Marokko – USA mit Plänen für eine „militärisch-industrielle Basis“ im Königreich.

Sorge vor Russlands wachsenden Einfluss auf Afrika. Konflikt zwischen Algerien und Marokko betrifft auch USA und Russland.

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US-Verteidigungsministerium mutmaßlich mit fertigen Plänen in der Schublade, um in Marokko einen militärisch-industriellen Komplex aufbauen zu können.

Washington – US-Präsident Joe Biden selbst habe nach Berichten der Nachrichtenseiten „The Middle East Monitor“ und „New York Daily News“ seinen Außenminister und den Verteidigungsminister vor einiger Zeit mit der Ausarbeitung eines Planes beauftrag, der es erlauben würde, in dem nordafrikanischen Königreich Marokko, bei Bedarf und kurzfristig, eine militärisch-industrielle Basis aufzubauen.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin habe den Medienberichten zur Folge bereits einen Notfallplan für einen militärisch-industriellen Stützpunkt der USA in Marokko ausgearbeitet.

Der Plan wurde Ende Dezember 2022 nach hochrangigen Gesprächen bekannt, in denen Biden und Austin die neue globale Militärstrategie der USA erörterten. „Biden bat Austin, das Pentagon zu drängen, die logistischen und rechtlichen Aspekte von Investitionen der US-Rüstungsindustrie in Marokko zu vereinfachen“, heißt es weiter. Welchen Umfang diese Basis haben könnte und welche Bereiche der Rüstungsindustrie eingebunden wären, wird nicht deutlich.

Marokko bekommt mehr Bedeutung bei den strategischen Planungen der USA.

Dank der Entwicklung dieser militärisch-technischen Fähigkeiten wird ggf. die führende Rolle Rabats im Kampf gegen den Terrorismus sowie seine Integration in die internationalen militärischen Planungen ausgebaut

„Biden erhielt vor seinem Treffen mit Austin einen detaillierten Bericht von CIA-Direktor William Burns. Dieser Bericht befasste sich mit der Ausweitung des russischen Einflusses in Afrika, insbesondere in Simbabwe, Sudan, der Zentralafrikanischen Republik, Algerien und den Ländern der Sahelzone sowie der Sub-Sahara“, berichtet Middle East Monitor.

In dem CIA-Bericht werde hervorgehoben, dass Russland das algerische Regime nicht nur militärisch und politisch nachdrücklich unterstütze, sondern auch Gespräche über die Einrichtung einer großen Logistikbasis führe. Dies würde einen wichtigen Zugang Russlands zu Absatzmärkten in den Ländern der Sub-Sahara schaffen. Aber v. a. würde es den Interessen Washingtons und seiner Verbündeten in der Region erheblich schaden.

Konflikt zwischen Algerien und Marokko betrifft auch USA und Russland.

Die Maghreb-Region ist vor allem durch den Konflikt zwischen Algerien und Marokko geprägt und belastet. Während beide Länder um Einfluss auf Nordafrika und auf die Sub-Sahara Region wetteifern und sich sowohl um Grenzziehungen wie auch um die Westsahara streiten, stehen hinter ihnen die beiden Atommächte Russland und USA.

Marokko ist der älteste Verbündete der USA und war das erste Land der Welt, dass die Vereinigten Staaten nach dem Unabhängigkeitskrieg als Nation anerkannten (20. Dezember 1777). Zugleich liegt das Land strategisch günstig an der Schnittstelle zischen Atlantik und Mittelmeer sowie nur durch wenige Kilometer getrennt von Europa. Im Kampf gegen den Terrorismus ist Marokko sowohl für die USA als auch für Europa unverzichtbar.

Algeriens engster Partner ist Russland. Algerien orientiert sich seit seiner Unabhängigkeit ideologisch, wenn auch in angepasster Form, an den Ideen der Sowjetunion, hält bis heute zahlreiche sozialistische Grundprinzipien hoch und pflegt ähnlich wie Moskau eine ausgeprägte Erinnerungskultur in Bezug auf den Kampf um „Unabhängigkeit“ sowie dem damit verbundenen Märtyrerkult. Moskau ist zugleich der wichtigste Lieferant von Rüstungsgütern für Algier und gemeinsam sitzt man im OPEC+ Rat.

Damit stehen sich nicht nur Marokko und Algerien im Maghreb gegenüber, sondern letztendlich auch die USA und Russland, was angesichts des derzeit stattfindenden Russland-Ukraine – Kriegs, in dem die EU-Staaten und die USA Kiew gegen Moskau unterstützen, nochmals an Bedeutung gewonnen hat.

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