Marokko – Spanischer Premierminister heute in Marokko erwartet.

Treffen mit König Mohammed VI. ist ungewiss.

Premierminister Pedro Sánchez reist am heutigen Montag zu seinem ersten Besuch ins Königreich.

Madrid/Rabat – Der sozialistische Premierminister Pedro Sánchez wird heute in der marokkanischen Hauptstadt Rabat erwartet. Das ist der erste Besuch des spanischen Regierungschefs, seit er zum Premierminister gewählt wurde. Traditionell reist ein spanischer Premierminister als erstes nach der Amtsübernahme in das Nachbarland Marokko. Doch in den letzten fünf Monaten hat sich kein passender Termin finden können, da sich vor allen ein Treffen mit König Mohammed VI. nicht vereinbaren lies. Nun soll es zu einem Treffen zumindest zwischen Pedro Sánchez und seinem marokkanischen Amtskollegen Saad-Eddine El Othmani kommen.

Treffen mit König Mohammed VI. ist ungewiss.

Das der spanische Premierminister heute nach Marokko reist, hat er auf einer Pressekonferenz in Guatemala bestätig. Er wird dabei von weiteren hochrangigen Beamten und Ministern begleitet. Unter anderem begleitet Innenminister Fernando Grande-Marlaska seinen Regierungschef.

Unklar ist, ob es zu einem Treffen mit dem marokkanischen König Mohammed VI. kommen wird. Beide hatten bereits vorab die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch, an dem auch König Felipe VI. von Spanien teilnahm, am Rande des 1. Friedensforums von Paris Anfang des Monats. Angesprochen auf ein Treffen mit dem Monarchen teilte Premierminister Sánchez mit: „Ich habe um eine Audienz beim König von Marokko gebeten, in diesem Moment ist das alles, was ich dazu sagen kann“.

Zahlreiche Themen stehen auf der Tagesordnung.

Bei dem Besuch in Marokko stehen zahlreiche Themen auf der Tagesordnung. Die beiden Nachbarländer und Königreiche verbindet nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch eine enge wirtschaftliche Vernetzung. In Spanien leben mehrere hunderttausende Marokkanerinnen und Marokkaner. In Fragen der Inneren Sicherheit, der Terrorbekämpfung und in Fragen der Migration gibt es eine enge Zusammenarbeit, auch wenn es immer wieder unterschiedliche Ansichten gibt.

Beziehungen zwischen Marokko und Spanien abgekühlt.

Zwischen den beiden Nachbarländern haben sich in den letzten Jahren die Beziehungen abgekühlt. Nicht nur Premierminister Sánchez hatte Schwierigkeiten einen Besuchstermin mit Rabat abzustimmen. Seit rund einem Jahr wird der Staatsbesuch von König Felipe VI. von Spanien immer wieder verschoben. Tatsächlich gibt es zahlreiche Anlässe für Unstimmigkeiten zwischen den Nachbarn. Madrid wünscht sich, dass Marokko verstärkt gegen die sog. illegale Migration nach Spanien vorgeht und versucht in diesem Kontext wirtschaftlichen Druck auszuüben. Marokko hält bisher dagegen und weigert sich die Migrationspolizei für Spanien zu spielen oder gar Auffangzentren einzurichten. Im Gegenzug wünscht sich Marokko mehr Unterstützung in der Westsaharafrage.

Im letzten Jahr kritisierten spanische Militärs den Start eines marokkanischen Beobachtungssatelliten, den diese als Schwächung der eigenen „militärischen Überlegenheit“ betrachten. In Rabat hat man erneut das Gefühl, dass Spanien in Marokko keinen Gesprächspartner auf Augenhöhe sieht. Daran möchte der sozialistische Premierminister arbeiten.