Marokko – Spekulationen über Besuch von israelischem Außenminister im August.

Keine Angaben über den Besuch von Nasser Bourita in Israel oder einer Botschaft in Tel Aviv.

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Außenminister
Quelle israelisches Außenministerium Facebook 2021 - Außenminister Israel Yair Lapid

Israelischer Außenminister Yair Lapid könnte einer baldigen Eröffnung der israelischen Botschaft in Rabat beiwohnen.

Rabat / Tel Aviv – Der israelische Außenminister Yair Lapid soll für Anfang nächsten Monat einen Besuch in Marokko planen. Möglicher Anlass könnte die Umwandlung der ständigen israelischen Vertretung in eine offizielle Botschaft sein, so die Nachrichtenseite Walla, am gestrigen Sonntag (18. Juli 2021) unter Berufung auf diplomatische Kreise in Tel Aviv. In der kommenden Woche sei ein Telefongespräch zwischen ihm und seinem marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita geplant, in dem es, unter anderem, um die Weiterentwicklung der Beziehungen und einem Besuch des israelischen Außenministers in Rabat gehen soll. Ein mögliches Hindernis wäre lediglich in der Coronavirus epidemiologischen Entwicklung in beiden Ländern zu sehen. Von marokkanischer Seite gab es bisher keinen Kommentar. Der Besuch wäre der erste eines israelischen Ministers, seit die beiden Länder im vergangenen Jahr die „Normalisierung“ der Beziehungen vereinbart haben.

Nasser Bourita zu einem Besuch in Israel eingeladen.

Bereits am 6. Juli 2021 überreichte der israelische Staatssekretär im Außenministerium, Alon Ushpiz, bei seinem Besuch in Rabat dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita eine schriftliche Einladung zu einem Besuch in Israel. Auf seiner Facebook-Seite schrieb der neue israelische Außenminister: „Dies wird das erste Mal in der Geschichte sein, dass ein marokkanischer Außenminister zu einem offiziellen Besuch in Israel erwartet wird.“ Darüber hinaus gab er bekannt, dass bis Ende des Monats (Juli) die Direktflüge zwischen Israel und Marokko beginnen sollen, die nun mehrfach angekündigt und aufgrund logistischer, bürokratischer und nicht zuletzt wegen der Pandemieentwicklung immer wieder verschoben wurden.

Nasser Bourits
Marokkanischer Außenminister Nasser Bourita und israelischer Staatssekretär im Außenministerium Alon Ushpiz

Israelisches Konsulat bereits in den V.A.E eröffnet.

Der israelische Außenminister wohnte bereits einer Konsulatseröffnung Israels in den Vereinigten Arabischen Emiraten V.A.E bei. Nach dem Treffen mit Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan, Außenminister und auch zuständig für Internationale Zusammenarbeit der Emirate, verkündete Yair Lapid: „Als Teil des Treffens haben wir ein Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, das die Beziehungen zwischen den beiden Ländern stärkt und zu einem wirtschaftlichen und kommerziellen Durchbruch führt.

Vereinigte Arabische Emirate
Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan, Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate V.A.E und Israels Außenminister Yair Labid

Keine Angaben über den Besuch von Nasser Bourita in Israel oder einer Botschaft in Tel Aviv.

Von Seiten Marokkos gibt es keine Informationen über den weiteren Ablauf der Normalisierung der Beziehungen zu Israel, wie es offiziell in Rabat weiter heißt, denn von der Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen ist in den Abkommen zwischen beiden Ländern, die auf Vermittlung der USA unter Donald Trump zustande gekommen sind, nicht die Rede, worauf auch das israelische Nachrichtenportal Walla hinweist. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass erst im direkten Telefongespräch zwischen dem damaligen Premierminister Benjamin Netanyahu und König Mohammed VI. die Weiterentwicklung bis hin zur Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen und die Eröffnung von Botschaften zur Sprache kam. Zuletzt kam es in Medienberichten zu Spekulationen über die bevorstehende Eröffnung einer marokkanischen Botschaft in Tel Aviv, da das jetzige Gebäude der ständigen Vertretung Marokkos aufwändig saniert wurde.

Marokko tut sich schwer mit der Annäherung zu Israel.

In Marokko lebt die größte jüdische Gemeinde in Nordafrika mit etwa 3.000 Menschen, die traditionell unter besonderen Schutz der Monarchie steht. In Israel leben etwa 700.000 bis 800.000 Menschen jüdischen Glaubens mit marokkanischer Herkunft und doppelter Staatsbürgerschaft. In der neu gewählten Knesset (israelisches Parlament) ist erstmals eine arabische Partei an der Regierung beteiligt und vier Ministerinnen und Minister bzw. Staatssekretärinnen und Sekretäre haben einen familiären Bezug zu Marokko. König Mohammed VI. ist in Israel sehr beliebt. Die Beziehungen waren daher schon immer gegeben, doch die Palästinenserfrage, für die sich Marokko seit Jahrzehnten engagiert, macht es dem Königreich und seinen Menschen nicht einfach. Tatsächlich lehnen weiterhin viele Gruppen, insbesondere innerhalb der islam-konservativen Regierungspartei PJD, unter dem Vorsitz des Premierministers El Othmani, die Annäherung ab, beugen sich aber der Weisung des Monarchen. Dennoch will man auch der arabischen Welt dokumentieren, dass man weiterhin hinter den Palästinensern stehe und empfing den Hamas-Führer, Ismail Haniyeh, Mitte Juni in Rabat.

Marokko – Gaza Hamas – Führer Ismail Haniyeh in Marokko

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