Marokko – Scharfe Kritik an veröffentlichten Karikaturen des Propheten.

Marokko schließt sich Protestnoten zahlreicher muslimischer Länder an.

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Außenministerium
Marokkanisches Außenministerium in Rabat

Ablehnung und Verurteilung des Missbrauchs der Religionen zu Gewalt und Hetze.

Rabat – Das Königreich Marokko verurteilte am gestrigen Sonntag (25. Oktober 2020) scharf die anhaltende und demonstrative Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed, die die muslimische Welt als Beleidigung und Provokation empfindet.

„Das Königreich prangert diese Taten an, die die Unreife ihrer Täter widerspiegeln“, und bekräftigt, „dass die Freiheit des einen dort endet, wo die Freiheit und der Glaube des anderen beginnt,“ heißt es in einer Erklärung des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und Marokkaner im Ausland, die auf der eigenen Website und über die staatliche Nachrichtenagentur MAP veröffentlicht wurde.

„Das Recht auf freie Meinungsäußerung kann aus keinem Grund die verletzenden Provokationen und die Beleidigungen der muslimischen Religion rechtfertigen, die mehr als zwei Milliarden Anhänger in der ganzen Welt hat,“ so das Ministerium weiter.

Ablehnung jeder Form von Gewalt im Namen der Religion.

„So sehr es alle verübten obskurantistischen und barbarischen Gewalttaten verurteilt, die angeblich im Namen des Islam verübt werden, so sehr tritt das Königreich Marokko gegen diese missbräuchlichen Provokationen der Heiligkeit der muslimischen Religion auf,“ so das Außenministerium unter Leitung von Nasser Bourita weiter.

„Das Königreich Marokko, wie auch andere arabische und muslimische Länder, ruft dazu auf, Ressentiments nicht länger zu schüren und Urteilsvermögen und Respekt für das Anderssein als Voraussetzung für das Zusammenleben und einen gelassenen Dialog der Religionen zu zeigen, betont das Ministerium abschließend.

Macron
König Mohammed VI. und Präsident Macron in Paris

Marokko schließt sich Protestnoten zahlreicher muslimischer Länder an.

Das nordafrikanische Land Marokko schließt sich mit dieser Erklärung einer ganzen Reihe vornehmlich muslimischer Länder an, die die erneute Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in Frankreich verurteilten.

Am 16. Oktober 2020 wurde der französische Lehrer Samuel Paty auf der Straße von einem 18-jähriger Schüler aus Tschetschenien enthauptete, weil, nach bisherigen Ermittlungsergebnissen, der Geschichtslehrer, während einer Schulstunde über Meinungsfreiheit, Karikaturen des Propheten Muhammad zeigte. Dies löste besonders in Frankreich aber auch in der übrigen Welt entsetzen und Empörung aus. Diese schlug in Frankreich in einer demonstrativen Veröffentlichung der Karikaturen um. Im Islam sind grundsätzlich alle bildhaften Darstellungen, insbesondere des Propheten oder gar Allahs verboten und werden von Muslime als grobe Missachtung wahrgenommen.

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