Marokko – Regierung schafft Koscher – Steuer ab.

Kabinett schafft sog. Koscher – Steuer ab.

Koscher
Premierminister Saad-Eddine El Othmani

Regierung entdeckt alte Steuer auf jüdische Produkte.

Rabat – Das marokkanische Kabinett hat sich in dieser Woche mit einer alten Steuer beschäftigt. Unter Innenminister Driss Basri, Finanzminister Abdellatif Jouahri und unter Herrschaft von König Hassan II. wurden Steuern auf jüdische Produkte erhoben. Die sog. Koscher – Steuer wurde 1985 eingeführt. Auf alle Produkte, die dem jüdischen Geboten entsprachen und entsprechend verkauft wurden, erhob der marokkanische Staat 0,5 marokkanische Dirhams (MDH). Das Geld ging dann von den Behörden an die jüdischen Gemeinden zu deren Finanzierung und Unterstützung.

Kabinett schafft sog. Koscher – Steuer ab.

Nach über 30 Jahren hat nun das marokkanische Kabinett, unter Leitung von Premierminister Saad-Eddine El Othmani, die Steuer ersatzlos aufgehoben. Aus Sicht der Regierung rechtfertigen die Einnahmen den bürokratischen Aufwand nicht, da die jüdische Gemeinde deutlich kleiner ist, als bei der Einführung der Steuer. Der damalige Finanzminister Abdellatif Jouahri ist heute der marokkanische Zentralbankchef (Bank Al-Maghrib).

Lange jüdische Tradition in Marokko.

Die jüdische Gemeinde war über Jahrhunderte ein fester und präsenter Teil der marokkanischen Gesellschaft. Noch immer werden in vielen Städten Marokkos Teile der Altstadt als Melach bezeichnet, was den Wohnort der Bürger mit jüdischem Glauben beschreibt. Die zweitgrößte Gruppe der im Ausland lebender Marokkaner lebt in Israel. Viele Marokkaner jüdischen Glaubens in Israel besitzen auch die marokkanische Staatsbürgerschaft.

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