Marokko – USA stehen hinter Israel bei der Normalisierung seiner Beziehungen.

Marokko wartet auf ein bestätigendes Signal aus Washington.

1701
Weißes Haus
Sitz der US-Präsidenten - das Weiße Haus in Washington

Biden-Administration begrüßt die neuen Beziehungen Israels u.a. zu Marokko.

Rabat/Tel Aviv/Washington – Die Biden-Administration unterstützt das marokkanisch-israelische Standardisierungsabkommen.

Es liegt ein erstes offizielles Statement zum Thema „Normalisierung“ der Beziehungen zwischen arabisch-islamischen Staaten und Israel aus Richtung der USA und der neuen Biden-Regierung vor.

Nach einem ersten offiziellen Kontakt zwischen der neuen US-Administration und der israelischen Regierung gab es deutliche Signale, dass die von der Trump-Administration vorangetriebene Nah-Ost Politik nicht negativ bewertet wird. Jake Sullivan, Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, versprach seinem israelischen Amtskollegen Meir Ben Shabbat, dass die Vereinigten Staaten sich in allen regionalen Sicherheitsfragen eng mit Israel beraten werden.

„Normalisierung“ der Beziehungen zwischen Marokko und Israel einbezogen.

Der Nationale Sicherheitsrat der USA (NSC) veröffentlichte am Sonntag auf der Website des Weißen Hauses eine Erklärung zu diesem Austausch mit seinem israelischen Amtskollegen. Darin heißt es, dass Sullivan die Normalisierungsabkommen mit den VAE, Bahrain, Sudan und Marokko begrüßt. „Sie diskutierten Möglichkeiten, die Partnerschaft in den kommenden Monaten zu stärken, aufbauend auf dem Erfolg der israelischen Standardisierungsabkommen mit den VAE, Bahrain, Sudan und Marokko“, hieß es in der Erklärung.

US-Administration
Quelle Weißes Haus – USA unterstützen Abkommen Israels mit Marokko und anderen arabischen Staaten.

Verzögerung bei der Umsetzung der Abkommen zw. Israel, Marokko und USA

Die Umsetzung der Abkommen zwischen Marokko, Israel und den USA ist derzeit ins Stocken gekommen. Weder sind die Flugverbindungen zwischen Israel und Marokko gestartet worden, auch wenn ein Luftverkehrsabkommen kürzlich unterzeichnet wurde, noch ist das US-Konsulat in der Westsahara / marokkanische Sahara eröffnet und auch die angekündigte erste offizielle marokkanische und hochrangige politische Delegation reiste nicht nach Tel Aviv. Vor diesem Hintergrund scheint Israel den schnellen Kontakt zur neuen US-Regierung gesucht zu haben, um keine ernsthaften Probleme bei der Umsetzung der Abkommen aufkommen zu lassen. Eine erfolgreiche „Normalisierung“ der Beziehungen zu Marokko ist für den jetzigen israelischen Premierminister Netanyahu sehr wichtig, da er sich im Wahlkampf befindet.

Marokko wartet auf ein bestätigendes Signal aus Washington.

Marokko wartet ab, ob die neue US-Administration, unter Präsident Joe Biden, an der Anerkennung der marokkanischen Hoheitsansprüche über die Westsahara festhält. Auch wenn die USA den UNO-Sicherheitsrat über die neue Haltung schriftlich informiert haben, so basiert dieser bisher nur auf einem Präsidialdekret von Ex-Präsident Donald Trump. Der neue Präsident Biden könnte jederzeit dieses Dekret mit einem Beschluss rückgängig machen. Erst wenn diese neue US-Position durch den US-Senat und das Repräsentantenhaus ratifiziert ist, herrscht eine höhere Rechtssicherheit auch für Marokko. Dennoch wird man sich in Rabat über dieses Signal gefreut haben. Über einen direkten Kontakt zwischen König Mohammed VI. und US-Präsident Biden ist nichts bekannt, auch wenn sich beide bereits kennen.

Vorheriger ArtikelMarokko – Rückgang der Coronavirus Neuinfektionen auf 520 Fälle in 24h.
Nächster ArtikelMarokko – 337 Coronavirus Neuinfektionen binnen eines Tages
Empfohlener Artikel