Marokko – US-Außenminister in Marokko

Wirtschaft und Sicherheitsfragen stehen auf der Agenda. Spekulationen über Beratungen zum Nahost-Konflikt.

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Quelle marokkanisches Außenministerium - Marokkanischer Außenminister Nasser Bourita empfängt US-Außenminister Michael Pompeo in Rabat

Außenminister Pompeo zu Gesprächen in Rabat eingetroffen.

Rabat – Der US-Außenminister Michael Pompeo ist zu einem Kurzbesuch in der marokkanischen Hauptstadt Rabat eingetroffen. Ursprünglich wurde der amerikanische Chefdiplomat schon am gestrigen Mittwoche erwartet. Er sollte direkt vom gestern endenden NATO – Gipfel in London nach Marokko reisen. Doch kurzfristig wurde der Zeitplan umgestellt. Außenminister Pompeo reiste nun doch zunächst in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, um sich mit dem amtierenden israelischen Außen- und Premierminister Benjamine Netanyahu zu treffen.

Wirtschaft und Sicherheitsfragen stehen auf der Agenda. Spekulationen über Beratungen zum Nahost-Konflikt.

In Marokko soll es bei Gesprächen mit dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita und dem Regierungschef Dr. Saad-Eddine El Othmani um zahlreiche Themen der Wirtschaftspolitik und Sicherheitskooperation gehen. Nach nicht offiziell bestätigten Medienberichten soll es auch, um die Westsahara-Frage und einer möglichen diplomatischen Öffnung gegenüber Israel gehen. Die USA stehen derzeit im Abseits, was den sog. „Deal des Jahrhunderts“ betrifft, der zu einer Lösung des Nahost-Konflikts, um Palästina führen soll. Der erste Teil wurde bereits von Sonderberater Kushner vorgestellt. Nahezu geschlossen lehnten die islamischen und arabischen Länder „das Abkaufen der Rechte der Palästinenser“ ab. Auch Marokko, als enger Verbündeter der USA, lehnte den ersten Teil des Kushner-Plans ab.

Treffen mit König Mohammed VI. geplant.

US-Außenminister Pompeo soll auch mit König Mohammed VI. zusammentreffen. Der marokkanische König ist nicht nur Staatsoberhaut und Souverän des nordafrikanischen Landes, sondern auch Vorsitzender des sog. Al Quds Komitees, das sich im Auftrag der islamischen Staaten für die Belange der Palästinenser einsetzt. Marokko unterstützt das Volk der Palästinenser offen durch wirtschaftliche Mittel und durch Sachleistungen, wie z.B. einem mobilen Krankenhaus. Vor allem konzentriert man sich in Rabat auf die Autonomiebehörde unter der Führung von Präsident Abbas. Dabei versucht sich das Königreich mit klaren aber gemäßigten Stellungnahmen für die Rechte und Ansprüche der Palästinenser einzusetzen.

Dem marokkanischen Königreich werden traditionell sehr gute Beziehungen zum Weißen Haus nachgesagt. Privat hat man bis heute enge Kontakte zur Familie Clinton. Über direkte Kontakte oder Beziehungen zur Familie Donald Trump ist nichts bekannt.

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