Marokko – Regierung setzt bei über 300 Arzneimitteln die Mehrwertsteuer aus.

Preise für insgesamt 319 Medikamente sollen fallen.

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Medikamente
Medikamente nicht für alle zugänglich

Gesundheitsministerium will Zugang zu teuren und wichtigen Arzneimitteln erleichtern.

Rabat – Im Rahmen der Umsetzung des Haushaltsgesetzes 2019 haben das Gesundheits- und das Finanzministerium bekanntgegeben, dass man für bestimmte Arzneimittel die Mehrwertsteuer aussetzen wird. Dabei setzt man zwei Kriterien an. Zum einen geht es um Medikamente, die für besondere Behandlungsformen nötig sind, und zum anderen, um Arzneimittel, die mehr als 588 marokkanische Dirham (MAD) pro Einheit kosten. Die Regierung und das Gesundheitsministerium wollen durch die Aussetzung der Mehrwertsteuer den Marokkanerinnen und Marokkanern den Zugang zu wichtigen Medikamenten erleichtern, in dem die Preise sinken können. Zugleich sollen die Preissenkungen nicht zu Lasten der Apotheken gehen. Marokkos Mehrwertsteuer wird in vier Stufen erhoben. Medikamente fallen in die niedrigste Stufe, bei der die Mehrwertsteuer 7% beträgt.

Preise für insgesamt 319 Medikamente sollen fallen.

Nach Angaben der Tageszeitung Akhbar Al Youm, die über die Aussetzung der Mehrwertsteuer in ihrer Wochenendausgabe vom 23. und 24. Februar berichtet, gilt diese Regelung für 319 Medikamenten. Die Preise dieser Medikamente werden gesenkt, so die Zeitung unter Berufung auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums. In dieser Liste finden sich Medikamente, die für bestimmte Krankheiten eingesetzt werden, die teure Behandlungen erfordern, einschließlich besondere Antibiotika, Medikamente zur Behandlungen von Anämie, schwierigen Blutungen, Epilepsie, Sklerose und Polyarthritis. Die Preise für Medikamente zur Behandlung dieser Krankheiten lagen meist über 588 MAD.

Gesundheitsminister
Quelle MAP – Marokkanischer Gesundheitsminister Anas Doukkali

Liste der Medikamente soll erweitert werden.

Das Gesundheitsministerium, das diese Regelung veröffentlicht hat, kündigte seine Absicht an, die Umsetzung der verabschiedeten Arzneimittelpolitik, im Rahmen der Umsetzung des Haushaltsgesetzes 2019 fortzusetzen. Dieser weitere Preisrückgang folgte mehreren früheren Preissenkungen für Arzneimittel, die insbesondere in Krankenhäusern, Kliniken und Apotheken benötigt wurden. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Pharmaunternehmen und die Apotheken die angestrebten Preissenkungen, die für die Patientinnen und Patienten gedacht sind und die zu Lasten der Steuereinnahmen gehen, nicht durch Preiserhöhungen abschöpfen.

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