Algerien – Spanischer Außenminister zu Gasverhandlungen in Algerien erwartet.

Algerien will Durchleitung von Gas über Marokko vermeiden.

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Außenminister
Spanischer Außenminister José Manuel Albares

Algerien ist Spaniens wichtigster Energielieferant. Spaniens Außenminister Albares will Energielieferungen absichern.

Algier – Der spanische Außenminister José Manuel Albares wird sich am heutigen Donnerstag (29. September 2021) nach Algier begeben, um mit den dortigen Behörden über die Weiterleitung von algerischem Erdgas nach Spanien zu sprechen, wie sein Ministerium am 28. September mitteilte.

Diese Reise, die nach Angaben Madrids dazu dient, die Gasversorgung Spaniens sicherzustellen, erfolgt wenige Wochen vor dem Auslaufen eines wichtigen Abkommens über die Lieferung von algerischem Gas über die Gaspipeline Maghreb-Europa (GME), die durch Marokko verläuft.

Algier, das enge wirtschaftliche Beziehungen zu Madrid unterhält, ist Spaniens wichtigster Erdgaslieferant. Die beiden Länder sind seit 1996 durch die GME-Pipeline verbunden, die auch Portugal versorgt und durch marokkanisches Gebiet führt. Seit 2011 versorgt eine zweite Pipeline, Medgaz, Spanien direkt aus Algerien.

Der Besuch des spanischen Außenministers findet in einen Kontext statt, in dem die Energiepreise auf dem Weltmarkt deutlich gestiegen sind, auch in Spanien und indem die Regierung Mitte September eine Reihe neuer Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauschs verabschiedet hat.

Algerien will Durchleitung von Gas über Marokko vermeiden.

Die Vereinbarung über die Nutzung der GME, der größeren dieser beiden Pipelines, läuft am 31. Oktober aus. Algerien hat bereits angekündigt, zukünftig auf die Durchleitung von Gas nach Spanien und Portugal zu verzichten.

Zwei Tage nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Marokko erklärte Algier, es sei in der Lage, seine gesamten Erdgasexporte über die Medgaz-Pipeline nach Spanien umzuleiten. Die Kapazität dieser Pipeline beträgt derzeit ca. acht Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Es wird jedoch erwartet, dass sie bis Ende des Jahres um 25 % erweitert werden kann. Derzeit ist unklar, ob die Verhandlungen mit Marokko unwiderruflich beendet sind. Die diplomatischen Spannungen zwischen Marokko und Algerien wachsen derzeit praktisch täglich an.

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