Marokko – UNO kann keine illegale Aktion der Polisario erkennen.

König Mohammed VI. forderte die UNO auf sich zu engagieren.

UNO
UNO gibt Stellungnahme ab.

UNO widerspricht der Darstellung Marokkos und sieht keinen Handlungsbedarf.

New York – Während Marokko seit dem Wochenende verstärkt behauptet, dass die Polisario das Waffenstillstandsabkommen wiederholt verletzt hat und Marokko nun sogar mit militärischen Konsequenzen droht, kann die UNO keine illegale Aktion der Polisario erkennen. Der Sprecher der UNO, Stéphane Dujarric, sagte dazu; „MINURSO (UN-Friedensmission in der Westsahara) hat keine Bewegung militärischer Einheiten im Nordosten der Sahara-Pufferzone beobachtet“. Marokko hatte zuletzt behauptet, dass die Polisario in die Pufferzone an der Grenze zu Algerien eingedrungen ist und plane dort staatliche Strukturen aufzubauen, indem es Teile des sog. Parlaments und des sog. Verteidigungsministeriums einrichtet.

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Die Polisario verletze marokkanisches Hoheitsgebiet.

Erst am letzten Sonntag hatte Marokko seine Rhetorik deutlich verschärft. In einer eilig einberufenen Dringlichkeitssitzung der beiden Kammern des Parlaments, am letzten Sonntag in Rabat, informierte der marokkanische Außenminister Nasser Bourita und der marokkanische Innenminister Laftit über Grenzverletzungen durch die Polisario. Nach Angaben beider Minister solle die Polisario, nahe der Ortschaft Bir Lahlou, bewaffnete Einheiten stationiert haben. Der Ort Bir Lahlou befindet sich nach Auffassung Marokkos auf dem Hoheitsgebiet des Königreiches. Noch am gleichen Tag traf sich der Ministerrat unter Leitung von Premierminister El Othmani und unter Teilnahme aller Parteivorsitzenden der im Parlament vertretenen Fraktionen. Der ständige Botschafter Marokkos bei der UNO sprach zeitgleich sogar von einem drohenden Kriegsfall. Nun widerspricht die UNO der marokkanischen Darstellung.

König Mohammed VI. forderte die UNO auf sich zu engagieren.

Für Marokko kommt die Stellungnahme der UNO einer diplomatischen Niederlage gleich. Erst am gestrigen Montag hatte sich König Mohammed VI. per Brief an den UN – Generalsekretär gewendet und entsprechendes Engagement der UNO eingefordert. Nach der heutigen Stellungnahme der UNO kann Marokko damit nicht rechnen. Im Gegenteil, nun muss Marokko seine Behauptungen untermauern bzw. beweisen und ist diplomatisch in der Defensive. Es ist aber nur schwer vorstellbar, dass das Königreich solche Behauptungen aufstellen würde, wenn es keine Grundlage gebe. Ob aber die Ereignisse ausreichend sind, um mit Militärschlägen zu drohen, muss nun bewertet werden.

Marokko kündigt an, seinen Beobachtungssatelliten einzusetzen.

Marokko hat wohl schon auf die geänderte diplomatische Situation reagiert. Das Königreich hat durchsickern lassen, dass man den eigenen Beobachtungssatelliten Mohammed VI-1 zum Einsatz bringen möchte. Er soll die Bewegungen der Polisario in den Regionen um Mahbes, Tifariti, Guerguerat und Bir Lahlou dokumentieren.

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