Marokko verhandelt über russisches Luftabwehrsystem.

S-400 Luftabwehrsystem nur Teil der marokkanischen Wunschliste an Russland

Luftabwehrsystem
Russisches Luftabwehrsystem S-400

Marokko investiert in die Modernisierung des eigenen Militärs.

Rabat/Moskau – Das Nordafrikanische Königreich rüstet auf und investiert weiterhin in die Modernisierung der eigenen Streitkräfte. Dabei gewinnt Russland zunehmend als Lieferant von Rüstungsgütern an Bedeutung, zum Ärgernis der USA und Frankreichs. Bereits nach dem Besuch des russischen Premierministers Dmitri Medwedew im Oktober dieses Jahres kamen erste Hinweise auf, dass es bei den 11 unterzeichneten Abkommen nicht nur um allgemeine Kooperationen gegangen ist – maghreb-post berichtete. Bei dem Besuch bestätigte Medwedew, dass Russland militärische Ausrüstungsgegenstände an Marokko liefern würde. Unmittelbar nach dem Besuch des russischen Gastes meldete Le360, dass Marokko am russischen Luftabwehrsystem S-400 Interesse habe. Nun scheinen sich die Hinweise zu bestätigen. Laut Medienberichten konkretisieren sich die Verhandlungsgespräche zwischen Marokko und Russland.

Russisches Raketensystem soll marokkanische Luftabwehr stärken.

Das Flug- und Raketenabwehrsystem umfasst Radargeräte, die 80 Ziele gleichzeitig anvisieren und ca. 160 Raketen steuern können. Auf jedes identifizierte Ziel werden zwei Raketen abgefeuert. Mit einer Reichweite von bis zu 400km und einer Geschwindigkeit von 4.800 km/h gehört es zu einem der besten weltweit zur Verfügung stehenden Systemen. Auch die Radarfähigkeiten sind umfassend, so können neben Kampfflugzeugen auch Tarnflugzeuge, Drohnen sowie taktische und ballistische Raketen abgeschossen werden.

Luftabwehr
russisches Luftabwehrsystem im Einsatz

S-400 Luftabwehrsystem nur Teil der marokkanischen Wunschliste an Russland

Das russische Abwehrsystem ist nur ein Posten auf der Wunschliste der marokkanischen Streitkräfte. Bereits auf der Bestellliste steht mindesten ein U-Boot (maghreb-post berichtete) sowie Kampfflugzeuge vom Typ SU 34. Das System ist bereits an mehrere Länder verkauft worden. Neben China und der Türkei verfügt auch Algerien über die Luftabwehr. Saudi Arabien und Indien planen die Anschaffung. Über die Kosten für Marokko ist noch nichts bekannt. Die Türkei soll aber ca. 2,1 Milliarden US-Dollar bezahlt haben. Das U-Boot soll Marokko als Gegenmaßnahme für die von Algerien in Deutschland gekauften Kriegsschiffe dienen. An dem Kampfflugzeug SU 34 ist Marokko interessiert, weil Algerien diese ebenfalls vor kurzem erworben hat.

Rüstungsausgaben für 2018 bei über 34 Milliarden marokkanische Dirham

Der Haushalt für das marokkanische Militär beträgt im aktuellen Jahr ca. 33,85 Milliarden marokkanische Dirham MDH und soll im kommenden Jahr 2018 auf 34,27 Milliarden MDH steigen. Damit hat sich das Militärbudget in den letzten 25 Jahres fast verdoppelt. Gerade zwischen den Nachbarstaaten Algerien und Marokko findet seit Jahrzehnten ein Wettrüsten statt. Derzeit gibt Algerien über 10 Mrd. US-Dollar pro Jahr für das Militär aus. Marokko kann da schon lange nicht mehr mithalten und kommt laut dem Stockholm International Peace Research Institut auf 3,3 Mrd. US-Dollar in 2016. Hinsichtlich der Ausgaben für das jeweilige Militär kann aber Marokko seit Ende der 1990 Jahre nicht mithalten.

Rüstungsausgaben Algerien Marokko
Vergleich der Rüstungsausgaben zwischen Algerien und Marokko.
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