Marokko – Staffan de Mistura offiziell Westsahara Sonderbeauftragter des UNO-Generalsekretärs

Schwerer Auswahlprozess und zahlreiche abgelehnte Kandidaten

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Sondergesandter
Persönlicher Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für die Westsahara - Staffan de Mistura

74-jähriger italienisch-schwedischer Diplomat Staffan de Mistura wurde in der Nacht von den Vereinten Nationen UNO offiziell bestätigt.

New York – Ca. 28 Monate nach dem Rücktritt des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, ist der Posten des persönlichen Gesandten des UN-Generalsekretärs in der Westsahara nun wieder besetzt. Die Ernennung des italienisch-schwedischen UNO – Diplomaten Staffan de Mistura, die seit mehreren Wochen geplant war, wurde nun offiziell verkündet, nachdem sie zuvor vom UN-Sicherheitsrat, von der Polisario und zuletzt von Marokko gebilligt worden war.

Der neue persönliche Gesandte wird seine „guten Dienste im Namen des Generalsekretärs zur Verfügung stellen“, so die UN in einer Erklärung. „Er wird mit allen relevanten Gesprächspartnern, einschließlich der Parteien, der Nachbarländer und anderer Akteure, zusammenarbeiten und sich dabei von der Resolution 2548 (aus dem Jahr 2020) des Sicherheitsrats und anderen einschlägigen Resolutionen leiten lassen,“ heißt es weiter.

Schwerer Auswahlprozess und zahlreiche abgelehnte Kandidaten

Der neue Sondergesandte für die Westsahara scheint für den UNO – Generalsekretär ein Wunschkandidat zu sein, wurde er von Antonio Guterres mehrfach den beteiligten Parteien vorgeschlagen. Insgesamt sollen 13 Kandidaten von den Parteien im Laufe der über zwei Jahre der Vakanz abgelehnt worden sein. Auch Staffan de Mistura soll bereits im Juli 2021 von Marokko kritisch bewertet worden sein, nachdem er sich dafür eingesetzt haben soll, dass nur noch die beiden direkten Konfliktparteien Marokko und Polisario, zu Verhandlungen zusammenkommen sollten. Für Rabat war dies ein Ablehnungsgrund, da man nicht müde wird darauf hinzuweisen, dass das Nachbarland Algerien hinter der Polisario steht und damit eine Konfliktpartei sei. Unter Dr. Köhler kamen insgesamt vier Parteien zu Gesprächen zusammen. Neben Marokko und der Polisario auch Algerien und Mauretanien. Marokko stimmte zuletzt der Kandidatur doch zu, da die USA zunehmend Ungeduld gezeigt haben und die Erklärung vom gestrigen Abend deutlich macht, dass alle bisher beteiligten Parteien in den Vermittlungsprozess wieder eingebunden werden.

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