Marokko – Tourismus soll mit 2 Mrd. MAD unterstützt werden.

Notfallplan setzt sich aus Entlastungen und Beihilfen zusammen.

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Tourismuskomplex
Tourismuskomplex Taghazout Bay nahe Agadir

Beihilfen, Stundungen, Steuererleichterungen und Investitionszuschüsse für den Tourismussektor

Rabat – Die marokkanische Regierung reagiert auf die Situation im Tourismussektor, der von den bisherigen sowie neuerlichen Grenzschließungen besonders betroffen ist und erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen muss.

Das Ministerium für Tourismus, Handwerk und Sozialwirtschaft gab am Dienstag (18. Januar 2022) bekannt, dass die Regierung einen Notfallplan in Höhe von 2 Milliarden marokkanische Dirham MAD zur Unterstützung des Tourismussektors genehmigt hat, einem „Sektor, der für die Wirtschaft des Königreichs von grundlegender Bedeutung ist.“

Diese Entscheidung folgt auf die Sitzung vom Freitag, den 14. Januar 2022, unter dem Vorsitz des Regierungschefs Aziz Akhannouch, bei der Fatim-Zahra Ammor, Ministerin für Tourismus, Handwerk und Sozial- und Solidarwirtschaft, in Anwesenheit von Nadia Fettah, Ministerin für Wirtschaft und Finanzen, und Fouzi Lekjaa, stellvertretender Minister für Haushalt, den Notfallplan für den Sektor vorstellte, bestätigte eine Pressemitteilung des Ministeriums. „Nach mehr als 22 Monaten Gesundheitskrise ist diese neue Reihe von Unterstützungsmaßnahmen ein starkes Signal an die Tourismusbranche, dass die Rettung von Unternehmen ermöglicht, die massive Vernichtung von Arbeitsplätzen verhindert und die Wiederbelebung des Sektors vorbereitet“, heißt es in der Erklärung weiter.

Notfallplan setzt sich aus Entlastungen und Beihilfen zusammen.

Insgesamt wurden fünf Maßnahmen bekanntgegeben.

  • Die Verlängerung der Zahlung der Pauschalbeihilfe von 2.000 MAD im ersten Quartal 2022 an alle Beschäftigten im Tourismussektor, die touristischen Transportunternehmen und die klassifizierten Restaurants.
  • Die Stundung der CNSS-Gebühren (Anm. d. Autors Sozialbeitrage) für sechs Monate für dieselben Angestellten.
  • Ein Zahlungsmoratorium für Bankraten von bis zu einem Jahr für Hoteliers und Reiseveranstalter. Die Zwischenzinsen werden vom Staat für einen Zeitraum übernommen, der den Monaten entspricht, in denen im Jahr 2021 und im ersten Quartal 2022 keine Aktivitäten stattfinden konnten.
  • Die Übernahme der von Hoteliers in den Jahren 2020 und 2021 zu zahlenden Gewerbesteuer durch den Staat.
  • Die Gewährung eines staatlichen Zuschusses für das Hotelgewerbe in Höhe von insgesamt 1 Mrd. MAD. Mit diesem Zuschuss sollen die Investitionsanstrengungen (Instandhaltung, Renovierung, Ausbildung usw.) von Hotels unterstützt werden, die sich auf eine rasche Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit nach der Wiedereröffnung der Grenzen vorbereiten wollen.

Diese Maßnahmen sind das Ergebnis mehrerer vorheriger Treffen zwischen der zuständigen Ministerin Fatim-Zahra Ammor und der Confédération Nationale du Tourisme (CNT) sowie von Beratungen zwischen dem Wirtschafts- und Finanzministerium und dem Groupement Professionnel des Banques du Maroc (GPBM), heißt es abschließend in der gleichen Pressemitteilung.

Betroffene machen mit Kampagne auf sich aufmerksam.

Tourismus
Beschäftigte im Tourismus fördern Grenzöffnungen

Unternehmer und Beschäftigte im Tourismussektor hatten Druck auf die Regierung ausgeübt und eine eigene Medienkampagne gestartet, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Sie fordern in erster Linie die Öffnung der Landesgrenzen und die Einreisemöglichkeit für Touristen sowie für Marokkanerinnen und Marokkaner im Ausland MRE. Ob diese Beihilfen die Nöte der Beschäftigten im Tourismus lindern helfen, muss abgewartet werden. Nicht wenige haben bereits ihre Arbeit verloren und haben nur geringe finanzielle Reserven, da viele als selbstständige Subunternehmer oder Freiberufler (Tourguids, Fremdenführer) tätig sind. Auch der Betrag von 2.000 MAD (weniger als 200 Euro) für das erste Quartal wird kaum dazu genügen, die Lebenshaltungskosten in den Tourismuszentren zu decken.

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