrigen Sitzung verabschiedete der Regierungsrat, unter Leitung von Premierminister Aziz Akhannouch, die Eckwerte und Annahmen, unter denen das Haushaltsgesetzt PLF 2023 bzw. der Finanzplan der Regierung aufgestellt wird. Wichtigste Eckpunkte sind die Erwartungen zum landwirtschaftlichen Ertrag, vor allem Getreide, und Weltmarktpreise für Energie sowie Rohstoffe, sowohl bezogen auf den Export wie auch auf den Import.

Traditionell ist die Haushaltsdebatte die Gelegenheit der Opposition, die bisherige Arbeit der Regierung im Parlament zu bewerten. Der Haushaltsplan 2023 ist der erste Budgetplan, der Regierung Akhannouch. Das aktuelle Haushaltsgesetz 2022 wurde noch unter dem Vorgänger und damaligen PJD Vorsitzenden El Othmani erarbeitet.

Regierungsprognose für Wirtschaftswachstum optimistischer.

Der Entwurf des Haushaltsgesetzes (PLF) 2023 geht von einer allgemeinen Wirtschaftswachstumsrate von 4,5% des BIP im kommenden Jahr 2023 aus. Das wäre deutlich höher, als die Erwartungen für dieses Jahr. Nach bisherigen Angaben geht man für das laufende Wirtschaftsjahr 2022 von einem Wachstum in Höhe von 1,5% aus. Mit der Erwartung von 4,5% in der Regierungskoalition liegt man über der Prognose der marokkanischen Zentralbank, Bank Al Magrib, die von einem BIP-Plus in Höhe von 4% ausgeht.

In der Regierung Akhannouch legt man der eigenen Schätzung eine Reihe von Annahmen über das nationale Umfeld und die Unsicherheiten in Bezug auf die internationale Konjunkturentwicklung zugrunde, wie aus dem Bericht über die Haushaltsausführung und den makroökonomischen Rahmen für den Dreijahreszeitraum 2023-2025 hervorgeht.

Marokko – Finanzministerin erläutert Haushaltsplanungen 2023

Landwirtschaft soll wieder ein normales Erntejahr erleben.

Diese Annahmen gehen insbesondere von einer Getreideproduktion von 75 Millionen Doppelzentnern, einem Butangaspreis von durchschnittlich 700 US-Dollar pro Tonne, einem Wechselkurs Dollar/Dirham von 9,8, einem Durchschnittspreis für ein Barrel Brent-Rohöl von 98,6 US-Dollar und einer ausländischen Güternachfrage in Marokko (ohne Phosphatprodukte und Derivate) von 4,5% aus.

Dies würde eine Rückkehr zu einer „normalen“ landwirtschaftlichen Saison bedeuten, mit ausreichend Niederschlag (Regen und Schnee), der auch in wenigen Wochen einsetzen müsste. Angesichts der Klimaveränderungen und der erlebten Dürre eine optimistische Annahme.

Auch scheint man in Rabat davon auszugehen, dass die weltweiten Unsicherheiten, durch die weiterhin bestehende Coronavirus (COVID-19) Pandemie, dem Krieg in Europa und der sich im EU-Raum abzeichnenden Rezession, sich entweder im Jahr 2023 aufgelöst oder keinen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung im Königreich haben werden.

Die nicht-landwirtschaftliche Wertschöpfung wird voraussichtlich in einem ähnlichen Tempo wie im Vorjahr weiterwachsen, da sie weiter steigen und 2023 ca.3,6% nach ca. 3,8% im Jahr 2022 verzeichnen wird, so die Annahmen der Regierung. „Das Wachstum der ausländischen Nachfrage in Marokko wird 2022 zwar weiterhin dynamisch bleiben, sich aber voraussichtlich weiter abschwächen. Sie dürfte 2023 um 4,5% steigen, nach 5,2% im Jahr 2022 und 7,7% im Jahr 2021. Dies dürfte zu einem Exportwachstum von 9,6% nach 10,3% im Jahr 2022 führen. Das Importwachstum wird voraussichtlich 6,7% betragen, nach 6,8% im Jahr 2022″, heißt es in der Dreijahresprognose. Der sekundäre und der tertiäre Sektor dürften ihre Wachstumsraten stabilisieren und sich weiter verbessern, so dass sie 2023 3,3% bzw. 3,8% erreicht werden können.

Marokko – Ernteergebnis 2021/2022 um 14% unter Prognose.

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