Marokko – Westsaharakonflikt UNO lädt Algerien zu Gesprächen ein.

Marokko fordert Einbindung Algeriens in die Verhandlungen.

Köhler
Dr. Horst Köhler - Premierminister El Othmani - Außenminister Bourita

Möglicher runder Tisch unter Teilnahme Algeriens, Marokkos Mauretaniens und Polisario im Dezember.

New York – Der Westsaharakonflikt nimmt diplomatisch eine weitere Entwicklung. Seit Jahrzehnten sind die Verhandlungen über den rechtlichen Status der Westsahara festgefahren. Während Marokko in der Westsahara, den sog. „Südlichen Provinzen“, einen festen integrierten Teil des Königreichs sieht und jeder Angriff auf diesen Status als Angriff auf die strukturelle territoriale Integrität gesehen wird, erkennen zahlreiche Länder der UNO den Anspruch der Westsaharouis auf einen eigenen Staat an. Unter ihnen vor allem Mauretanien und der regionale Rivale Algerien. In der Region Tindouf, auf algerischem Territorium, befinden sich vier große Flüchtlingslager und Algerien ist der größte Unterstützer der sog. Befreiungsfront Polisario.

Marokko fordert Einbindung Algeriens in die Verhandlungen.

Seit Jahren vertritt Marokko die Position, dass für eine mögliche Lösung des Konflikts die Einbindung Algeriens in die Gespräche nötig ist. Erst bei der letzten Sitzung der UNO – Generalversammlung Anfang der letzten Woche, hat der marokkanische Premierminister Saad-Eddine El Othmani betont, dass man in Algerien die treibende Kraft hinter der Polisario sieht. Er beschuldigte, so wie seine Vorgänger und König Mohammed VI. wiederholt zuvor, dass Algerien den „künstlichen regionalen Konflikt“ schüren würde. Das Algerien Einfluss hat, dass hat man bei der UNO bereits erkannt. Jetzt scheint man in New York der Position des Königreiches mehr Beachtung zu schenken.

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Premierminister
Marokkanische Premierminister El Othmani vor der UNO

UNO Sonderbeauftragter lädt zum „Runden Tisch“ nach Genf ein.

Noch berät der UNO – Sicherheitsrat über den Fortbestand der MINURSO – Mission in der Westsahara. Das laufende Mandat läuft im Oktober aus. Jetzt will der UNO – Sonderbeauftragter einen neuen Vorstoß wagen. Wie Medias24 berichtet, soll es noch in diesem Jahr, voraussichtlich am 4. Und 5. Dezember in Genf, einen runden Tisch geben, an dem neben Marokko und die Polisario auch Algerien und Mauretanien teilnehmen sollen. In den letzten Jahren hat sich Marokko geweigert in direkte Gespräche mit der Polisario einzutreten. Auch Algerien wollte sich nicht einbringen und bestand darauf, dass es sich um einen Konflikt zwischen Marokko und der Polisario handelt. Noch hat Algerien nicht auf die Einladung reagiert, doch diplomatisch ist dies ein Punktsieg für Marokko. Nun sieht der UNO – Sonderbeauftragte Dr. Köhler in Algerien nicht nur einen Ansprechpartner im Hintergrund, sondern einen Akteur, der sich an den Verhandlungen beteiligen muss.

Sondergesandter
Quelle APS: Dr. Köhler und Ahmed Ouyahia
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