Marokko – Regierung will Klagen gegen falsche „Pegasus – Berichterstattung“ einleiten.

Regierung kündigt rechtliche Schritte im In- und Ausland an.

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Regierungssprecher
Marokkanischer Regierungssprecher Saaid Amzazi.

Regierung in Rabat kündigt an, gegen „jede Partei vorzugehen, die diese falschen Behauptungen verbreitet“.

Rabat – Die marokkanische Regierung will sich mit allen Mitteln, gegen die in zahlreichen Berichten des Recherchenetzwerkes aus 17 großen Medienanstalten und Verlagen, Forbidden Stories und Amnesty International formulierten Spionagevorwürfen, die im Rahmen der Pegasus-Datenleaks aufgekommen sind, zur Wehr setzen.

Marokko verurteilte am 21. Juli 2021 in einer Erklärung, die über die staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, „auf das Schärfste“ die „anhaltende, massive und böswillige falsche Medienkampagne, die sich auf eine angebliche Infiltrierung der Mobilfunkgeräte mehrerer nationaler und ausländischer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens durch eine Computersoftware beruft“, heißt es in einer Stellungnahme der Regierung El Othmani. Damit reagiert Rabat auf die Berichterstattung, vor allem in europäischen Medien, vorrangig in Frankreich und Deutschland, wonach Marokko die Spyware Pegasus des israelischen Herstellers NSO Group eingesetzt hat.

Marokko fordert Beweise für die Vorwürfe.

Nach Angaben des Recherchenetzwerkes, Forbidden Stories sowie Amnesty Internation hat diese Software mindestens elf Staaten in die Lage versetzt, mehr als 50.000 Telefonnummern auszuspionieren. Zu den Zielpersonen sollen Aktivisten, Politiker, Staatsoberhäupter, aber auch Anwälte und Journalisten gehören. Von diesen ca. 50.000 Einträgen sollen sich alleine 10.000 Angriffe oder Angriffsversuche auf Aktionen Marokkos beziehen.

Die marokkanische Regierung „weist diese falschen und unbegründeten Behauptungen kategorisch zurück und fordert ihre Verkünder, einschließlich Amnesty International und das ‚Forbidden Stories‘-Konsortium, sowie ihre Unterstützer und Förderer auf, den geringsten greifbaren und materiellen Beweis zur Unterstützung ihrer surrealistischen Darstellungen zu liefern“, so die Erklärung weiter.

Rabat sieht sich als Opfer einer Medienkampagne.

Außerdem ist Marokko, so die gleiche Erklärung, „wieder einmal das Ziel dieser Art von hasserfüllten Angriffen, die den Wunsch einiger Medienkreise und NGOs erkennen lassen, es unter ihre Anordnungen und Aufsicht zu stellen. Zu ihrem großen Missfallen ist dies nicht möglich.“ (…)

„Das Königreich Marokko, das in den letzten Jahren in vielen Bereichen große Erfolge erzielt hat, wird seinen wirtschaftlichen Aufschwung und seine soziale Entwicklung weiter festigen“, fügte die gleiche Quelle hinzu.

Regierung kündigt rechtliche Schritte im In- und Ausland an.

Die Erklärung der Regierung schloss damit, dass „das Königreich sich für ein rechtliches Vorgehen in Marokko und international gegen jede Partei entschieden hat, die diese falschen Anschuldigungen aufgreift“.

Bereits im Juni 2020 wurden die marokkanischen Behörden von Amnesty International und Forbidden Stories angeprangert, indem sie den Vorwurf erhoben, Marokko habe die Pegasus-Software zur Bespitzelung des Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Omar Radi eingesetzt. Auch damals bestritt dies die Regierung und forderte Beweise.

Marokko – PEGASUS – Spyware – Regierung bestreitet Einsatz gegen Journalisten.

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